Fußball

Nach dem Derby: TVG atmet durch, IG-Zweite hadert

Führung verspielt: Issam Benasaid (links gegen Flierichs Fabian Henkel) traf zum 2:0. Doch am Ende verlor die IG-Zweite.
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Führung verspielt: Issam Benasaid (links gegen Flierichs Fabian Henkel) traf zum 2:0. Doch am Ende verlor die IG-Zweite.

Gut gelaunt saßen Spieler und Fans des TVG Flierich-Lenningsen am Sonntag noch in der Spätsommersonne am Butterwinkel zusammen und plauderten beim wohlverdienten Bierchen über die ereignisreichen 90 Derby-Minuten, die gerade beendet worden waren. Die Erleichterung nach dem 4:2-Erfolg über die IG Bönen II, dem ersten Saisonsieg der Germanen, war greifbar. „Das tut mega-gut“, meinte Stürmer Gillian Daude.

Die Gäste sind dagegen nach ihrem 8:1-Auftakt in der Fußball-Kreisliga B1 endgültig auf dem Boden der Tatsachen zurückgekommen. Beide Teams haben vier Zähler und damit fünf weniger als Spitzenreiter SpVg Bönen II.

Am Butterwinkel zeigten beide Mannschaften, dass sie durchaus oben mitmischen können in dieser Saison. Qualitäten im Spielaufbau und in der Offensive sind vorhanden. Sie offenbarten jedoch auch Luft nach oben. Die Fliericher, die vor der Spielzeit erklärt hatten, ins Aufstiegsrennen eingreifen zu wollen, sind jedenfalls vorerst geerdet. „Jeden Sonntag wird es hart werden. Wir hatten letzte Woche (0:3 bei der SpVg-Reserve – Anm. d. Red.) ein Aha-Erlebnis, dass wir nicht die Einzigen sind, die in der Coronapause was getan haben“, meinte Daude.

Fliericher Ausgleich: Im Training einstudiert

Auch gegen die IG-Zweite drohte der TVG leer auszugehen. Die Gäste hatten 2:0 geführt, doch nach dem Anschlusstreffer von Florian von Glahn (34.) kippte die Partie. „Das hat was mit der Mannschaft gemacht“, sagte Daude. Nach dem Wechsel drehte Flierich auf. Das 2:2 (55.) war verdient – und für Vorlagengeber Daude ein Ergebnis der Arbeit im Training. „Das ist halt geil, wenn man genau den Spielzug zweimal in de Woche trainiert hat“, strahlte der Vorlagengeber. Er war bei einem Konter über rechts allen Bönenern davongestürmt, seine Hereingabe verwertete der eingelaufene Ferris Garroth.

Flierich dreht Rückstand im Derby gegen IG-Zweite

Flierich dreht Rückstand im Derby gegen IG-Zweite

Weniger gut gelaunt waren naturgemäß die Bönener. Die hatten gut angefangen, aber dann „haben wir uns selbst Stress gemacht“, meinte Fetih Erdem: „Wir wollten unbedingt Tore schießen“, sagte der Verteidiger dazu, dass sich seine Mannschaft in Führung liegend und in Unterzahl mehrmals auskontern ließ. „Wir machen es uns selbst schwer“, erklärte er auch mit Blick auf das 2:2 gegen Yunus Emre in der Vorwoche, als Bönen 1:0 und 2:1 führte, aber nur 2:2 spielte.

Zwei Platzverweise in einer Minute

Natürlich haderten sie im IG-Lager auch mit dem Schiedsrichter, der innerhalb einer Minute, der 61., Trainer Bülent Karakaya zwei Gelbe Karten zeigte und auch Raphael Thiemann mit der Ampelkarte vom Platz schickte. Es waren eher leichte Vergehen, die ein solch hartes Durchgreifen nicht nötig gemacht hätten, dennoch meinte Erdem: „Wir müssen disziplinierter werden und dürfen nicht so viel meckern.“

Tunahan Sancar klärte mehrfach bei Fliericher Kontern.

Dass Flierich vor und nach dem 3:2 durch einen abgefälschten Schuss von Philip Evert (75.) fast ungestört zahllose schnelle Angriffe fuhr und die Partie früher hätte entscheiden müssen, als erst in der Nachspielzeit durch Daude, ärgerte Trainer Karakaya. „Wir haben uns auskontern lassen“, sagte er und nahm die erfahrenen Spieler in Pflicht für mehr Ordnung zu sorgen. „Wir spielen immer hektisch.“

IG hält Aufstieg trotzdem im Blick

Karakaya hatte schon in den Wochen zuvor betont, dass es in den ersten fünf Partien vor allem darauf ankomme, irgendwie dreifach zu punkten, was den Bönenern nun jedoch zweimal bereits nicht gelungen ist. Erdem wollte nicht vom bezahlten Lehrgeld eines Aufsteigers sprechen, mahnte aber: „Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen.“ Die jüngsten Rückschläge haben ihn aber nicht entmutigt. „Das Ziel ist immer noch der Aufstieg, und das werden wir auch schaffen“, sagte er selbstbewusst.

In Flierich wollen sie erst einmal kleinere Brötchen backen. „Der Sieg war dringend nötig“, fand TVG-Coach Thorsten Müller. Die Teams der Liga scheinen jedenfalls eng beieinander zu sein. Die IG und die Germanen sind mit ihren vier Punkten immerhin Vierter und Siebter. Vorne thront mit der SpVg II eine Mannschaft deren Trainer Ralf Thiemann auch nach dem dritten Sieg in Folge tiefstapelt: „Bis zum Winter ist jeder Punkt ein wichtiger gegen den Abstieg. Danach schauen wir, ob wir uns weiter oben festsetzen können.“

Das dritte Derby der Saison steigt bereits am kommenden Sonntag am Rehbusch zwischen der SpVg II und dem VfK Norbögge, der mit nur einem Zähler dem Feld hinterherzuhinken droht.

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