Triathlon

Neopren-Test in Corona-Zeiten mit Bönener Firma

Manuel Sinner von der Bönener Firma „Tailwind Brands“ holt den Anzug aus dem Spezial-Schrank.
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Manuel Sinner von der Bönener Firma „Tailwind Brands“ holt den Anzug aus dem Spezial-Schrank.

Sport-Equipment ernsthaft ausprobieren und dann erst kaufen – bei Sportschuhen undenkbar, doch bei Neopren-Anzügen etwas ganz Gewöhnliches.

Bönen - Hierfür werden sogar Testveranstaltungen angeboten. Eine Bönener Firma hat sich daher unter anderem zur Aufgabe gemacht, Triathleten aus der Umgebung mit den Einteilern auszustatten.

Marcus Voß, Geschäftsführer von „Tailwind Brands“, erklärt, wieso es für die Sportler so wichtig ist, die „Neos“ vor dem Kauf zu testen: „Im trockenen Zustand liegt der Anzug niemals so gut am Körper wie im Wasser. Dort kann man ihn besser an die richtige Stelle ziehen oder nochmal ein anderes Modell ausprobieren. Im Trockentest kann es passieren, dass man einen zu großen Anzug wählt.“

Die Keime werden abgetötet

Aufgrund der Corona-Pandemie überlegten sich die Bönener, wie sie die Praxis-Probe in diesem Jahr anbieten können. Schließlich müssten sie die Einteiler besonders gut desinfizieren, da bei den Tests viele Personen die Anzüge hintereinander tragen könnten. So entstand die Idee eines Desinfektionsschranks. „Das Licht der eingebauten UVC-Röhren desinfiziert die Anzüge, da die Keime dadurch abgetötet werden. Nach fünf bis sieben Minuten ist die Reinigung abgeschlossen. Dann blinkt auch die Kontrollleuchte“, erklärt Manuel Sinner, Marketing-Manager des dreiköpfigen Unternehmens. Nachdem die Keime beseitigt sind, trocknen die Anzüge an der Luft.

Von vielen Seiten erhielt die Firma Unterstützung. Beim Bau der Spezialanfertigung sorgte ein Elektriker für den wichtigen Türmechanismus. „Erst wenn die Tür fest verschlossen ist, schalten sich die Röhren ein. Denn das Licht darf nicht in Kontakt mit dem Menschen kommen. Das ist so sichergestellt“, sagt Sinner. Mit der Wirtschaftsförderung und dem Gesundheitsamt entwickelten die Unternehmer außerdem ein Hygienekonzept, damit die Testveranstaltung über die Bühne gehen durfte. Einige Auflagen mussten sie hierfür erfüllen. Zum Beispiel durften die Sportler keine Duschen und Umkleiden benutzen.

Analyse durch Schwimmtrainerin

Doch auch ohne die Corona-Krise hätte sich etwas an den bisherigen Neopren-Tests ändern müssen. „Diese Veranstaltungen sind die letzten 30 Jahren überall ohne Desinfektion gelaufen. Hygieneregularien, wie sie zum Beispiel der Schwimmverband für Schwimmhilfen hat, gab es nicht. Dementsprechend mussten diese erst einmal festgelegt werden“, erklärt Voß.

Mit Hilfe des Spezial-Schranks und den Hygieneauflagen haben sich am vergangenen Wochenende sieben Kunden im Bergkamener Naturfreibad die Neopren-Anzüge genauer angesehen. Damit sich die Athleten beim Kauf nicht nur auf ihr Bauchgefühl verlassen mussten, analysierte Schwimmtrainerin Silke Wende das Schwimmverhalten und die Hydrodynamik der Sportler: „Es ist wichtig, den richtigen Anzug zu finden. Schließlich gibt er den Triathleten Auftrieb und sie liegen besser im Wasser“, sagt sie.

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