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Für Lara Weber rückt das „Project One“ in den Vordergrund

Lara Weber und Diathago bei der fünften Etappe der Riders Tour 2019 in Paderborn.
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Lara Weber und Diathago bei der fünften Etappe der Riders Tour 2019 in Paderborn.

Auch für die talentierte Springreiterin Lara Weber verläuft das sportliche Leben nach den Lockerungen in der Corona-Schutzverordnung wieder ein ganz klein wenig normaler.

Bönen - Völlig normal wird die Restsaison 2020 für die langjährige Bönenerin, die für den RV Fröndenberg startet und jetzt in Warendorf arbeitet und lebt, natürlich auf keinen Fall. „Alle Events, die man sich vorgenommen hatte, sind gestrichen – wie die großen Turniere und die wichtige U25-Tour. Das Jahr ist kaputt“, sagt die 23-Jährige.

Und das ist besonders ärgerlich, denn ihre drei erfahrenen Pferde waren in der vergangenen Freiluft- und Hallensaison überaus erfolgreich und machten Hoffnung auf eine tolle Saison 2020 – bis das Coronavirus zugeschlagen hat und das internationale Turnier im März in Dortmund abgebrochen worden ist.

Weber bekam zuvor in Werne bei den Lenklarer Reitertagen das Goldene Reitabzeichen überreicht, gewann draußen in Greven die Westfalenmeisterschaft, war bei der Riders Tour in Paderborn sowie in einem Weltranglistenspringen im Oktober in Riesenbeck platziert.

In Münster in allen Springen der großen Tour platziert

Mit dem 14-jährigen Bie-Aimee De La Lionne, zuvor erfolgreicher Sportparnter von Derbysieger Toni Haßmann, war sie beim K+K-Cup in Münster in allen drei Springen der großen Tour platziert. In Dortmund, beim Signal Iduna Cup und bereits vor leeren Rängen, gelang ihr mit dem 9-jährigen Diathago, der den Ruheständler Christdorn als Nummer eins abgelöst hat, Platz sechs in einem 1,45-Meter-Springen. Und dann kam Corona...

Wann sie mit ihrem Hoffnungsträger aus dem Besitz des NRW-Landgestüts, gezogen von Diamant de Semilly aus einer Carthago-Mutter, wieder starten kann, bleibt offen. „Wir müssen mal drei, vier Wochen abwarten, dann gibt es vielleicht auch wieder mehr Veranstalter“, sagt Weber. Die „Abgesagt“-Vermerke auf den Internetseiten der Turnierorganisationen werden jedenfalls weniger, die Hoffnung wieder größer, dass Turniere wie Datteln, Rhynern oder Werne – ausgestattet mit Springen der schweren Klasse – durchgeführt werden können. Aber ein Ersatz für die U25-Tour beim CHIO in Aachen oder Auftritte in der Riders Tour sind das selbstredend nicht. Am Ende bleibt als Saisonziel die Deutsche Meisterschaft, die Mitte September in Balve stattfinden sollen.

Nur zwei Starts seit den ersten Lockerungen

Seit den ersten Lockerungen im Mai standen – und stehen – für die Reiterin aus der Sportfördergruppe der Bundeswehr gerade einmal zwei Starts im Turnierkalender. Dies bei Late Entrys für junge Pferde in Riesenbeck und Handorf mit ihrem 5-jährigen Nachwuchstalent Project One – und mit Erfolg. So belegte sie mit dem Hengst, gezogen aus Pilothago und einer Lamoureux-Mutter, den zweiten Platz mit der Wertnote 8,6. In der Prüfung auf L-Niveau waren sie ebenfalls platziert.

Denkbar wäre die Erweiterung ihres Turnierkalenders auf die Qualifikationen zum Bundeschampionat, die jetzt unter den gültigen Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt werden dürfen. Doch das ist nicht das obere Ziel. „Da muss man dem Pferd gegenüber fair sein“, sagt Weber, denn Project One, den sie seit dem vergangenen Dezember in ihrem Besitz hat, ist schlichtweg zu „grün“ für die Prüfungen, die für junge Pferde schon eine große Herausforderung sind.

Eine große Herausforderung für die Reiterin ist derzeit auch die tägliche Aus- und Fortbildungsarbeit mit Project One. Denn der Erfolg in ihrer Ausbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin ist unmittelbar auch mit dem 5-jährigen Youngster verknüpft. Er ist das Meisterprojekt in ihrer Ausbildung – daher auch der Name. Um den Meisterbrief zu erhalten, muss Lara Weber neben weiteren Prüfungen ein Jahr lang ein Pferd ausbilden – ein junges bis auf M-Niveau, ein älteres bis in die nächst höhere Klasse. „Da wäre es zum Beispiel mühevoller gewesen, Diathago von Vier- auf Fünfsterne-Niveau zu bringen“, sagt Weber. Auch deshalb, weil es international bis zum Ende der Ausbildung – wenn überhaupt – nicht mehr viele Events dieser Größenordnung geben wird...

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