Tennis

Neustart beim TV RW Bönen unter klaren Vorschriften

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Bälle sammeln leicht gemacht: Grace Varchmin und Yannik Stefank auf der wiedereröffneten Anlage des TV RW Bönen.

Beim TV RW Bönen hat mittlerweile auch das reguläre Training wieder begonnen. Die Tennisspieler müssen sich in Corona-Zeiten aber an klare Regeln halten.

Bönen - Es wird wieder Vereinssport betrieben in der Gemeinde. Noch spärlich. Erlaubt waren Aktivitäten zum Wochenende sowieso nur den Reitvereinen und den Tennisspielern. Während die Pferdesportler des RuF Nordbögge/Lerche auf Schulstunden zunächst ganz verzichten, wird der Betrieb bei der RG Hacheney mit Bedacht wieder aufgenommen. Der Tennisverein RW Bönen hingegen hängte schon am Freitag die Netze auf. Die Anlage stand den Spielern zum Wochenende offen. Am Montag begann das reguläre Training des Vereins.

„Heute ist der Besuch eher mager, wahrscheinlich wegen Muttertag“, erklärte Meinolf Dittrich am frühen Sonntagnachmittag. Der Vereinswirt und Spieler ist als Corona-Beauftragter der Rot-Weißen für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen verantwortlich. „Am Samstag waren es immerhin sechs Paarungen, die gespielt haben.“ Am Sonntag ziehen Marco Nielinger und sein Neffe Fritz den Platz ab.

Jeder Name wird notiert

Dittrich notiert die Namen der Platznutzer. „Das ist nicht Pflicht, ich tue es aber trotzdem. Falls etwas passiert, kann ich die anderen, die zeitgleich auf der Platzanlage waren, informieren.“ Der Corona-Beauftragte misst zwar keine Temperatur, achtet aber auf Symptome. Er gehe aber davon aus, dass die Eigenverantwortung unter den Vereinsmitgliedern sich und den anderen gegenüber groß genug sei, Gefährdungen zu verhindern. Nachdem er die erforderlichen Hygienemaßnahmen erklärt hat, dürfen die Tennisspieler auf den Platz.

Vieles ist unübersehbar anders am Südfeld: Gelbe Flaschen mit Desinfektionsmitteln stehen am Eingang und am Törchen zu jedem Platz. Direkt daneben hängt der Maßnahmenkatalog des Tennisverbandes. Die wurden inzwischen praxisorientierter umformuliert. „Die Bälle darf jetzt jeder anfassen“, erklärt Dittrich. Dazu komme die Entscheidung, dass Doppel nun erlaubt sein sollen, genau wie das Netzspiel. Diese Punkte waren zuvor nicht geregelt.

Spaß am Tennis gefunden

„Wir haben ja unseren eigenen Ball“, erklärt derweil Marco Nielinger, Spieler der Herren 30 des Vereins. Neffe Fritz ist das erste Mal auf dem Platz. Die Kontakteinschränkungen ohne Kita- und Schulbesuch weckten das Interesse beim Fünfjährigen und seiner Schwester Frieda (7). Vorher seien die Versuche, den beiden das Tennisspielen nahezubringen, nicht von Erfolg gekrönt gewesen, erzählt der Onkel. „In der Zuhausezeit haben wir im Garten Spaß daran gefunden“, sagt Fritz nach der knappen Stunde auf der Asche. „Er stand heute morgen mit gepacktem Rucksack an der Tür, nachdem ich es ihm gestern versprochen hatte“, erzählt Marco Nielinger. „Seine Schwester Frieda ist kommenden Sonntag dran.“

Die Terrasse vor der Gaststätte Darwins ist mit Flatterband abgesperrt. Noch, denn Dittrich und Partnerin Boogie Wojsa denken über die Wiedereröffnung am Sonntag nach. „Es ist zwar schon möglich, aber wir warten noch ab. Mal gucken, wie sich das mit dem Tennisspielen entwickelt.“ Der Außer-Haus-Verkauf ginge natürlich weiter, auf dem kleinen Parkplatz hinter der Bude soll eine Bestuhlung aufgebaut werden für den Verzehr auf Abstand.

Bälle mit der Röhre gesammelt

Seit Montag läuft am Südfeld das Training wieder an. Ausschließlich auf den Plätzen hinter dem Eichenwäldchen – mit Eingang Richtung Vereinsheim und Ausgang Richtung Parkplatz an den Plätzen. Coach Peter Haukamp begann erst einmal mit einer Stunde – der Montag gehöre ansonsten dem Werner TC. Haukamp ist gespannt, wie es laufen wird. Auf dem Platz selbst sieht er wenig Probleme, will, wenn möglich, nur zwei Spieler pro Court agieren lassen. „Wenn die Gruppe größer ist, teilen wir den Platz in Quadranten mit einer entsprechenden Pufferzone.“ Begegnungen sind verboten, das gilt auch für die Eltern von unter Zwölfjährigen, die ihre Kinder begleiten können. Die Bänke am Rand werden auseinandergerückt.

„Ich denke, die Kontrolle der strikten Einhaltung der Abstandsregel bei pubertierenden Jugendlichen wird mich die meisten Nerven kosten“, sagt Haukamp. Ein redseliger Austausch ginge aber nunmal nicht. Als letzte Konsequenz sieht Haukamp den Ausschluss vom Training.

Das wird die Ausnahme bleiben. Trainer Yannik Stefank hatte keine Probleme mit seiner Gruppe. Die Eltern hinter der Bande und die Jugendlichen beim Warmlaufen hielten den Abstand, während ihr Trainer gemeinsam mit Grace Varchmin die Bälle der Vorgängergruppe einsammelte. Per Ballsammelröhre, obwohl Anfassen der Filzkugel ja erlaubt ist. „Die Röhren sind da, ich habe sie bestellt, weil die Regel ja das Berühren zuerst untersagt hat. Aber es ist ja auch ganz bequem so.“

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