Ex-RSVer verrät im Interview

Das sind Marius Schrages Ziele beim TSG Altenhagen

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Schließt eine Rückkehr nicht aus: Marius Schrage trainiert jetzt schon seit drei Wochen beim Oberligisten TSV Altenhagen.

Marius Schrage pendelt fast täglich von seinem „Noch“-Wohn- und Studienort Dortmund nach Bielefeld. Der Grund: Der 28-jährige Handballer ist seit dem 1. Juli beim Oberligisten TSG Altenhagen unter Vertrag. WA-Mitarbeiter Markus Liesegang sprach mit dem Linkshänder über seine Idee des Handballspiels.

Bönen – Das halbe Jahr beim RSV Altenbögge in der Landesliga vermisst Marius Schrage zwar jetzt schon, aber die sportliche Herausforderung zog ihn nach Ostwestfalen. 

Herr Schrage, schon voll dabei in Altenhagen? 

Tatsächlich. Der Vertrag gilt zwar erst ab dem 1. Juli, aber ich trainiere schon seit dreieinhalb Wochen mit. Im Augenblick ist es ganz schön stressig, mit Praktikum in einer Grundschule, Training und Wohnungssuche in Bielefeld. 

Sie stammen ja aus Bönen. Haben Sie vor dem kurzen Engagement in der Rückrunde der letzten Saison schon einmal für den RSV gespielt?

Bis zur C-Jugend, damals mit meinem guten Freund Malte Istel, mit Konny und Peter Volkmer als Trainer. Und auch Dirk Joneleit hat versucht, mir was beizubringen. 

Wie ging es sportlich weiter? 

In der B-Jugend bin ich zur HSG Unna-Lünern gewechselt. Trainer war dort Uli Seeliger, wenn ich mich recht erinnere. Es war ein wenig familiär bedingt. Mein Vater hat früher auch in Unna gespielt. Beim Soester TV habe ich mein erstes Seniorenjahr, damals in der Regionalliga, gespielt. Es folgten sechs Jahre in Hamm, dann das kurze Intermezzo bei den Sauerlandwölfen in Menden. Mein Bruder Phil, der ja aus Bergkamen zur HSE wechselte, war mit ausschlaggebend für das Engagement in Hamm. 

Warum haben sie Menden verlassen und sind dann zwei Klassen tiefer beim RSV wieder eingestiegen? 

Eigentlich war der Plan, nach meinem viermonatigen Auslandsaufenthalt in Menden weiterzuspielen. Das wurde dann unschön beendet, anders als abgesprochen. Der RSV ist ja auch ein ganz besonderes Konstrukt als Verein. Das Familiäre als Alleinstellungsmerkmal ist vielleicht zu hoch gegriffen. Ich hatte und habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Mitspielern. Es läuft aber viel neben dem Sportlichen auf dem Spielfeld. Zum Beispiel letzte Woche Beachhandball auf dem Hof Isenbeck, Nikolausfeier. Und, und, und. Thema Ehrenamt. Jeden Sonntag stehen dort Leute am Grill, kümmern sich. Das gibt es nicht überall. Die Bönener leben ihren Verein. 

Das letzte Halbjahr in Altenbögge rückblickend? 

Wie gesagt, ich mag dieses intensive Vereinsleben, neben dem sportlichen Geschehen. Ich wollte auf dem Platz natürlich etwas zurückzahlen. Die Erwartungen an mich waren hoch. Motto: Guck mal, der kommt aus der Oberliga. Dabei sind beim RSV doch einige, die höher gespielt haben. Meine Art zu spielen kam auf der Tribüne nicht immer an. Ich bin auf dem Feld kein angenehmer Mensch, das weiß ich. Ich spiele Handball mit Leidenschaft und Herzblut, will gewinnen. Und ich will auch, dass die anderen mitziehen, auch diesen Anspruch haben, den Sport ehrgeizig zu betreiben. Es geht also in jedem Fall um die Mannschaft als Ganzes. Die Altenbögger haben großes Potenzial, Max Röckenhaus zum Beispiel ist unfassbar talentiert. Sie konnten übrigens auch ohne mich gewinnen. Deswegen stört mich dieser Fokus auf meine Person. 

Hatten Sie noch andere höherklassige Vereine im Auge neben Altenhagen? 

Ja. Unter anderem auch den RSV. Ich brauche ja nicht Oberliga für mein Ego. Ausschlaggebend war das stimmige Komplettpaket bei der TSG. Die Trainingsbedingungen mit Sauna und Kraftbereichen sind optimal. Außerdem schmeißt die TSG ja nicht mit Geld um sich, um Spieler einzukaufen. Auf ein solches Konstrukt hätte ich keine Lust. Es gibt einen Familientag und scheint entsprechend zuzugehen. 

Sie wollten raus aus der Komfortzone, haben Sie als Grund für den Wechsel einmal angeben. Was ist gemeint? 

Im Dortmunder Raum ist es ja immer das Gleiche. Man kennt sich. Ich wollte eine neue Herausforderung, und das mit Abschluss des Studiums und Umzug auf mehreren Ebenen. 

Sportliche Ziele mit Altenhagen? 

Ich werde mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ambitioniert. Alle ziehen mit und alles läuft sehr professionell ab. 

Womit können sie helfen, Ziele zu erreichen? Stärken? 

Ich habe immer das Bestreben, meine Mannschaft besser zu machen. Der Ehrgeiz kann aber auch zu meiner Schwäche werden, ich bin sehr emotional und sensibel. 

Wie sieht denn Ihre entferntere Zukunft aus? Vielleicht Trainer, vielleicht Rückkehr zum RSV? 

Trainer könnte ich mir vorstellen. Es gibt den Plan, dass ich das irgendwann mal mache. Wenn es passt, fällt mir auch kein Grund ein, nicht nach Altenbögge zurückzukehren. Es gibt ja immer Vereine, die einem mehr am Herzen liegen als andere. Aber der Zukunft vorgreifen ist nicht mein Ding. Es gibt wichtigere Sachen als Handball.

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