Für High-School-Abschluss und zum Tennis in den USA

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Luisa Schulte-Tigges und ihre Gastschwester Alexa Martinez führten ihre Schule zur Championship.

Bönen - Die Frage, ob es Luisa Schulte-Tigges in den USA gefallen hat, kann man sich getrost sparen. Schließlich bestieg die Bönenerin schon am Montag wieder den Flieger an die Ostküste. Nach einem Jahr als Gastschülerin in Harve de Grace will die 17-jährige Tennisspielerin nun im Sommer 2016 auch ihren High-School-Abschluss in den Staaten machen.

Die Bönenerin könnte sich vorstellen an einem College in den USA zu studieren – und da sind die Voraussetzungen mit einem amerikanischen Abschluss besser. Der Traum der Spielerin vom TV Rot-Weiß Bönen wäre es, über den Tennissport ein Stipendium zu erhalten. „Ich habe zwischendurch immer mal überlegt, der endgültige Entschluss ist aber erst am Ende gekommen“, sagt sie über die Entscheidungsfindung. Jetzt lautet das Ziel im kommenden Frühjahr den SAT genannten Abschlusstest zu bestehen.

Ihr erstes Jahr an der Privatschule in der Kleinstadt Harve de Grace in der Nähe von Baltimore hat Schulte-Tigges richtig gut gefallen. Dabei wurde sie zu Anfang direkt ins kalte Wasser geworfen. Ihr damaliges Englisch bezeichnet die Bönenerin als „ausbaufähig“. Doch sie fand sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase „sehr gut“ zurecht. Besonders die Atmosphäre am Campus gefiel ihr: „Schüler und Lehrer sind da wie eine große Familie.“

Sofort in ihrem Element fühlte sich Schulte-Tigges natürlich auf dem Tennis-Court. Die Tochter ihrer Gastfamilie, Alexa Martinez, spielt ebenfalls begeistert, und ihre Schule legt einen Schwerpunkt auf den weißen Sport. Gemeinsam mit Martinez führte die RW-Spielerin ihre Schule ohne Niederlage zu den Championchips – einer Art regionalen Meisterschaft. Beim anschließenden Finalturnier behielt ihr Team die Oberhand. Und da die beiden „Schwestern“ die besten Spielerinnen der Veranstaltung waren, wurden beide auch als Einzel-Champions geehrt. Mittlerweile spricht die Bönenerin auf dem Platz automatisch mit ihren Gegnerinnen Englisch, lediglich bei einem verschlagenen Ball meckere die Bönenerin noch mit sich auf Deutsch, erzählt sie lachend. Die Amerikaner haben hingegen Probleme ihren Namen richtig auszusprechen. Das Sch und der Doppelname sind für US-Bürger ungewohnt.

Im krassen Gegensatz zu ihrem ansonsten tollen Jahr in den USA stand der 4. Dezember. An dem Tag, dass weiß die Bönenerin noch ganz genau, riss sie sich das vordere Kreuzband. Nach der Operation im Januar musste sie vier Wochen an Krücken gehen, erhielt ein viermonatiges Sportverbot und absolvierte währenddessen ein Reha-Programm. Die Verletzung zog sich Schulte-Tigges allerdings nicht Spiel mit dem gelben Filzball, sondern mit dem wesentlich größeren Basketball zu. Als die Tennis-Saison beendet war, suchte sie eine neue Sportart. Dank ihrer Größe von 1,88 Meter wurde der Coach des Basketball-Team auf sie aufmerksam. Doch gleich in ihrem ersten Spiel machte die 17-Jährige jene verhängnisvolle Bewegung, die sie ein halbes Jahr zum Zuschauen verdammte.

Zurück in Deutschland kehrte Schulte-Tigges bei ihrem Heimatverein am Südfeld wieder auf den Tennisplatz zurück. „Noch fehlt mir aber die Konstanz“, sagt sie, nachdem sie ein paar Turniere spielte und RW-Trainer Peter Haukamp bei Tennis-Camps für Kinder und Jugendliche unterstützte.

Mit Ausnahme der Verletzung hat sich das Jahr in den USA für Schulte-Tigges rundum gelohnt. Mittlerweile hat sie Freunde aus aller Herren Ländern, da an ihrer Schule hat viele ausländische Schüler sind – allein 70 waren im vergangenen Jahr angemeldet. Mit vielen kam die Bönenerin in Kontakt, und die meisten trifft sie bei ihrer Rückkehr nach Havre de Grace wieder. Mit einer Freundin, die aus Honduras stammt, plant Schulte-Tigges einen Besuch in deren Heimatland. Neben Ausflügen nach Philadelphia und in die Hauptstadt Washington war die Hochzeit der älteren Tochter ihrer Gastfamilie ein weiterer Höhepunkt. In Kansas stieß sie jedoch selbst mit dem stark verbesserten Englisch an Grenzen, kamen doch viele Gäste der Familie aus Chile. Einen Spanisch-Kurs hat Schulte-Tigges deshalb schon belegt, im kommenden Jahr will sie ihre Kenntnisse weiter vertiefen. und auf dem Tennisplatz wieder für Furore sorgen. - bob

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