Kein Lauf am Förderturm im Januar

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Statt im Förderturm müsste das Küchenbüfett draußen in der Kälte aufgebaut werden.

Bönen – Wind und Wetter haben der größten Laufveranstaltung der Lauffreunde Bönen in 35 Jahren nichts anhaben können, und das ist angesichts des Termins am zweiten Sonntag im Januar keine Selbstverständlichkeit. Doch die Corona-Pandemie sorgt jetzt dafür, dass die 36. Auflage des 10-km-Rennens (30x Rund um Flierich, 5x Lauf am Förderturm) nicht ausgetragen wird – zumindest nicht zum gewohnten Datum.

Der frühe Zeitpunkt im Jahr wird der Veranstaltung aufgrund der aktuellen Corona-Lage zum Verhängnis. „Wir müssten alles außerhalb des Turms verlegen. Im Turm können wir den erforderlichen Abstand nicht einhalten“, sagt der 1. Vorsitzende Jochen von Glahn. Kuchenbüfett, Siegerehrung, Teilnehmererfassung und Ergebnisbüro – alle ehrenamtlichen Helfer wären stundenlang der Kälte ausgesetzt. „Wir müssen ja mit 3 Grad und Westwind rechnen“, meint von Glahn. Das wolle der Vorstand nicht so vielen Leuten zumuten.

Darüber hinaus gibt es weitere Fragen. Das 10-km-Rennen ist als Wendestrecke ausgelegt. Die Läufer, knapp 300 bis 600 waren insgesamt bei den vergangenen Veranstaltungen am Turm gestartet, kommen sich also am Wendepunkt nah und danach die schnellsten den langsameren entgegen. Die zwei Brücken unter der Werver Mark und über die Seseke sind weitere Nadelöhre. „Da ist der Abstand nicht zu gewährleisten“, sagt von Glahn.

Größerer Aufwand und große Unsicherheit

Das Team der Lauffreunde würde jetzt so langsam die Vorbereitungen für die Veranstaltung intensivieren. Erste Anträge sind schon oder müssten bald gestellt werden. Das Heft zum Lauf müsste gestaltet werden. Auch der Gemeinde hätte für die nächsten Schritte ein Hygienekonzept vorgelegt werden müssen. Da wurde es Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Angesichts der Unsicherheiten mit dem Virus und zuletzt steigender Infektionen zog der Verein nun einen Schlussstrich unter den Termin am 10. Januar 2021.

„Der Aufwand ist ungleich höher“, sagt von Glahn, ohne das jemand wisse, wie Anfang des Jahres die Corona-Situation aussehe. „Wir möchten ja auch nicht diejenigen sein, die den Virus weiterverbreiten“, stellt er klar. Ob die Sportler überhaupt wie in den vergangenen Jahren melden, stünde laut von Glahn zudem auf einem anderen Blatt. Von befreundeten Veranstaltern hat er von einer eher mauen Resonanz an Teilnehmern erfahren.

Hoffnung auf einen Termin im September

Alternativen wie sie andere Laufveranstalter derzeit ausprobieren, kamen für die Lauffreunde nicht in Frage. So werden Rennen über drei Tage gestreckt, oder es wird nur für eine Zeitmessung gesorgt, auf einen gemeinsamen Start dagegen verzichtet. „Das was unseren Lauf ausmacht, die Atmosphäre, wäre nicht gegeben“, findet von Glahn. Als erstes Rennen im Jahr ist der Turmlauf auch immer ein Treffen der Läuferfamilie. Und nicht zuletzt hätte der ausrichtende Verein Einnahmenverluste, weil der Verkauf im Inneren des Gemeinde-Wahrzeichens fehlen würde. Auch das Heft mit den Sponsorenanzeigen „können wir ja nirgendwo verteilen“, so von Glahn. Das würden die Lauffreunde sonst bei den anderen Veranstaltungen unter die Leute bringen.

Ihren Lauf am Förderturm ganz aufgeben, wollen die Lauffreunde 2021 allerdings auch nicht. Der Verein hat beim Verband einen Antrag auf Verlegung gestellt, peilt einen Zeitpunkt rund um September an. Sofern Corona auch dann noch ein Thema ist, könnte bei wärmerem Wetter immerhin draußen alles aufgebaut werden. „Wir gucken, ob es klappt“, warten der Vorsitzende und seine Vorstandskollegen gebannt auf eine Antwort.

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