Neuzugang Ilkay Nagis ist der jüngste Spieler bei der IG Bönen

IG-Youngster Nagis will von den Routiniers profitieren, aber auch viel spielen

Weil die IG einen Rechtsverteidiger suchte, meldete sich Ilkay Nagis in Bönen. Doch der 20-Jährige kann auch auf anderen Positionen spielen.
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Weil die IG einen Rechtsverteidiger suchte, meldete sich Ilkay Nagis in Bönen. Doch der 20-Jährige kann auch auf anderen Positionen spielen.

Weil er bei der Hammer SpVg unzufrieden war, initiierte Ilkay Nagis zu dieser Saison seinen Wechsel zur IG Bönen. Der 20-Jährige hat schon viele Vereine in seiner Vita stehen, weil er in der Jugend so hoch hinaus wie möglich wollte. Das will der Defensivallrounder in dieser Saison auch mit seinem neuen Verein in der Fußball-Landesliga.

Bönen – Nagis kommt aus Meschede im Sauerland, wo er auch mit dem Fußballspielen begann. Über den SC Neheim kam er irgendwann zu Rot-Weiß Essen und spielte mit dem Traditionsklub in der C-Junioren-Regionalliga, der höchsten Spielklasse. Der Aufwand wurde zu hoch und er suchte Vereine, die näher an seinem Wohnort waren. „Zweieinhalb Stunden Fahrt zum Training waren mir irgendwann zu viel“, sagt Nagis. Über RW Ahlen und SV Lippstadt 08 landete er schließlich in der A-Jugend der Hammer SpVg, die er in der Abbruch-Saison als Kapitän aufs Feld führte.

Doch der Übergang in die Senioren verlief holprig. Die A-Jugendlichen, die dem Nachwuchs entwachsen waren, hatten es in der Pandemie eh schwierig. Erst die Pause im Frühjahr 2020, dann hatte die Spielzeit 2020/21 kaum angefangen, da war sie wegen des zweiten Lockdowns schon wieder vorbei. Nagis fühlte sich im Hammer Osten zudem nicht wohl, das Training behagte ihm nicht, in den Kader des Oberligisten schaffte er es in keiner der acht Partien. „Die Atmosphäre hat nicht gepasst“, sagte Nagis in der Nachbetrachtung und brach seine Zelte bei der HSV ab. „Ich habe mitbekommen, dass die IG einen Rechtsverteidiger sucht und habe Kontakt aufgenommen. Wir haben gute Gespräche geführt, und da hat es gepasst“, sagt er zu seinem Wechsel.

Routiniers geben Erfahrung weiter

Jetzt will er am Bönener Schulzentrum mit seiner Senioren-Laufbahn durchstarten. Die ersten Wochen in Bönen sieht er jedenfalls durchweg positiv. „Ich bin sehr begeistert. Ich hatte mir das anders vorgestellt vom Niveau her. Das ist ja zwei Ligen tiefer. Aber da lag ich falsch. Zumindest bei der IG ist das Niveau sehr hoch. Das Training ist anstrengend, macht aber viel Spaß.“

Was Nagis, mit seinen 20 Jahren der jüngste Spieler im Kader, sehr schätzt, ist, wie er von seinen meist deutlich älteren Mitspielern, die dazu fast alle schon höher gespielt haben, aufgenommen wurde. „Sie haben mich sehr gut empfangen. Im Training sagen die erfahrenen Spieler oft was. Sie möchten mir was beibringen, möchten mir zeigen, was man im Herren-Fußball spielt“, sagt der Youngster: „Das war auch ein Grund, warum ich hierhin gewechselt bin. Das war bei der HSV ein bisschen anders.“

Dass er um die Klasse seiner Teamkollegen weiß, heißt jedoch nicht, dass er sich freiwillig hinter ihnen einordnet, wenn es um die Startelfplätze geht. „Ich will sofort Vollgas geben. Ich will zeigen, dass auch die Jüngeren es schaffen können, zu spielen“, gibt sich Nagis, der sich im letzten Ausbildungsjahr zum Elektroniker befindet, kämpferisch.

Rechtsverteidiger, aber auch Sechser oder Achter

Bislang bekam er in den Vorbereitungsspielen viel Einsatzzeiten, auch weil viele andere Akteure im Urlaub oder angeschlagen waren. „Spielminuten zu haben, ist definitiv gut. Man kommt wieder rein, kann Selbstvertrauen tanken. Mit jedem Spiel lernt man dazu“, hofft er darauf, sich festzuspielen. Dem Trainer Ferhat Cerci bietet er zudem vielseitige Optionen. Verpflichtet wurde Nagis als Rechtsverteidiger. „Ich kann aber auch Sechser und Achter spielen und bin flexibel einsetzbar in den hinteren Reihen“, sagt der 20-Jährige über sich.

Denn erst in Hamm wurde er umgeschult, aus dem Zentrum nach Außen gestellt. „Aus Zufall. Wir hatten Spielermangel“, sagt er: „Das macht aber Spaß. Das ist eine angenehme Position. Man muss viel laufen, hoch und runter.“ Der Neuzugang bringt dabei ein anderes Profil mit als sein direkter Konkurrent auf rechts. Während Ersin Kusakci fast bei jedem Angriff der IG mit nach vorne geht und lange Wege bis zur Grundlinie geht, ist Nagis „eher auf die Defensive“ bedacht. Von seiner Zeit im zentralen Mittelfeld komme das wohl her, meint er.

Einstieg nach der langen Pause fiel schwer

Egal, wo Cerci ihn letztlich aufstellt. Der Neuzugang will seinen Teil zu einer erfolgreichen Saison der Bönener beitragen. „Ich erwarte viele Siege. Unser Ziel ist es aufzusteigen, und spielerisch haben wir die Klasse, das zu schaffen. Hoffentlich können wir aber diesmal durchspielen“, sagt Nagis. Nach der langen Pause war es schließlich auch für den Youngster schwer, wieder reinzukommen. „Fast jeder hat zugenommen. Das ist ein harter Kampf, wieder dahin zu finden, wo man vorher war.“ Sich selbst sieht er aktuell bei 70 bis 75 Prozent. „100 Prozent ist man noch nicht fit, da muss man ehrlich sein. Da ist noch Spiel.“

Knapp drei Wochen Zeit hat er bis Saisonstart, um topfit zu werden und zu zeigen, dass er in die Mannschaft gehört.

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