Coronavirus

Kontaktsport erlaubt - Bönener Vereine reagieren zurückhaltend

Intensive Zweikämpfe sind nicht geplant: Die Fußballer setzen im Training vorerst auf Sicherheitsabstand.
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Intensive Zweikämpfe sind nicht geplant: Die Fußballer setzen im Training vorerst auf Sicherheitsabstand.

Ab dem 30. Mai soll wieder Kontaktsport möglich sein. Jörg-Andreas Otte, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeinde Bönen, sieht das allerdings zurückhaltender. Und auch einige Bönener Vereine wollen es noch vorsichtig angehen.

Bönen - „Ab 30. Mai soll die Ausübung von Sportarten auch mit unvermeidbarem Körperkontakt und in geschlossenen Räumen wieder zulässig sein, ebenso der Betrieb in Hallenbädern. Sportliche Wettbewerbe im Kinder-, Jugend- und Amateurbereich sollen dann ebenfalls zulässig sein – die Nutzung von Umkleide- und Sanitäranlagen soll dann unter Auflagen gestattet sein“, heißt es im Nordrhein-Westfalen-Plan der Landesregierung vom 9. Mai. Also dürfen Fuß- und Handballer wieder ins Training einsteigen.

„Ich sehe das Stand jetzt so noch nicht gegeben“, verweist hingegen Jörg-Andreas Otte, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeinde Bönen, auf den letzten Paragrafen 19 der aktuellen Coronaschutzverordnung. Dort ist deren Gültigkeit auf den 5. Juni gesetzt. Vorsichtig agieren die Vereine. Die Sportler selbst sind zwar durchgehend „heiß“ darauf, mal wieder gegen den Ball zu treten. Sie sehen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Hygieneanforderungen oder rechtliche Fallstricke.

Bei der IG hat die Sommervorbereitung Priorität

„Wir wollen schon trainieren“, sagt Ferhat Cerci, Trainer der IG Bönen. Ein Konzept, die Sportanlagen an der Bachstraße nutzen zu können, habe der Verein noch nicht erstellt. Präsident Kemal Cakir suche aber das Gespräch mit der Gemeinde. Das Motto lautet Abwarten. Kein Problem an sich. „Wir hätten jetzt Ende Mai unser letztes Saisonspiel gehabt, dann ist Pause. Wichtiger ist für mich die Sommervorbereitung, die sollte möglich sein“, so Cerci.

Die Sommerpause vor Augen hat auch Niclas Arenz. Am Sonntag wolle sich die Mannschaft zum Abschluss noch einmal treffen, die Abgänge verabschieden, eventuell seien auch Neuzugänge zu Besuch, erzählt der Sportliche Leiter der SpVg Bönen. Richtiges Training bliebe außen vor – die Saison sei gelaufen. „Und drei, vier Monate nur trainieren, bringt doch nichts.“

Aus einem solchen Treffen würde vermutlich nichts werden, erfuhr SpVg-Vorsitzender Peter Hahnemann derweil. Der Eichenprozessionsspinner verhindert den Zugang zum Gelände. Ein Konzept für einen Trainingsstart sei der Gemeindeverwaltung noch nicht vorgelegt worden.

RSV geht vorerst nicht in die Halle

Weiter sind die Handballer des RSV Altenbögge. Am Freitag der vergangenen Woche hätte es das Okay der Verwaltung gegeben, Sonntagabend folgte eine Schulung der Übungsleiter. „Wir werden das Training auf die Mannschaften bis zur C-Jugend beschränken“, sagt der Sportliche Leiter des RSV, Tino Stracke. „Die C und die A werden auch starten.“ Den Trainern sei es aber grundsätzlich freigestellt, ob sie beginnen.

Die Umsetzung des Hygienekonzeptes werde beobachtet. Allerdings gehöre in die erste Vorbereitungsphase der Handballer zum Beispiel die Thematik Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination. „Wir werden jetzt mit 14-tägigem Outdoortraining beginnen. Wir werden am Samstag nicht in die Halle gehen“, erklärt Stracke. Die Halle am MCG bleibe zunächst außen vor. Dann fange RSV-Verbandsligacoach Jens Schulte-Vögeling überhaupt erst mit dem „echten“ Training an. Der Acht-Stufen-Plan des Deutschen Handballbundes solle verfolgt worden.

Vorsichtig ist man beim TVG Flierich-Lenningsen. „Wir wollen ins gemeinsame Training einsteigen“, so Thorsten Müller. Der Germanencoach will es aber langsam angehen, ohne Kontakt und mit Sicherheitsabstand. „Außerdem verzichten wir zunächst auf Abschlussspielchen.“ Es sei ja auch nicht schwierig, für den Butterwinkel ein Hygienekonzept zu erstellen, sieht Sebastian Schlieper für den Fußball grundsätzlich keine Probleme. Bauchschmerzen bereitet dem zweiten Vorsitzenden die Verpflichtungserklärung gegenüber der Gemeinde Bönen, dass der Verein voll umfänglich für die Umsetzung und Beachtung der Coronaschutzverordnung verantwortlich ist. Nach Rücksprache mit Juristen besteht die Befürchtung, dass der Vereinsvorstand persönlich haftbar ist. Unsicher sei auch, ob die Verantwortung auf die Sportler abgewälzt werden könne. „Wir klären das ab, auch, ob die Vereinshaftpflicht das trägt, sollte trotz allem etwas passieren.“

TuS-Volleyballerinnen auf Trainersuche

Die TTF und der VfK Nordbögge haben die Verpflichtungserklärung gegenüber der Gemeinde unterschrieben. „Wir haben es auch juristisch nicht prüfen lassen und setzen auf den gesunden Menschenverstand und die Eigenverantwortung der Leute“, erklärt TTF-Vorsitzender Martin Teumert. Außerdem sei die Teilnahme am Training freiwillig.

Momentan sei es verfrüht zu starten, meint Nadine Tewes, Sprecherin der immer noch trainerlosen TuS Volleyballerinnen. Fernmündlich feilen die Damen an einem Konzept, das dem Verein und schließlich der Verwaltung vorgelegt werde. Allzulange soll es aber nicht mehr dauern. „Wir haben ja einige Traineraspiranten in Wartestellung“, sagt Tewes. Und Mannschaft und der potenzielle Coach müssten sich ja kennenlernen.

Unklares kommt zunächst von der verantwortlichen Landesbehörde: „In dem Anfang Mai vorgestellten Nordrhein-Westfalen-Plan sind die für den 30. Mai 2020 angestrebten Öffnungen dargestellt. Die Landesregierung prüft gerade unter Berücksichtigung der schon im Nordrhein-Westfalen-Plan genannten Voraussetzungen (Infektionsgeschehen, passgenaue Standards) intensiv, unter welchen Bedingungen weitere Öffnungen im Rahmen des Nordrhein-Westfalen-Plans gegebenenfalls erfolgen können“, so ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei. Fachbereichsleiter Otte dürfte Recht behalten mit der Vermutung, dass ihm die neue Schutzverordnung sehr kurzfristig zugeht.

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