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Mit gelben Zetteln, Handys und Listen: IG und VfK auf 2G gut vorbereitet

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Von: Markus Liesegang, Boris Baur

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Am Schulzentrum kontrollierte Sarah Thiemann gewissenhaft die Impfausweise.
Am Schulzentrum kontrollierte Sarah Thiemann gewissenhaft die Impfausweise. © Liesegang Markus

Personalausweis und Impfnachweis. Wer am Sonntag auf Bönener Boden – und auch anderswo – ein Fußballspiel schauen wollte, musste diesmal nicht nur an das Eintrittsgeld denken. Seit Mitte der vergangenen Woche hat die Landesregierung als Maßnahme gegen die steigenden Coronazahlen festgelegt, dass für Besucher der Sportanlage die 2G-Regel gilt. Für die Vereine bedeutete das ein Mehr an Kontrolle.

Bönen – Betroffen waren davon aus der Gemeinde am Sonntag der VfK Nordbögge mit zwei Seniorenpartien – darunter das Derby gegen die IG-Zweite – und die IG Bönen mit einem. Die SpVg Bönen war an diesem Wochenende auswärts im Einsatz, beim TVG Flierich-Lenningsen hatte die zweite Mannschaft frei, die erste spielte in der Mark. Ungeimpfte Spieler dürfen immerhin noch mit einem PCR-Test auflaufen, Trainer zumindest mit Schnelltest und Maske an der Linie stehen.

Zu übersehen war es am weitläufigen Schulzentrum jedenfalls nicht, dass neue Einlassregeln gelten. Zum einen war der Eingang am Kiosk zwischen Rasenplatz und Asche beim Spiel des Landesligisten IG Bönen gegen Vorwärts Wettringen mit Flatterband abgegrenzt, das Tor und der Nebeneingang zu. Und auch der Zugang vom Parkplatz Bachstraße zur Spielstätte, über den die Zuschauer sonst ebenfalls das Gelände betreten konnten, war versperrt. Dafür hingen überall gelbe Zettel mit dem Hinweis, dass nur Geimpfte mit Nachweis Zugang zum Platz hätten. Der befand sich einzig am Marie-Curie-Gymnasium neben der Beachanlage und wurde streng bewacht von Sarah Thiemann. Die Tochter von IG-Geschäftsführer Peter Thiemann scannte die QR-Codes auf dem Handy oder den Impfpass und ließ sich per Lichtbildausweis die Identität bestätigen.

Es wird auch mal eine pragmatische Lösung gesucht

Vorstandsmitglied Alim Keskin an der Kasse übernahm zudem den Sichtnachweis der Kontrolle per Stempel mit IG-Emblem. Den hatten die Bönener jedem Zuschauer und bereits einige Zeit vorher Spielern, Trainern und Betreuern auf die Hand gedrückt, nachdem durch die Kontrolle der Impfnachweis erbracht war. So wollten die Verantwortlichen sichergehen, dass sie auch wirklich alle Anwesenden erwischt hatten.

„Der Platz ist ja nicht so leicht abzusperren“, erklärte Peter Thiemann die große Anzahl Ordner an diesem Vormittag. Es gelang. Artig kamen alle durch den Eingang rein. „Wir haben schon jemanden nach Hause geschickt, der seinen Impfpass vergessen hatte“, sagte Keskin. Eine junge Frau aus Wettringen musste allerdings nicht zurück. Sie forderte ein Foto ihres vergessenen Ausweises per Whatsapp an. „Ich krieg den Nachweis bisher nicht aufs Handy und den sperrigen Ausweis hat man ja nicht automatisch dabei“, meinte die Münsterländerin. Sie fand die Kontrolle gut. Auch andere Gästeanhänger ließen sich bereitwillig kontrollieren. „In Ordnung finden wir es nicht, aber wir müssen damit leben“, meinte eine Fangruppe.

Mehraufwand, aber nicht so schlimm wie befürchtet

Einfacher als die IG hatten es die Verantwortlichen beim VfK. Der Platz an der Feuerwache ist umzäunt, hat nur einen Eingang, andere Türen sind nur zum Ballwiederholen. Dafür standen gleich zwei Heimspiele hintereinander auf dem Plan. Die Nordbögger Kontrolleure waren also länger draußen. Vier Mann kümmerten sich um das Sichten der Ausweise und das Eintrittsgeld – und denen war irgendwann ganz schön kalt. Deshalb war das Quartett froh, dass zumindest das B-Jugendspiel um 11 Uhr abgesagt worden war, weil die Saison in den ältesten beiden Juniorenklassen unterbrochen worden ist.

Beim VfK hatten sie bis zum Sonntag möglichst viele Impfausweise der eigenen Spieler gesammelt, damit das Prozedere nicht jedes Mal von Neuem durchgeführt werden musste, und außerdem gilt beim Training ja derzeit auch 2G. Am Eingang setzten sie das für die Mitglieder fort, hatten eine Liste bereitgelegt. „Das ist schon ein Mehraufwand“, meinte der 2. Vorsitzende Bernd Schütte, der mit seinen Kollegen im Verlauf des Tages rund 100 Personen kontrolliert hatte. „Viele waren gut vorbereitet und hatten den Impf- und Personalausweis schon parat“, sprach Dirk Schnieber von wenigen Problemen. „Ich hatte es mir dramatischer vorgestellt“, ergänzte Schütte.

Keine Probleme gab es auch in Nordbögge – dafür aber kalte Füße für Dirk Schnieber und Bernd Schütte (von links).
Keine Probleme gab es auch in Nordbögge – dafür aber kalte Füße für Dirk Schnieber und Bernd Schütte (von links). © Baur Boris

Spieler fragt wegen PCR-Test nach

Bei der IG-Zweiten fehlten vier ungeimpfte Spieler, bei der SG Bockum-Hövel III, dem Gegner der VfK-Zweiten, kamen einige mit PCR-Test. Einer davon hatte vor der Partie bei Schnieders angerufen, um zu fragen, ob der auch zum Spielen berechtigt. In Hamm hatte es deswegen seit Freitag ein Hin und Her gegeben.

Die Einführung der neuen Regeln für Spieler hatte am Wochenende doch bei einigen Mannschaften zu Personalproblemen geführt, viele waren aber auch komplett oder nahezu durchgeimpft. Aus der Gemeinde war die SpVg Bönen mit sechs Ungeimpften am stärksten betroffen. Spielausfälle hat es auf Kreisebene vermutlich nur einen gegeben: TIU Rünthe trat in der B2 nicht beim Königsborner SV II an. Vor Totensonntag hatte das Team noch gespielt und zurückgezogen ist die Mannschaft nicht. Das Spiel wurde 2:0 für den KSV gewertet.

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