SpVg-Fans machen lautstark Party

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Die Bönener Bulldogs sorgen am Rehbusch mit Fangesängen lautstark für gute Stimmung.

BÖNEN -  Es begann aus einer Bierlaune heraus, doch schnell wurde daraus mehr. Seit Ende der vergangenen Saison hat die SpVg Bönen seine lautstarke Fangruppe. Und die verfügt mittlerweile bereits über einen eigenen Namen, gesponserte T-Shirts und selbst gedichtetes Liedgut. Dabei kommen die Mitglieder der „Bönener Bulldogs“ gar nicht aus der Gemeinde, sondern aus Bergkamen.

Dort trifft sich die Truppe regelmäßig an einem Kiosk, der dem SpVg-Außenverteidiger Malik Öncül gehört. „Das sind alles Stammkunden von mir, und wir haben schon immer über Fußball geredet“, sagt Öncül. Eigentlich ging es dabei meist um die Bundesliga, um Dortmund, Schalke und Bayern. „Ich habe dann irgendwann mal gefragt, ob sie mal Lust haben, ein A-Liga-Spiel von mir zu besuchen“, so Öncül. Das tat ein Trio dann auch, dem es gut gefiel. Die drei überzeugten weitere Freunde – und ab dem Relegationsspiel gegen die SG Massen sind die Bergkamener bei jedem Pflichtspiel der SpVg dabei. Und jede Partie schließt natürlich die Auswärtsauftritte mit ein. „Sonntag ist Bönen-Time“, sagt Ursprungsmitglied Wolfgang Schulte-Coerne.

Auf zwölf Leute ist die Gruppe mittlerweile angewachsen. Und auch wenn nicht immer alle Zeit haben, die Tendenz ist steigend. „Das ist genial“, sagt Schulte-Coerne. Der Jüngste ist 25 Jahre alt, der Älteste 54, und ein Trommler, der den Takt vorgibt, ist auch schon dabei. Neuzugänge sind willkommen, wobei sich die Bulldogs ihren lockeren Zusammenschluss bewahren wollen. „Wir sind eine Fungemeinschaft, kein Fanklub“, betont Schulte-Coerne.

Der Spaß steht nämlich bei den Fans absolut im Vordergrund. „Wir wollen Party machen, singen und Spaß haben“, erklärt Schulze-Coerne das Gruppenmotto. Deshalb werden unsportliche Aktionen auch in der Satzung sanktioniert. Wer den Schiedsrichter oder gegnerische Fans beleidigt, „kann schon mal jemand zur Kasse gebeten werden. Ich hab in Ahlen die erste Strafe gezahlt“, sagt Schulze-Coerne und lacht.

Beim Bezirksligaspiel bei Vorwärts Ahlen im Sportpark Nord hinterließen die Bulldogs ansonsten aber einen überaus positiven Eindruck, der sogar im „Ahlener Tageblatt“ seinen Niederschlag fand. „Die Anhänger aus Bönen traten schließlich mehr als gentleman-like auf“, schrieb der Reporter und berichtete begeistert, dass die Raucher unter den Fans in der Vereinskneipe sogar nach Aschenbechern fragten. „Das sind astreine Typen, die alles sauber halten“, sagt Öncül.

Längst ist der Verteidiger nicht mehr der Einzige, der sich über lautstarke Anfeuerungsrufe freut. Beim Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den SuS Bad Westernkotten wurde Betreuer Rainer Brinkrolf gefeiert, nachdem er zweimal innerhalb kurzer Zeit quer über den Platz laufen musste, um erst Durim Feta und dann David Wündisch zu behandeln. Grundsätzlich orientieren sich die Bulldogs an den Gesängen in der Bundesliga, ihr erstes eigenes Lied haben sie aber auch schon gedichtet. „Wir sind zwar nicht aus Bönen, wir kommen aus Bergkamen. Doch wir teilen eine Liebe, denn wir tragen alle Eure Namen – S-P-V-G Bönen“, heißt der Text.

Bleibt noch die Frage, warum sich die Fans ausgerechnet für die Bulldogge als Wappentier entschieden haben. „Wir wollten, dass es gefährlich, aber eben nett aussieht“, erklärt Schulte-Coerne. Eines ist allen Bulldogs nämlich sehr wichtig: „Wir wollen keine Randale. Wir wollen mit Hooligans nichts zu tun haben. Von solchen Idioten distanzieren wir uns.“ - bob

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