Luisa Schulte-Tigges geht für ein Jahr in die USA auf eine Tennis-Highschool

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Die Bönenerin Luisa Schulte-Tigges will in den USA nicht nur Tennis spielen, sondern Englisch und Spanisch lernen.

BÖNEN -  Zehn Monate in die USA: eine andere Kultur kennenlernen, die Sprache richtig lernen – und Tennis spielen. Für Luisa Schulte-Tigges erfüllt sich ein Traum. Die 16-Jährige fliegt Mitte August als Austauschschülerin in die Vereinigten Staaten, genauer gesagt nach Havre de Grace, eine kleine Stadt in der Nähe von Baltimore. „Ich bin schon nervös“, gibt die Aktive des TV RW Bönen vor dem großen Abenteuer zu. Die Vorfreude überwiegt aber natürlich.

„Ich bin Amerika-Fan“, sagt Schulte-Tigges über sich selbst. Sie mag, „wie die Leute drauf sind“, die Architektur an der Ostküste und vieles mehr. Deshalb spukte in ihrem Kopf schon länger herum, dass sie ein Schuljahr in den USA verbringen möchte. Doch sie wollte dort nicht nur zur Schule gehen, wichtig war ihr auch, dass sie Tennis spielen kann. Schulte-Tigges schlägt seit 2004 beim TV Rot-Weiß Bönen auf, und das ziemlich erfolgreich zuletzt. In der abgeschlossenen Saison blieb sie in der Ruhr-Lippe-Liga in zwölf Partien sowohl bei den Damen als auch bei den U18-Juniorinnen ungeschlagen. Das Jahr in den Staaten will sie nutzen, um sich weiter zu verbessern. Deshalb war die Ansage an die Agentur, die ihren Aufenthalt in den USA organisiert, klar: Sie möchte an eine Schule, wo professionell Tennis gespielt wird, und auch die Gastfamilie sollte sich für diesen Sport begeistern können.

Dementsprechend war das Glück für die Bönenerin perfekt, als die Agentur ihr die John-Caroll-Highschool im nahe gelegenen Bel Air vorschlug, in der ein gutes Damen-Team spielt. In dem tritt auch die 15-jährige Alexa an, die Tochter ihrer Austauschfamilie. Ein kurzer Kontakt per Mail und Skype, dann stand fest, dass Schulte-Tigges das Abenteuer wagen wird. „Das Training dort ist viel umfangreicher, mindestens 14 Stunden die Woche. Außerdem gibt es einen Personal Coach für die Fitness“, sagt Vater Torsten Schulte-Tigges.

Luisa wird die Schule, wenn die Leistung stimmt, auf dem Platz vertreten, wenn diese bei Meisterschaftspartien gegen andere Highschools antritt. Zusätzlich hofft sie, ein paar Turniere bestreiten zu können, auf denen sie ITF-Punkte für die internationale Rangliste sammeln kann. Denn die Bönenerin, die auch noch Klavier spielt, hat noch einiges in ihrem Sport vor. Sie möchte sich in der deutschen Rangliste etablieren. In dieser Saison steigt sie von LK 13 auf 11 auf. Eine höhere Einstufung verhinderten Verletzungen in den vergangenen drei Wintern.

Und ist da sogar der Traum vom Profitum? Schulte-Tigges zögert, so weit hat sie noch nicht unbedingt gedacht. Aber reizvoll wäre es schon, diese Reisen rund um die Welt. „Ich bin nicht so eine, die zuhause rumsitzt. Unterwegs bin ich schon gerne. Und ich spiele gerne vor Publikum“, sagt sie. Ihr Vorbild ist übrigens Maria Sharapova, „weil sie genau groß ist wie ich, 188 cm, und ich den gleichen Spielstil wie sie habe“.

Doch natürlich ist der 16-Jährigen bei ihrem USA-Aufenthalt nicht nur Tennis wichtig. „Mein Englisch ist ausbaufähig“, sagt sie vorsichtig: „Deswegen gehe ich dahin, um das perfekt zu lernen.“ In der Highschool muss sie in den Fächern als Note ein C – hierzulande vergleichbar einer drei – erreichen. „Es ist nicht so, dass ich da nur rumsitze.“ Auch Spanisch wird sie nach den zehn Monaten wohl sehr gut beherrschen. Denn ihre Gastfamilie stammt aus einem spanischsprachigen Land.

So wird zuhause in Havre de Grace spanisch gesprochen und außerhalb des Hauses englisch. Eine perfekte Symbiose für das deutsche Mädchen. Für ihren Auslandsaufenthalt setzt Schute-Tigges sogar ein Jahr mit der Schule aus. Im Sommer käme sie in die elfte Klasse, das passiert jetzt erst 2015. Dann will sie auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium verlassen, um auf eine Schule zu gehen, in der Spanisch unterrichtet wird.

Momentan steckt die Bönenerin mitten in den Vorbereitungen: Visa beantragen, sich die nötigen Impfungen geben lassen, die Einreiseunterlagen ausfüllen. Und das Ganze im Eiltempo. Denn sie hat nicht nur recht kurzfristig erfahren, dass es mit den USA klappt. In ein paar Tagen unternimmt sie noch für drei Wochen eine Weltreise – einmal rund um den Globus. Da kommt etwas Stress auf. Aber wie gesagt, die 16-jährige Bönenerin sitzt nicht gerne rum. - bob

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