Fußball

Der neue VfK-Coach Lenser beschwört die Einheit

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Ob von der Bank aus oder auf dem Platz: Lars Lenser (weißes T-Shirt) wird als neuer Spielertrainer des VfK Nordbögge künftig eine andere Perspektive auf das Geschehen haben.

Seit dem Wochenende, und damit zwei Wochen nach dem letzten Spiel der regulären Saison haben die Fußballer des VfK Nordbögge die Gewissheit, dass sie aus der Kreisliga B1 abgestiegen sind. Nachdem nur die SG Massen als A-Liga-Meister aufgestiegen ist und der SVE Heessen nicht, ist nach aktuellem Stand kein Platz mehr für das Team von der Feuerwache frei. Die Nordbögger hoffen zwar noch auf ein Hintertürchen, richten sich aber auf die Kreisliga C ein.

Am 7. Juli wird ein neuer Coach die Mannschaft dann zum Trainingsauftakt bitten. Lars Lenser hat sich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, nachdem der Verein nicht mit Sven Kaczor weiter zusammenarbeiten wollte und Andreas Bolst seine Zusage wieder zurückzog. „Das gehört sich nicht“, so Lenser zum Vorgehen von Bolst: „Das passte aber zur Gesamtsituation der Saison.“

Lenser, der im Juli 34 wird, ist im Jugendvorstand des VfK aktiv, betreute schon Juniorenteams an der Feuerwache und hatte den Trainerjob grundsätzlich im Hinterkopf, wie er sagt. Gemeinsam mit Robert Hietkamp, seinen Mitstreiter im Nachwuchsbereich, wird er im Herbst einen Kurs zur Trainer-B-Lizenz belegen. Einen C-Schein, wie ursprünglich vermeldet, besitzt er nicht.

Von der Schnapsidee zur guten Lösung

Dass die Wahl für den Posten letztlich auf ihn gefallen sei, bezeichnet Lenser selbst als „Schnapsidee“. Aber: „Ich habe dann zwei, drei Nächste drüber geschlafen“, und so nahm das Ganze Gestalt an. Die Mannschaft habe sich für eine interne Lösung ausgesprochen, erklärte der Vorsitzende Thorsten Würz, der mit Bolst eigentlich frischen Wind von außen hineinbringen wollte. Ein Co-Trainer aus den eigenen Reihen soll Lenser künftig unterstützen, wer ist noch unklar.

 „Für mich ist der VfK ein spezieller Verein. Da kann es nicht schaden, wenn man ihn kennt“, sieht Lenser sein Verständnis über die Gegebenheiten als Vorteil an und verspricht allen Akteuren unvoreingenommen gegenüber zu treten. Gleichzeitig macht der Offensivmann, der die vergangene Saison viele Partien verletzt verpasst hatte, als Spieler weiter. „Ich war ja Teil des Teams, das abgestiegen ist. Jetzt will ich mithelfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.“

Drei Abgänge und zwei Neuzugänge

Überhaupt haben große Teile der Mannschaft trotz des Abstiegs ihr Bleiben zugesagt. Mit Tobias Danielzik, Dennis Mrugalla und Kevin Garske verlassen laut Lenser aber drei Leistungsträger den Verein. „Zwei oder drei weitere Spieler wollen kürzer treten“, sagt der Coach, der wiederum Akteure aus der Zweit- und Drittvertretung für die Erste begeistert hat. Außerdem spricht Lenser von zwei externen Zusagen, wollte aber keine Namen nennen.

Überhaupt geht es dem neuen Verantwortlichen um Anderes. Die Nordbögger müssten wieder als eine Mannschaft auftreten, jeder müsse wieder für den Anderen laufen. „Auf dem Feld hatte ich in der vergangenen Saison nicht das Gefühl, dass wir eine Einheit waren“, sagt er. Allerdings waren die letzten beiden Auftritte mit den Siegen gegen den Tabellendritten Rhynern III (4:3)und im vorsorglichen Relegationsmatch gegen Bork II (6:2 n.V.)ein Zeichen, dass das Team noch zusammenhält. Das jede Woche hinzubekommen, ist das Ziel von Lenser: „Da muss jedes Spiel der Baum brennen.“

Da wäre auch Guardiola machtlos

Mit dem zur Verfügung stehenden Kader, wenn denn nicht wieder so Viele verletzt ausfallen, kann der VfK in der C-Liga oben angreifen. Lenser ist zunächst vorsichtig: „Wir müssen zuerst eine Einheit werden, dass kann auch fünf, sechs Spieltage dauern. Wir werden in der Hinrunde gucken, wie sich alles entwickelt.“

Eines ist für den neuen Coach zudem elementar: Die Trainingsbeteiligung muss wieder besser werden. „Beim Training waren oft nur sechs, sieben Leute. Da macht auch ein Guardiola kein Spitzenteam draus.“ Generell glaubt Lenser an den VfK, der nun zweimal seit 2016 abgestiegen ist. „In der Mannschaft und im Verein stecken Potenzial, auch für mehr als Kreisliga B“, sagt er. Der Absturz in die C-Klasse soll also nur vorübergehend sein, auch wenn der Weg nach oben vielleicht nicht gleich im ersten Jahr eingeschlagen wird.

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