Fußball

IG-Verteidiger Dotor-Ledo: "Landesliga macht mehr Spaß"

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„Hier ist im Training schon ganz anderes Feuer drin.“ IG-Verteidiger Miguel Dotor-Ledo (links) lobt das hohe Niveau der eigenen Mitspieler.

Bönen – Die IG Bönen hat den zweiten Aufstieg in Folge gefeiert. Auch Miguel Dotor-Ledo ist den Weg von der Kreisliga bis in die Landesliga gegangen, wenn auch nicht beide Jahre am Schulzentrum. In der vergangenen Saison hat er sich als unumstrittener Stammspieler in der Innenverteidigung etabliert und wurde von Trainer Ferhat Cerci als einer der Führungsspieler auserkoren.

Vor dem Saisonstart am Sonntag spricht der 30-Jährige, der in der Oberliga für Westfalia Rhynern und die Hammer SpVg Stammspieler war, über die neue Herausforderung, warum er sich auf die Landesliga freut und seine beiden Kollegen im Abwehrzentrum.

Sie haben die letzten Härtetests vor dem Saisonstart am Wochenende verpasst. Was war los und reicht es für den Meisterschaftsauftakt am Sonntag?

Ich habe in Beckum einen Tritt gegen das Schienbein bekommen, bin umgeknickt und hatte Probleme mit dem Außenband. Es wird aber besser. Ich denke mal, es wird gehen. Vielleicht war es ja auch nur der Schock.

Auch beim Trainingsauftakt hatten sie schon gefehlt. War persönlich genug Zeit, sich in der Vorbereitung die richtige Fitness zu holen?

Ich war im Urlaub in Mexiko und habe mir den Magen verstimmt, als ich wieder zurück war. Da musste ich ein paar Tage pausieren. Jetzt bin ich auf jeden Fall fit. Der Trainer hat ein gutes Programm gemacht, und ich habe auch selbst was getan.

Wie verlief denn die Vorbereitung im Allgemeinen?

Da muss ich erstmal die Neuzugänge ansprechen, die können uns wirklich alle weiterhelfen. Sie passen charakterlich gut rein. Man merkt, dass sie höher gespielt haben. Die Wege, die man erwartet, laufen sie auch, wo man sonst warten musste. Jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr beim Pass machen.

Der Verein kann nicht an dem Ort trainieren, an dem er seine Pflichtspiele austrägt. Eine unbefriedigende Situation oder ist das egal?

Wir haben das schon in der ganzen vergangenen Saison auch so gehabt, dass wir in Hamm trainiert haben. Und der Platz hat sich wesentlich verbessert mittlerweile. Unser Platz wird dagegen gar nicht gebraucht, höchstens für ein bisschen Leichtathletiktraining. Und dann ist es schön, wenn wir unsere Heimspiele haben, auf so einem guten Platz zu spielen. Das hat man ja auch nicht immer.

"Wir dürfen die Ergebnisse nicht überbewerten"

Die IG feierte in den Testspielen viele hohe Siege, trat aber oft nur gegen Kreisligisten an. Geben die Partien wirklich Rückschlüsse für die Saison?

Die Gedanken haben wir uns auch schon gemacht. Trotzdem muss man bei einem Kreisligisten erstmal 11:0 gewinnen. Das ist nicht einfach. Wir haben in den Spielen unsere Vorgaben bekommen, die wir umsetzen sollten. Das haben wir gut gemacht. Aber es ist schwierig gegen höherklassige Mannschaften, die anders spielen. Da muss man schauen, wie man es macht. Aber gegen Beckum haben wir auch 6:0 gewonnen. Wir dürfen die Ergebnisse nicht überbewerten, doch da sind wir vorsichtig. Ich bin guter Dinge.

"Wir sind kein gewöhnlicher Aufsteiger"

Als Aufsteiger bringt man ja eine Euphorie in die neue Liga mit und Siege in den Testspielen tun auch immer gut. Was erwarten Sie?

