Mit dem RSV Altenbögge in der Verbandsliga

Zacharias will‘s auch mit knapp 30 noch einmal wissen

Die Wucht am Altenbögger Kreis: Christopher Zacharias (17) will in der Verbandsliga noch einmal angreifen.
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Die Wucht am Altenbögger Kreis: Christopher Zacharias (17) will in der Verbandsliga noch einmal angreifen.

Der Ehrgeiz hat Christopher Zacharias noch einmal gepackt – und deshalb ist der Kreisläufer, der in der kommenden Woche 30 Jahre alt wird, auch beim RSV Altenbögge gelandet.

Bönen – „Es hat mich gereizt, in der Verbandsliga noch einmal anzupacken“, erklärt er seinen Wechsel, obwohl sein Terminplan durchaus schon voll ist – und bald noch voller werden dürfte.

Zacharias stammt aus der Jugend des TuS Eintracht Overberge, für den er auch in den Senioren debütierte. Danach spielte er lange beim HC Heeren in der Landesliga. Als das damalige Team zerbrach, ging er zurück zu seinem Heimatverein, ehe er es nach zwei Jahren noch einmal wissen wollte. Durch den Kontakt mit seinen ehemaligen Heerener Kollegen Tim Faber und den Nowaczyk-Brüdern wechselte er zu TuRa Bergkamen in die Verbandsliga und feierte prompt den Oberliga-Aufstieg. Dann stoppte ihn jedoch eine schwere Verletzung. Der Bruch des Sprunggelenks verurteilte ihn ein halbes Jahr zum Zuschauen. „Und als ich wieder anfangen konnte zu Laufen, kam Corona“, sagt Zacharias. In Heeren wollte er 2020 einen Neustart machen, doch nach der Vorbereitung und nur einem Saisonspiel war wegen der Pandemie schon wieder Schluss.

Kreisläufer als Ersatz für Jan Weber

Mit dem nahenden 30. Geburtstag, einem frisch gekauften Haus und sich ankündigendem Nachwuchs hätte mancher wohl gesagt: Bezirksliga reicht. Doch Zacharias wollte es noch einmal wissen. Der RSV suchte einen Kreisläufer, weil Jan Weber aus zeitlichen Gründen kürzer treten wollte. Giuliano Wöllert fiel sein alter Mitspieler aus Overberger Tagen ein, und so nahm der Wechsel nach Altenbögge kurzfristig im Juni seinen Lauf. „Das war gar nicht geplant. Aber es ist super, eine Chance in der Verbandsliga zu bekommen“, meinte Zacharias, der bei einem Elektronikgroßhandel in der Projekt-Abteilung arbeitet und in Kamen wohnt.

„Bisher macht es viel Spaß. Ich habe mich sofort mit allen verstanden, das Training mit den Jungs macht Spaß und der Verein ist auch super organisiert“, beschreibt der Neuzugang seine ersten Eindrücke.

Corona und Verletzung wirken sich aus

Die lange Unterbrechung wegen Corona, die durch seine Verletzung noch länger ausfiel, hat laut Zacharias Auswirkungen gehabt. „Ich bin nicht der Typ, der alleine läuft“, gibt er zu, dass sein Fitnesszustand im Vergleich zu früheren Vorbereitungsstarts geringer war. „Man merkt schon die lange Pause, der Körper war vielleicht auch mal etwas überfordert. Aber ich bin schnell wieder reingekommen. Handball ist ein bisschen wie Fahrrad fahren.“ Vor allem „war es ein tolles Gefühl, in der Halle den Ball wieder in den Hand zu haben“, hat Zacharias seinen Sport vermisst. Ein weiterer Grund, ihn wieder wieder intensiver zu betreiben.

Die Altenbögger Vorbereitung verlief durchwachsen, vor allem behindert durch die Ausfälle diverser Spieler. Max Röckenhaus verletzte sich schwer am Knie, andere Akteure mussten vorübergehend aussetzen, und auch Zacharias hatte zwischenzeitlich mit Adduktorenproblemen zu kämpfen. „Das wirft uns schon zurück, aber man liest ja, dass auch andere Mannschaften Testspiele abgesagt haben. Und uns haben Gegner abgesagt, weil sie nicht genügend Leute hatten. Die Testspiele sind vielleicht nicht so super gelaufen, aber da waren auch einige gute Sachen dabei. Wir müssen uns jetzt bis zum Saisonstart den Hintern aufreißen und dann werden wir unsere Punkte holen.“

Zacharias erwartet eine schwere Saison

Auch wenn der RSV offiziell in sein zweites Verbandsligajahr geht, kann er immer noch als Aufsteiger gezählt werden. Lediglich einmal trat er in der Vorsaison in der neuen Umgebung an – und verlor prompt. „Das wird eine schwere Saison, aber das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden, um die Klasse zu halten“, glaubt Zacharias, der es auch gut findet, dass in Bönen viele junge Spieler ins Team integriert werden.

Den Unterschied zur Landesliga sieht der 29-Jährige vor allem im Rückraum. „Da gibt es einige gute Shooter, da muss man sich in der Abwehr drauf einstellen. Ganz passiv mit einer 6:0 kann man da nicht spielen.“

Auch er selbst ist gefordert, denn auf ihn kommt beim RSV noch etwas Neues zu. Trainer Jens Schulte-Vögeling setzt ihn im Mittelblock ein. „Das ist für mich das erste Mal“, erzählt Zacharias. Bislang spielte er in der Defensive auf der Halbposition. Das Eins-zu-eins in der Abwehr zählt er eher nicht zu seinen Stärken, will sich dort aber auf jeden Fall verbessern. Im Angriff beschreibt er sich als Kreisläufer, der Lücken reißt, sodass die anderen Platz zum Werfen erhalten. Der eigene Wurf und das Stellen von Sperren? „Da gibt es Kreisläufer, die das besser können.“

Zum Beispiel sein RSV-Kollege Dominik Weigel. „Wir passen gut zusammen, auch neben der Platte. Ich glaube, wir können ein gutes Duo bilden, weil wir uns gut ergänzen.“ Durch die unterschiedliche Art zu spielen biete das gute Optionen für den Trainer, um den Gegner herauszufordern.

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