Meisterprüfung, die "Deutsche" und U25-Springpokal warten: 

Project One und zwei Top-Turniere fordern Lara Weber

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Lara Weber bei einer Hengstschau im Landgestüt Marbach. 

Auf die Kamener Springreiterin Lara Weber wartet zum Jahresabschluss ein doppelter Höhepunkt. Die 23-Jährige, die mit ihren Pferden lange Jahre in Bramey zuhause war, startet vom 12. bis zum 15. November im Finale einer hochkarätigen nationalen U25-Serie sowie bei den Deutschen Meisterschaften.

Beides wird parallel ausgetragen im münsterländischen Riesenbeck. WA-Mitarbeiter Markus Liesegang unterhielt sich mit der Sportsoldatin der Förderkompanie in Warendorf. 

Wie viele Teilnahmen an U25-Finals haben Sie bereits hinter sich? 

Also Aachen, das Finale, habe ich einmal geritten. Ich denke, es ist insgesamt jetzt das dritte Jahr. 

Mit welchen Pferden werden Sie in Riesenbeck starten?

 Mit Diathago wahrscheinlich und Bien Aimee de la Lionne. Ich weiß aber noch nicht, wie ich die Pferde aufteile. Ich muss mich entscheiden, welches Pferd die Deutsche bestreiten wird und welches die U25-Springen.

 Dieses Coronajahr hatten Sie wegen der geringen Zahl von hochklassigen Turnieren schon als ein kaputtes bezeichnet. Rettet das U25-Finale in der Hinsicht etwas? 

Es gab ja jetzt ein paar Turniere, aber so wie sonst ist es natürlich nicht. Es ist super, dass Riesenbeck jetzt die DM und das U25-Finale ermöglicht. Es ist natürlich nicht vergleichbar mit dem U25-Finale in der Aachener Soers und der DM in Balve. Das ist schon schade. Ich freue mich aber trotzdem, dass ich an diesen Wettbewerben teilnehmen kann. Das war ja Anfang des Jahres so nicht abzusehen. Es ist total schön, dass es das überhaupt gibt. 

Sie arbeiten ja schon ihr ganzes Leben lang mit Pferden. Wie hoch ist der Stellenwert von Turnieren, wenn man das überhaupt sagen kann? 

Schon relativ hoch. Deswegen sind wir ja hier bei der Bundeswehr, um erfolgreich auf Turnieren zu reiten. Ich reite ja auch viele Pferde von anderen Besitzern, da ist ja das Ziel, die Pferde zu präsentieren. Es ist für mich also schon sehr wichtig, dass Turniere stattfinden. 

Wo sind Sie überhaupt angetreten in diesem Jahr? 

In Riesenbeck bei einem internationalen Zweisterne-Turnier. Da war ich recht erfolgreich mit Diathago, dem Hengst vom Landgestüt, und war Siebte in der mittleren Tour. Ich habe noch Paderborn geritten, jetzt kommt Riesenbeck in der Halle. Mein junges Pferd Project One ist bis Bundeschampionat gegangen und hat jetzt Pause. Es waren letztlich genug Vorbereitungsturniere und Qualifikationen, so dass er Erfahrungen sammeln konnte, nachdem es im April, Mai wieder losgegangen war.

 Wie ist das bei den Turnieren, ist Publikum dabei? 

So gut wie gar nicht. Aber es ist halt schön ruhig und entspannt. Man merkt als Reiter aber nicht unbedingt, dass man dadurch weniger nervös ist. Viele sagen, die Pferde sind dann ruhiger. Aber auf den Turnieren, auf denen wir vorher waren, waren ja auch keine Menschenmassen, so dass man jetzt nicht sagen könnte, alles ist viel ruhiger. Vom Umfeld ist es natürlich deutlich weniger, weil ja nur die engsten Begleiter mitkommen können. 

Sie sind Pferdewirtin. Wie steht es um Ihre Ausbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin? Ihr Hengst Project One und seine Ausbildung zum Turnierpferd auf M-Niveau ist ja Unterrichtsinhalt und Meisterstück. 

Die Abschlussprüfung für den Meister ist im Februar. Dadurch, dass Project One das Bundeschampionat und M-Springen gegangen ist, ist das Ziel fast erreicht. Es kommen noch ein paar andere Sachen jetzt dazu, aber die Turnierziele haben wir trotz Corona erreicht. Ich schreibe jetzt noch Klausuren und Hausarbeiten. Im Februar ist dann die Abschlussprüfung mit dem Pferd. 

Sind Sie dann auch fertig mit dem Engagement bei der Bundeswehr, sprich Sportförderkompanie? 

Nein. Da bin ich auf jeden Fall noch bis Oktober nächsten Jahres. Wir werden ja immer für ein Jahr weiterverpflichtet. Es wird nach Leistung verlängert. 

Gibt es soldatische Verpflichtungen für Sie? 

Wir machen schon Lehrgänge bei der Bundeswehr, zum Beispiel Ende des Jahres vier Wochen. Aber im Alltag, wenn wir reiten, haben wir keine Verpflichtungen. 

Wie sehen Ihre Pläne aus, wenn Sie die Bundeswehr mal verlassen werden? Wollen Sie sich selbstständig machen?

 Schwierige Frage. Es kommt ja erst mal darauf an, mit Corona, was ich nächstes Jahr für Pferde habe. Bei entsprechendem Erfolg hätte ich ja die Möglichkeit, noch einmal zu verlängern. Und das andere steht dann wirklich noch in den Sternen. Also wenn, dann will ich eher selbstständig als irgendwo angestellt. Aber ich habe bestimmt zehn Pläne zur Hand. Ich mache mir natürlich jedes Jahr Gedanken, was passiert, wenn ich nicht mehr in der Sportförderung bin. Aber da mit mir ja verlängert wurde, ruhen diese Gedanken jetzt für eine gewisse Zeit.

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