Als Aufsteiger ist man immer Underdog. Aber wir sind vielleicht kein gewöhnlicher Aufsteiger, denn wir haben Verstärkungen aus höheren Ligen geholt. Da ist die Landesliga nichts Neues für uns. Gegen Beckum haben wir jedoch gemerkt, dass wir nicht mehr die Zeit haben wie in der Kreisliga und Bezirksliga und den Ball eher spielen müssen.

Was ist denn der Unterschied zwischen der Landes- und der Bezirksliga?

Ob ich einen Riesenunterschied beziffern kann, weiß ich nicht. Ich habe selbst nur vor Jahren in Rhynern ein paar Spiele in der Landesliga gemacht. Ich denke, dass man den Ball mehr laufen lassen muss. Ich glaube, das ist das Rezept. Man sollte sich nicht groß in Zweikämpfe verwickeln und schnell spielen. Wir haben die Spieler, die das können.

 Sie sind selbst wie die IG aus der Kreisliga innerhalb von zwei Jahren in die Landesliga aufgestiegen, wenn auch nur das zweite Jahr in Bönen, da Sie vorher insgesamt zwei Jahre in Herringen waren. Wie groß ist die Freude, wieder diese Klasse erreicht zu haben, die sich ja schon durch die unparteiischen Linienrichter und eine andere Qualität der Akteure von den unteren Ligen abhebt?

Es macht viel mehr Spaß. Allein drei Schiedsrichter zu haben. Daran merkt man sofort, dass es in der Landesliga professioneller ist. Man kann sich ganz anders verhalten. In der Kreisliga konnte der Stürmer zehn Meter vor dir stehen, wenn der Schiedsrichter weiterlaufen ließ, weil er es nicht gesehen hat, musste man damit leben. Jetzt ist da jemand, der hebt die Fahne. Auch im Training macht es viel mehr Spaß. Da sind alles Jungs, die kicken können.

"Hier ist im Training Feuer drin"

Kann man sofort wieder dieses Niveau erreichen nach der Zeit auf Kreisliga-Ebene?

Gute Frage. Auf die Kreisliga war es wirklich eine Umstellung für mich. Da waren Jungs dabei, die kamen und gingen, wann sie wollten. Da waren wir manchmal nur fünf, sechs Mann beim Training und konnten nichts richtig machen. Hier ist im Training schon ganz anderes Feuer drin. Da kommt man ganz schnell wieder auf das Niveau.

Mit Youssef Bouaid haben Sie in der vergangenen Saison eine gute Innenverteidigung gebildet. Was zeichnet Sie beide aus?

Ich glaube, wir können uns immer aufeinander verlassen. Wenn mir mal einer durchrutscht, klärt er für mich und andersrum. Youssef ist auch herangewachsen im letzten Jahr. Er kann jetzt die Zügel in die Hand nehmen. Wir passen super zusammen.

Und was ist mit dem dritten etatmäßigen Innenverteidiger im Bunde, Wynal Medjignia, der erst im Winter vom BVH gekommen ist, jetzt aber seinen Rückstand aufgeholt hat?

Ich kenne Wynal ja noch aus Herringen. Er ist von der Physis her sehr stark, ist stark im Zweikampf und robust. Auf ihn kann man sich in jedem Zweikampf verlassen, dass er nicht aufgibt und sich den Ball erkämpft.

"Die Neuzugänge sind die Erwartungen ganz anders"

Die IG ist anhand der vielen Spieler mit Erfahrung in höheren Ligen, wie Sie vorhin selbst gesagt haben kein gewöhnlicher Aufsteiger. Was erwarten Sie von der Saison?

Schwer zu sagen. Wir müssen uns erstmal akklimatisieren und schauen, was für Gegner auf uns zu kommen. Das ist schon ein großer Unterschied. Ich wäre jedoch hier fehl am Platz, wenn ich nicht jedes Spiel gewinnen und nicht ganz oben stehen wollen würde. Ich glaube aber, das ist eher eine Frage für den Trainer.

Die IG wird von den den Konkurrenten allerdings schon als einer der Favoriten benannt.

Da muss man hier jede Saison mit leben. Der Druck auf den Verein ist einfach größer. Durch die Neuzugänge sind die Erwartungen ganz anders. Aber es gibt ja andere Vereine, die gute Leute geholt haben wie Bövinghausen, die werden das auch hören.

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