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Noch ist Improvisation bei der IG gefragt

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Von: Rainer Gudra

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Der Aufstieg in die Westfalenliga, den die Spieler in Ahaus feierten, ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte der IG, die im kommenden Jahr 30 Jahre alt wird.
Der Aufstieg in die Westfalenliga, den die Spieler in Ahaus feierten, ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte der IG, die im kommenden Jahr 30 Jahre alt wird. © Droste

Auch bei der IG Bönen steigt die Vorfreude auf eine Zukunft im Sportpark, für den der Bewilligungsbescheid des Bundes über 3,3 Millionen Euro bei der Gemeinde inzwischen eingegangen ist. Bis zu dessen Fertigstellung ist beim künftigen Westfalenligisten allerdings noch Improvisation gefragt. Es fehlt vor allem ein Kunstrasenplatz.

Bönen - Mit dem 4:2-Erfolg beim SV Eintracht Ahaus haben die Fußballer der IG Bönen für den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte gesorgt. Der Aufstieg in die Westfalenliga bringt aber nicht nur eitel Freude mit sich, sondern auch einige Probleme. Während der Kader für die Saison 22/23 fast komplett und wettbewerbsfähig ist, ist es die Infrastruktur in der Gemeinde (noch) nicht – auch wenn für den neuen Sportpark am Förderturm vom Bund drei Millionen Euro bewilligt sind und an diesem Mittwoch Gespräche zwischen IG, Spielvereinigung, Gemeindeverwaltung und -sportverband über Aussehen und Nutzung der mit insgesamt 5,5 Millionen Euro veranschlagten Anlage anstehen werden.

Zumindest in den nächsten beiden Spielzeiten wird die IG auf altbekannte Probleme treffen – wobei „die Trainingsbedingungen für eine Mannschaft in der Westfalenliga die größten sind“, wie Trainer Ferhat Cerci sagt. Sollte sein Team der Wunsch-Staffel 2 mit vielen Ruhrgebietsvereinen zugeordnet werden, „dann haben wir dort viele Vereine mit Kunstrasen, und entsprechend müssten wir dann auch auf Kunstrasen trainieren.“

Trainingsmöglichkeiten optimieren

Und einen solchen hat in der Gemeinde nur der VfK Nordbögge, während die IG Asche und holprigen Naturrasen nutzen muss. „Wir müssen zumindest für den Winter schauen, dass wir eine Kooperation hinbekommen“, sagt Hüseyin Kücük, Sportlicher Leiter der IG. Zu einem Verein im Raum Lünen/Dortmund, der über eine eigene Anlage verfüge, habe die IG Kontakt, sagt Kücük. „Wenn wir unsere Trainingsmöglichkeiten weiter optimieren können, dann bin ich überzeugt davon, dass wir aus der Mannschaft noch mehr Potenzial herauskitzeln“, ist sich Cerci sicher, „denn nicht alle Spieler haben das wegen der Bedingungen zu 100 Prozent erreicht. Da ist unter den Umständen unser Erfolg nicht hoch genug anzurechnen.“

Aus dem aktuellen Kader hat sich bisher nur Serhad Gün zum (Noch-)Ligakonkurrenten Werner SC verabschiedet, ansonsten „haben wir mit allen Spielern Gespräche geführt und es fehlen nur noch ein paar Unterschriften“, wie Kücük sagt.

Ein weiterer Rechtsverteidiger wird gesucht

Ein Wackelkandidat ist offenbar Ersin Kusakci, doch nicht nur deshalb will Ferhat Cerci einen weiteren Rechtsverteidiger verpflichten: „Wir sind auf der Position nicht doppelt besetzt.“ Die Gespräche mit einem interessanten Kandidaten sind wohl weit fortgeschritten: „Ein junger, talentierter Spieler von einem Oberligisten, der eine sehr gute Ausbildung bei einem Bundesligisten genossen hat.“ Mit Miguel Dotor-Ledo meldet sich aus der zweiten Mannschaft ein weiterer Defensivmann nach einer einjährigen „Auszeit“ zurück, der – so Cerci – „aber auch Innenverteidiger spielen kann“. Zwei Offensivspieler sollen zudem kommen: einer, der flexibel einsetzbar ist, und möglichst ein Torjäger, sofern auf dem Markt.

„Damit wären wir fertig. Wir haben schon eine gute Einheit und ich bin kein Freund davon, jedes Jahr acht, neun, zehn neue Spieler zu holen. Ich mag Kontinuität und Nachhaltigkeit“, sagt der Bönener Trainer.

Neue Sportanlage soll ein Magnet werden

Wenn es um die Ausgestaltung der näheren Zukunft gehen wird, wollen IG und SpVg im Nachwuchsbereich noch enger zusammenarbeiten. Momentan gibt es Spielgemeinschaften bei den C-Junioren und mit zwei Mannschaften bei den F-Junioren. Zur kommenden Saison soll zunächst einmal eine B- oder A-Jugend hinzukommen. „Wenn die neue Anlage fertig ist, muss die Jugend richtig stehen und Magnet für die nähere Umgebung werden. Darauf freue ich mich“, sagt Kücük, der mit Gültekin Ciftci und Ayhan Sezer in diesem Bereich zwei sehr aktive Mitstreiter hat.

Auf die Sogwirkung der neuen Anlage setzt auch Ferhat Cerci: „Auch da muss man Spielern etwas bieten. Wir haben ja im Moment nicht einmal einen Aufenthaltsraum, in dem wir nach den Spielen mal zusammensitzen können. Ich hoffe auf einen schnellen ersten Spatenstich, dass man auch mal sagen kann: Da geschieht etwas bei uns.“ Alles in allem, sagt er, „sind wir glücklich darüber, dass jetzt etwas passieren wird. Es wird ein großer Mehrwert für die Gemeinde, aber auch für die IG sein.“ Ende 2022 dürfte Klarheit darüber bestehen, wann und in welcher Form der Mehrwert nutzbar sein wird.

Zunächst einmal blickt Cerci aber noch auf das Tagesgeschäft. Erst einmal hat das Meisterteam bis zum Abschlusstraining am Freitag frei – nicht zuletzt auch, weil das Ende des Fastenmonats für das Gros seiner Spieler drei weitere Feiertage bereit hält. Am Sonntag folgt die Partie bei Vorwärts Wettringen. „Das wird ein schweres Spiel. Und wir wollen bis zum Saisonende noch die vollen 15 Punkte holen“, sagt Cerci, auf dessen Team danach noch eine Abschlussreise nach Bodrum oder Antalya auf dem Programm steht, bevor am 4. Juli die Vorbereitung auf die erste Westfalenliga-Saison beginnen wird.

Auch die Zweite der IG steht kurz vor dem Aufstieg

Gefeiert wird bereits in Kürze noch einmal; gemeinsam mit der zweiten Mannschaft. Denn auch bei der Reserve ist der Aufstieg in die Kreisliga A eine Frage von Tagen. Schon am Sonntag, mit einem Sieg daheim gegen die SG Bockum-Hövel II und etwas Schützenhilfe, wäre dieses Ziel erreicht – und zumindest ein weiterer kleiner Baustein, um die Attraktivität des Standortes zu steigern.

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