TTF II: Neustart in der Landesliga sinnvolle Option

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Jonas Reich war der einzige TTFler, der für die zweite Mannschaft alle Spiele in der Rückrunde absolvierte.

Bönen - Saisonziel erreicht? Oder Saisonziel verfehlt? Auch knapp drei Wochen nach dem eigentlichen Ende der Spielzeit ist die entscheidende Frage für die TTF Bönen II noch immer nicht beantwortet. Nämlich die danach, ob die Bönener den Verbleib in der Verbandsliga denn nun geschafft haben oder eben nicht. „Derzeit sieht es nicht gut aus, aber es kann noch einiges passieren“, sagt TTF-Kapitän Marco Goecke.

Zumindest in eigenen Händen halten die TTFler ihr Schicksal nicht mehr: Zwei Relegationsrunden nach dem Saisonende machten die Bönener zum fünfter Anwärter auf einen freien Platz in der Verbandsliga. Ziehen vier oder weniger Vereine oberhalb der Landesliga ihre Mannschaften bis zum 5. Juni beim Westdeutschen Tischtennis-Verband (WTTV) zurück, werden die Bönener absteigen. Werden es mehr, halten sie die Liga.

Dass die Bönener den Klassenverbleib nur über Umwege schaffen können, zeichnete sich früh ab. Mit einem äußerst bescheidenen Punktekonto von 2:20 waren sie im Dezember als Vorletzter in die Winterpause gegangen. Dass Bönen sich da noch Hoffnungen auf den direkten Ligaverbleib machen konnte, war Ergebnis einer günstigen Tabellenkonstellation. Denn im TV Attendorn und TTC Bergkamen-Rünthe standen zum Jahreswechsel zwei weitere Mannschaften mit derselben bescheidenen Ausbeute da. Allerdings hatte sich Konkurrent Attendorn zur zweiten Serie frühzeitig mit dem guten Martin Voss als neuem Spitzenspieler verstärkt.

„Wir hätten eine perfekte Rückrunde gebraucht, um direkt in der Liga zu bleiben“, sagte Goecke, dessen Team in der Hinrunde extreme Personalprobleme zu verkraften hatte. „Da haben wir es eigentlich verpasst, uns eine gute Ausgangsposition herauszuspielen“, so Goecke. Die Rückrunde lief für die Tischtennisfreunde besser – sowohl personell als auch von der Punkteausbeute –, allerdings längst nicht optimal. Mit 6:16 Punkten übertrafen die Bönener zwar ihr Hinrunden-Ergebnis, Attendorn aber punktete satte elfmal. Für Bönen blieb nur der vorletzte Platz, der den Gang in die Relegation bedeutete – und womöglich in die Landesliga.

In Teilen blieben die Probleme der TTFler in der Rückrunde die gleichen wie in der ersten Saisonhälfte: 17 verschiedene Spieler setzte Bönens Reserve ein. „Wir haben personell keine Konstanz reinbekommen. Letztlich müssen wir ehrlich sein und sagen, dass wir damit auch nicht viel mehr verdient haben“, so Goecke. Immer dann, wenn es Bönen gelang, eine Aufstellung nah an ihrer Bestbesetzung an die Tische zu bringen, zeigten die TTFler allerdings, dass sie konkurrenzfähig gewesen wären in der Verbandsliga: Dann gewannen sie beim TT-Team Bochum (9:6), gegen die TTSG Lüdenscheid (9:7) und gegen Bergkamen-Rünthe (9:4) – oder verloren knapp gegen die DJK Germania Kamen (6:9) und den TTC Herne-Vöde (7:9). „Sicherlich wäre mehr drin gewesen“, sagte Goecke, dessen Mannen sich auch in den Relegationsrunden gegen die übrigen Tabellenelften Schultendorf (8:8), Bardüttingdorf (9:4) und Neunkirchen (6:9) in ordentlicher Verfassung zeigten.

Probleme bekam Bönen immer dann, wenn das Spitzenduo aus Jaroslaw Werner und Sebastian Waltemode gar nicht vertreten war. Werner blieb in seinen vier Einsätzen mit 6:2 Siegen der erfolgreichste Bönener. Die übrigen TTF-Akteure, von denen nur Jonas Reich alle elf Spiele absolvierte, brachten es, abgesehen des stark spielenden Mannschaftsführers Marco Goecke (9:8), nicht auf positive Einzelbilanzen.

Ob in der Verbandsliga oder in der Landesliga – so oder so wird die kommende Spielzeit eine des Umbruchs bei den Bönenern. „Die abgelaufene Saison war uns sicherlich eine Lehre“, so Goecke, dessen Team in zwei Spielen nur zu fünf antrat. Daniel Wiezorrek (TTC Herne-Vöde), der ohne Einsatz blieb, wechselt ebenso den Verein wie Joel Safar (SV Westfalia Rhynern) und Maximilian Bauer (TV Brechten), der erst in der Winterpause nach Bönen gekommen war. Stattdessen sollen mit den vereinseigenen Talenten Niklas Brackelmann und Tim Heyer zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ins Team geholt werden – und für die Verlässlichkeit sorgen, die der Mannschaft zuletzt abging. „Damit gehen wir einen sinnvollen Weg“, sagt Goecke und fährt fort: „Vielleicht ist es gar der sinnvollere Weg, wenn es über die Landesliga geht. Aber das wird sich bald entscheiden“, sagt Goecke, der aus einer Sache allerdings keinen Hehl macht: „Letztlich sind wir froh, dass die Saison vorbei ist.“ - jan

Bilanzen TTF: Werner 6:2, S. Waltemode 2:4, Goecke 9:8, Reich 5:14, Hürmann 6:9, Safar 5:8, Ersatzspieler 7:21 (davon 0:2 kampflos) – Doppel 12:23 (davon 0:2 kampflos)

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