Nichts bleibt wie´s ist: Erneute Reform lässt Tischtennisfreunde Bönen kalt

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Er findet´s gut: TTF-Trainer Walter Darenberg zieht die Regionalliga der neuen 3. Bundesliga vor.

BÖNEN - Strukturreformen des Deutschen-Tischtennis Bundes (DTTB) haben die höchsten deutschen Spielklassen in den vergangenen Jahren stets auf Trab gehalten – und dementsprechend auch die TTF Bönen. Dem vermehrten Abstieg durch die Reduzierung der Regionalliga-Stärke auf zehn Mannschaften vor zwei Jahren folgte im Vorjahr die Erweiterung der Regionalliga West auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Auch in diesem Sommer schraubt der DTTB wieder an den Ligastrukturen: Im Sommer wird – als Äquivalent etwa zum Fußball – erstmals eine 3. Bundesliga eingeführt. Dann wird die 2. Bundesliga zu einer deutschlandweit eingleisigen Liga mit Vierermannschaft, die 3. Bundesliga spielt in jeweils einer Nord- und einer Südstaffel ebenfalls mit vier Spielern pro Team.

Was zunächst klingt, als wäre es nicht die Angelegenheit des Regionalligisten TTF Bönen, ist allerdings bei Weitem mehr als das. „Wir sind im Dunstkreis der Teams, die im kommenden Jahr in der 3. Liga antreten könnten“, sagt TTF-Trainer Walter Darenberg. Aktuell ist Bönen (18:12 Punkte) hinter dem TTC Seligenstadt (25:5) und dem SC Buschhausen (19:9) Dritter der Tabelle der Regionalliga West.

Fragezeichen aber bleiben reichlich. Derzeit ist unklar, wie sich die neue 3. Bundesliga zusammensetzen wird. Das ist nicht zuletzt abhängig davon, welche Teams sich ihre Startplätze in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) und der 2. Bundesliga sichern. „Daran hängt ein Rattenschwanz“, sagt Darenberg.

Die zehn Zweitliga-Starter der 2. Bundesliga setzen sich aus den TTBL-Absteigern sowie den jeweils besten Teams der derzeitigen Zweitliga-Staffeln zusammen – bis die Sollstärke von zehn Mannschaften ausgefüllt ist.

Die 3. Bundesliga West, in der Bönen im Fall der Fälle an den Start gehen könnte, wird dann aus den übrigen Teams der Nordstaffel der 2. Bundesliga (Plätze 6 bis 10) sowie den besten Teams der Regionalligen Nord und West gefüllt – ebenfalls bis die Sollstärke von zehn Mannschaften erreicht ist. „Es gibt derzeit sehr, sehr viele Faktoren, die noch auf die Konstellationen einwirken, die für die Einteilung der Ligen denkbar sind“, sagt Darenberg. Sicher ist für Bönen und dessen Kontrahenten in der Regionalliga West nur eines: Der Meister, aller Voraussicht nach der TTC Seligenstadt, erhält laut Bundesliga-Ordnung ein Anrecht auf einen fixen Platz in der 3. Bundesliga.

Meldefrist für 3. Liga endet am 15. März

Die nächste Frage ist, ob Bönen überhaupt von einem eventuellen Anrecht auf den Aufstieg Gebrauch machen würde. Bis zum 15. März gilt es für die betreffenden Vereine, die Meldeunterlagen verbindlich beim DTTB einzureichen. Stand jetzt, gut zehn Tage vor Ende der Frist, wird Bönen davon keinen Gebrauch machen. „Aus unserer Sicht ist die neue Liga keine attraktive Liga“, sagt Darenberg. „Wir sind ein Verein mit großem Lokalbezug und als solcher optimal in der Regionalliga aufgehoben“, so Bönens Trainer weiter.

Ein Startgeld für die Bundesliga, die Reduzierung von sechs auf vier Spiele, ein erheblich größerer Reiseaufwand mitunter bis nach Schleswig-Holstein oder Berlin oder eine noch lange andauernde Planungsunsicherheit sind weitere Hemmschuhe einer Bewerbung.

„Es gibt aus unserer Perspektive derzeit nicht viel, was für die 3. Bundesliga spricht“, sagt Darenberg. Eine Meinung, die dem Vernehmen auch der Großteil der bisherigen Regionalliga-Klubs vertritt. „Bislang hat die 3. Bundesliga scheinbar keine gute Lobby“, sagt Darenberg.

„Für uns ist die Liga in diesem Jahr sportlich eine tolle Herausforderung. Das Niveau ist sehr hoch und sehr ausgeglichen“, wägt Bönens Coach ab. Diese Situation wird sich in der kommenden Saison vermutlich nicht ändern – für die Tischtennisfreunde Bönen ein Grund auch künftig in der Regionalliga an die Tische zu gehen. - jan

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