Ringen

Matthäus Strzalka und die TuS Bönen kehren bald zurück

Matthäus Strzalka (oben) bewies zu Jahresbeginn eine gute Form – doch dann kam Corona.
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Matthäus Strzalka (oben) bewies zu Jahresbeginn eine gute Form – doch dann kam Corona.

„Zwei zweite Plätze und ein Titel“, erinnert sich Matthäus Strzalka. „Es war ein sehr erfolgreicher Start ins Jahr“, blickt der 16-jährige Ringer der TuS Bönen mit Bedauern auf die Turniere zum Jahresbeginn zurück.

Bönen - Beweisen wird er die gute Frühform nicht können. Die Meisterschaftssaison der Ringer, die eigentlich im August gestartet wäre, ist auf Landesebene wegen Corona komplett abgesagt worden. Dem Bönener Nachwuchsringer, in der vergangenen Kampfperiode noch als Gastakteur beim KSV Werries in der Bezirksliga-Ost aktiv, bleibt die Hoffnung auf einige Turniere im Herbst. Die sind angedacht, die Ausrichtung aber keineswegs sicher.

Matthäus Strzalkas letztes Turnier waren die Landesmeisterschaften der A-Junioren Anfang März, die er mit dem zweiten Platz beendete. Danach kam der Lockdown. Und eine lange Zeit des Nichtstuns folgte, wie der Ringer zugibt. „Nein. Ich hab eigentlich nichts gemacht in der Zeit.“ Trotzdem sei die Motivation da. „Die Trainer sorgen schon dafür.“ Einer davon, Vater Sebastian, beginnt in der kommenden Woche mit den Einheiten daheim. „Ist klar, dass Matthäus bisher nicht viel gemacht hat, wo doch die Perspektive fehlte. Dann fehlt doch auch der Antrieb“, zeigt dieser Verständnis. Ansonsten sieht Sebastian Strzalka keine Motivationsprobleme bei den Sportlern. Wie auch Trainerkollege und TuS-Vorsitzender Marvin Manz: „Aufs Training haben sich die Kleinen immer gefreut. Jetzt nach der langen Pause kommt dann auch noch die natürliche Freude an der Bewegung dazu.“ Es gebe auch einige, die „heiß“ auf Wettkämpfe seien.

Training soll nach den Ferien starten

Das reguläre Jugend- und Seniorentraining in der Halle der Goetheschule soll nach den Sommerferien starten. Welche Schutzmaßnahmen in welchem Konzept dann gelten, ist situationsbedingt noch offen. „Aber wir haben vor Jahren schon die Datenschutzverordnung umsetzen müssen, jetzt notieren wir eben die Kontakte“, zeigt Sebastian Strzalka keine Scheu vor der notwendigen Bürokratie. Schlimmer fände er es, kleine Trainingsgruppen einrichten zu müssen, deren Mitglieder nicht wechseln dürften. „Wie soll das funktionieren bei mehr als 30 Kindern. Wie entscheide ich, wer dann zuhause bleibt.“ Die Abteilung ist groß, das Interesse am Training auch. „In unserer Whatsappgruppe wurde ständig gefragt, wann es wieder losgeht“, so Strzalka.

Ansonsten plant das Trainerduo der TuS, unterstützt durch Stefan Schwark, ein „normales Training“, wie Strzalka sagt. „Aber ich denke, unsere Ringer müssen was aufholen, also ein bisschen mehr machen.“ Zunächst gelte es, zu schauen, was noch sitzt. In der Coronaauszeit war es schließlich unmöglich, irgendwelche Entwicklungen auszumachen oder gar zu fördern. „Wir arbeiten jetzt auf die Turniere hin, von denen ich hoffe, dass sie spätestens im Januar stattfinden werden“, so Strzalka.

Ein reines Trainingsjahr für die Ringer

„Es wäre schön, wenn die Saison stattfinden würde. Aber ich sehe es schon ein, dass man vorsichtig ist“, erklärt Matthäus Strzalka. Dem schließt sich Marvin Manz an. „Ich persönlich habe mich auf die Saison gefreut“, sagt er. „Es ist schon komisch, ein Jahr ohne Ringen. Es bleibt ein reines Trainingsjahr.“

Der Ringerverband entschied schon im April, dass die Saison 2020 nicht stattfinden wird. Und das endgültig, auch wenn der Deutsche Ringerverband zwischendurch monierte, dass der Landesverband zu früh die Flinte ins Korn geworfen haben. Die Bundesligasaison soll wohl auf freiwilliger Basis stattfinden. „Unser Präsident Jens Nettekoven ist da sehr zurückhaltend. Ich persönlich kann damit auch leben“, sagt der TuS-Vorsitzende und aktive Ringer Marvin Manz. Er liefert die nachvollziehbare Begründung des Ringerverbandes NRW gleich nach. Geschäftsführer Carsten Schäfer habe in der Entscheidungsphase auf Nachfrage zahlreiche Rückmeldungen der Vereine mit dem gleichen Tenor bekommen. „Allen Vereinen fehlte die Planungssicherheit, um eine Saison kurzfristig anzusetzen. Deswegen wurde sie von vornherein ganz abgesagt.“

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