Bennemanns Höhenflug

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Beim Bundeschampionat machten Lefke Bennemann und ihr Wallach Christobal eine gute Figur.

BÖNEN -  Auf einmal ging es ganz schnell: Drei Tage vor dem Beginn des Bundesnachwuchs-championat erfuhr die Nordböggerin Lefke Bennemann, dass sie für das Treffen der besten Reittalente Deutschlands nominiert wurde. Und die 15-Jährige ritt nicht nur einfach mit, sondern gewann mit dem U 15-Team Westfalens sogar mit großem Vorsprung den Titel in der Vielseitigkeit.

Es war der Höhepunkt eines ohnehin erfolgreichen Jahres für Bennemann, die im Verlauf der Saison schon bei verschiedenen Turnieren vier L-Springen und eine L-Dressur mit ihrem Pferd Christobal für sich entschieden hatte. Und bei der westfälischen Jugendstandarte, die vor zwei Wochen in Münster stattfand, lief es für die Nordböggerin mit ihren Vereinskollegen vom Landwirtschaftlichen Reiterverein Kalthof richtig gut. Bis zum abschließenden Springen führte das Team, ehe ein Abwurf zu viel die Goldmedaille kostete. Bennemann holte in der Einzelwertung zudem Bronze, was ihr schließlich die Einladung nach Warendorf bescherte.

Für die 15-Jährige ein Riesenerfolg, denn erst vor einem Jahr wagte sie den Sprung zur Vielseitigkeit. Seitdem trainiert sie viermal in der Woche, immer wieder im Wechsel Dressur, Springen und Gelände. „Ich brauche das, sonst wäre mir das zu langweilig“, genießt das junge Mädchen die Abwechslung der verschiedenen Disziplinen. Bennemann, die nach den Ferien die zehnte Klasse des Marie-Curie-Gymnasiums besucht, reitet seit ihrem sechsten Lebensjahr. „Ich komme aus einer Pferdefamilie“, sagt sie selbst. Und die hat ihre Wurzel beim LRV Kalthof. Das Reiten lernte sie von ihrer Mutter und ihrem Opa, der noch heute ihr Trainer ist. Nach ersten Schritten auf dem Pony kauften ihr die Eltern vor zweieinhalb Jahren den mittlerweile siebenjährigen Wallach Christobal.

In Warendorf beeindruckte Lefke Bennemann neben den professionellen Bedingungen des Bundesleistungszentrums vor allem der „Mannschaftsgeist“. „Alle Leute waren sehr nett, obwohl ich die nicht kannte“, sagt sie. Zeit zum Verweilen blieb aber kaum, denn beim Championat standen sechs Prüfungen an. In der Theorie wurde Bennemann Zehnte von 40 Teilnehmern. Beim anschließenden Fitnesstest hatte sie mit dem 2-km-Lauf keine Probleme und holte die Höchstpunktzahl, doch beim Vormustern, einer Vorstellung des Pferdes, unter den Augen von Olympiateilnehmerin Bettina Hoy wurde sie Letzte. Besser lief es im A-Stilspringen als 25. mit der Wertnote 7,3 und vor allem bei der A*-Dressur als Sechste (8,2). Zum Abschluss beendete sie den Geländeritt und damit den Wettbewerb als 17. „Ich bin wirklich zufrieden. Ich hatte gar nicht so hohe Erwartungen“, ist Bennemann glücklich. Ihre vier Teamkolleginnen – unter anderem Greta Busacker, die Tochter von Mannschaftsolympiasiegerin Ingrid Klimke, auf deren Goldpferd Butts Abraxas sie ritt – waren noch besser, so dass Westfalen am Ende weit vorne lag.

Weitere Pläne für dieses Jahr hat die 15-Jährige, die morgen in Urlaub fährt, nicht. „Wir müssen dem Pferd auch Ruhe gönnen“, sagt Mutter Anke. Auf Lefke kommt in der kommenden Saison der Sprung in die nächste Alterklasse zu, aber vielleicht geht der Höhenflug ja weiter. - bob

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