VfK muss Derbygesicht häufiger zeigen

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Lange fand die SpVg (rote Trikots) keine Lücke in der Nordbögger Defensive (am Ball Jonas Wiggermann).

Beim VfK Nordbögge wären sie wahrscheinlich froh, wenn sie häufiger das Derby gegen die SpVg Bönen austragen könnten. Denn ausgerechnet gegen den Lokalrivalen zeigte das Schlusslicht der Fußball-Kreisliga A1 zwei der wenigen guten Spiele (0:0, 1:2). Jetzt hofft Trainer Sven Kaczor, dass sein Team die Leistung auch für „normale“ Partien konservieren kann. Sein Gegenüber Hendrik Dördelmann blickt dagegen auf eine beeindruckende Bilanz in der Rückrunde, spielerisch sind die Auftritte aber noch durchwachsen.

Die Nordbögger wollen sich erhobenen Hauptes aus der Saison verabschieden. Vorstellungen wie gegen die SpVg, die immerhin Spitzenreiter ist, können da Mut machen, auch wenn der Klassenerhalt angesichts von bereits neun Punkten Rückstand auf den Vorletzten wohl an ein Wunder grenzen würde. Kaczor machte sich da schon zu seinem Amtsantritt vor drei Wochen nichts vor, will die Flinte aber auch nicht frühzeitig ins Korn werfen. „Solange es noch geht, werden wir es versuchen. Mit so einer Leistung wie gegen Bönen brauchen wir uns nicht verstecken“, sagte er nach dem Schlusspfiff im Derby.

Bönener Derbytag mit Gewitter an der Feuerwache

Letzter verbliebener Faustpfand der Nordbögger sind die Spiele gegen die direkte Konkurrenz. Mit dem Hammer SC, IG Bönen, TuS 59 Hamm und dem TSC Hamm II misst sich der VfK noch mit vier der fünf weiteren Abstiegskandidaten. Das erste Spiel steigt am Sonntag gegen die TSC-Reserve. Kaczor hofft darauf, dass sich die Türken nicht ebenso aus ihrem Bezirksliga-Team verstärken wie am Gründonnerstag der ehemalige Vorletzte Lohauserholz II, gegen den der VfK mit 1:8 unterging. „Von der Einsatzbereitschaft war das ein Unterschied wie Tag und Nacht“, zieht Kaczor Vergleiche zum Auftritt im Derby. Im Kellerduell sollen seine Schützlinge möglichst wieder ihr gutes Gesicht zeigen.

Im Lager der Rehbusch-Elf machte nach dem knappen 2:1-Erfolg über das Schlusslicht Erleichterung breit. Der siebte Sieg im siebten Rückrundenspiel unterstreicht die tolle Saison, die die SpVg bestreitet. Lange tat sie sich jedoch schwer, was sicherlich auch an den schwierigen Bedingungen mit starkem Wind, der Spielunterbrechung wegen des Gewitters und dem Derby-Charakter lag.

Alles Dinge, die es dem hohen Favoriten nicht gerade in die Karte spielten. Allerdings schafften es die Bönener erneut nicht, ihre individuelle Überlegenheit auf den Platz zu bringen. Erst als Nordbögge ab der 65. Minute die Kraft ausging, verdiente sich die Dördelmann-Elf den Sieg durch die herausgespielten Chancen. Das Siegtor des eingewechselten Kevin Scheibke – für den VfK übrigens das 100. Gegentor der Saison – verhinderte einen Ausrutscher im Titelrennen.

Der Spitzenreiter tut sich aber weiter schwer, einen Gegner auseinander zu spielen. Nordbögge reichte es, defensiv kompakt zu stehen, Bönen zeigte lange eine schlechte Mischung aus zu verhaltenem und zu ungeduldigem Spielaufbau. Auf der einen Seite waren die Verlagerungen meist zu langsam, um Lücken beim Gegner aufzureißen, andererseits waren die Pässe oft zu früh riskant und zu ungenau, um Gefahr heraufzubeschwören.

Mark mit deutlich besserer Tordifferenz gegenüber der SpVg

 Die Folge: Bönen schießt im Vergleich zu den Teams in der Tabellenspitze zu wenig Tore. Hauptkonkurrenz VfL Mark hat bereits eine um 22 Treffer besser Differenz und damit bei Punktgleichheit jetzt schon den vielleicht entscheidenden Vorteil sicher. Zwei Begegnungen haben die Marker, die aktuell vier Zähler hinter der SpVg liegen, noch immer weniger absolviert als die Rehbusch-Elf. Ausgeglichen wird die Tabelle erst am 1. Mai sein, wenn der VfL seine drei Nachholspiele bestritten und aufgrund der ungeraden Anzahl an Vereinen in der Liga auch sein spielfreies Wochenende hinter sich hat.

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