Volleyball

Neues Trainercasting bei den TuS-Damen

+
Nach drei Jahren wird Michael Salaw seine zweite Amtszeit als Trainer der TuS-Damen beenden.

Bönen – Mitten in der entscheidenden Saisonphase der Volleyball-Verbandsliga hat Michael Salaw mitgeteilt, dass er seinen Trainerposten bei der TuS Bönen nach dem letzten Spiel niederlegen wird. Für die Damen ein schwerer Verlust, die gewonnene Zeit durch die frühzeitige Entscheidung, die Salaw am Wochenende offiziell machte, wollen sie jedoch nutzen.

„Wir hatten es uns bereits gedacht“, waren Nadine Wilmes und ihre Teamkolleginnen keineswegs überrascht über Salaws Schritt. Der Coach, der mit Zuspielerin Stella Salaw verheiratet ist und mit ihr im vergangenen Jahr ein gemeinsames Kind bekommen hat, begründete seine Entscheidung damit, dass er Abstand brauche.

Zweijährige Pause zwischen beiden Amtszeiten

Er legt im Sommer zum zweiten Mal sein Amt in der Goethehalle nieder, nachdem er 2015 aufgehört hatte und 2017 wieder zurückgekommen war. Damals hatte das Experiment mit Nachfolger Jochen Schönsee nur eineinhalb Jahre gehalten und Hardy Linke, der die Saison zu Ende coachte, hatte aus Zeitgründen eine weitere Zusammenarbeit abgelehnt.

Ein ständiges Auf und Ab

Es waren keine leichten Jahre für Salaw. Zunächst konnte die TuS die vielen Abgänge nach Platz drei in der Verbandsliga nicht kompensieren. Das Team stieg unglücklich in der Relegation nach einer Spielzeit mit acht Siegen ab. Es folgte trotz eines weiteren personellen Umbaus der direkte Wiederaufstieg – und gleich die nächste „verrückte Saison“, so der Trainer. Ständig musste er Ausfälle managen, Spielerinnen auf ungewohnten Positionen anlernen und hin- und hermanövrieren. Dass Bönen derzeit einen Punkt über dem Relegationsrang, um den es einen Dreikampf gibt, liegt, ist deshalb beachtlich. Direkt kann die TuS bereits nicht mehr absteigen. „Auf und ab – und jetzt hoffentlich nicht wieder ab“, muss der Trainer selbst über die ewigen Fahrstuhlfahrten mit seiner Mannschaft schmunzeln. Auch in seiner ersten Amtszeit ging es mehrmals hoch und runter.

Aktuelle Situation ist "belastend"

Die aktuelle Situation mit den zahlreichen Ausfällen bezeichnet er selbst als „belastend“, weil er sich andauernd über die Aufstellung Gedanken machen muss: „Das kann man mal machen, aber nicht andauernd.“ Salaw ist sich sicher, dass die TuS mit dem auf dem Papier zur Verfügung stehenden Kader sogar oben hätte mitmischen können.

Frischer Wind und Dankbarkeit

Vielleicht klappt das ja – ein erfolgreicher Endspurt vorausgesetzt – in der kommenden Saison. „Wir wollen den zeitlichen Vorteil nutzen und werden einen Aufruf starten, dass sich interessierte Trainer bei uns melden können“, sagt Wilmes, die in den ganzen Jahren mit Salaw eine der Leistungsträgerinnen war. Eine konkrete Idee haben die Bönenerinnen, die auch selbst aktiv suchen wollen, aber noch nicht. „Es ist eine Chance, frischen Wind reinzubringen“, so Wilmes: „aber zuerst sind wir dankbar, was Michael uns alles beigebracht hat.“

"Es ist eine Chance, frischen Wind reinzubringen, aber zuerst sind wir dankbar, was Michael uns alles beigebracht hat", sagt Nadine Wilmes.

Schwierige, aber notwendige Suche

Leicht, einen Nachfolger zu finden, wird es nicht. „Im Volleyball-Bereich sind Trainer schwierig zu finden“, erklärt Wilmes und greift auf die Erfahrungen bei der vergangenen Coachsuche zurück. Auch weil Bönen vor der Saison 2017/2018 lange ohne verantwortlichen Übungsleiter dastand, war Salaw damals überhaupt wieder eingesprungen. „Ohne Trainer ist es nicht sinnvoll“, ist Wilmes eine Selbstorganisation keine Lösung. Das merkte das Team zum Beispiel am vergangenen Sonntag, als sich Salaw beim Bezirkspokal eine Pause gönnte. „Das war ungewohnt“, gab die Angreiferin zu.

Ein Ersatz für Salaw muss also her, am besten schon vor dem Saisonende am 4. April, damit der Sommerfahrplan festgezurrt werden kann. Schließlich soll die TuS-Mannschaft nicht auseinanderbrechen. „Ohne Trainer keine Spielerinnen und ohne Spielerinnen kein Trainer“, beschreibt Wilmes das Dilemma, dass die Bönenerinnen in den kommenden Wochen lösen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare