Fußball

TVG mit kompletten Kader in die Kreisliga B

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Sebastian Schlieper will mit dem TVG in der kommenden Saison wieder mehr Erfolgserlebnisse feiern.

Bönen - Der TVG Flierich-Lenningsen stolpert in den vergangenen Wochen mehr schlecht als recht Richtung Fußball-Kreisliga B. Mit mageren zehn Punkten und über 100 Gegentoren steht der Abstieg bereits fest. „Es ist gut, dass bald Sommerpause ist“, sagt der Vorsitzende Nils Böckmann, betont aber auch: „Wir werden den Abstieg gut verkraften.“

Das gilt allein schon einmal personell, denn alle Akteure haben ihre Zusage für die kommende Saison gegeben. Sebastian Schlieper, Toptorjäger und 2. Vorsitzender in Personalunion, berichtet, dass es zwar einige – auch intensive – Abwerbeversuche bei Spielern gegeben habe, letztlich entschieden sich aber alle für den Verbleib am Butterwinkel und die dortige familiäre Atmosphäre.

Für das Kreisliga-Oberhaus war das im zweiten Jahr nach dem Aufstieg allerdings zu wenig. „Wir müssen vielleicht anerkennen, dass, wenn in der A-Liga mit Kohle um sich geschmissen wird wie zuletzt, wir mit unserer Philosophie nicht weiterkommen“, gesteht Schlieper ein. Eine Neuausrichtung ist dennoch nicht geplant. „Wir könnten das“, erklärt Böckmann: „Aber es geht ums Prinzip. Wir stecken das Geld lieber in die Infrastruktur.“

So war der TVG in zahlreichen Spielen in diesem Jahr chancenlos, kassierte regelmäßig viele Gegentore, allein zehnmal mehr als vier in 28 Partien. Allerdings schlug sich die Germania auch unter Wert. „Unsere Verletzungen kamen zum unglücklichsten Zeitpunkt“, sagt Schlieper. In kaum einem Aufeinandertreffen mit den – zugegeben wenigen – Konkurrenten auf Augenhöhe kam Flierich nahe an die Bestbesetzung. „Drei, vier andere Teams waren genauso katastrophal wie wir. Aber die haben sich mit Spielern aus höheren Mannschaften verstärkt“, blickt Schlieper zur Hammer SpVg III und dem TuS Wiescherhöfen II, der zuletzt auf sein Landesligateam zurückgriff. Beim TVG liefen dagegen oft D-Liga-Akteure auf. Alles in allem war es aber „eine Saison zum Abhaken. So schlecht haben wir es nicht erwartet“, meint Schlieper.

Nun gilt es also, eine Klasse tiefer wieder Erfolge zu feiern. „Es sind alle motiviert, auch Toto“, sagt Schlieper und freut sich, dass Trainer Thorsten Müller ein Jahr weitermacht. Böckmann wünscht dem Coach, dass die Trainingsbeteiligung wieder besser wird. Die hatte bei der ‘Studenten-Mannschaft’ zuletzt aus verschiedenen Gründen gelitten. „Mit der Perspektive B-Liga, wo man auch mehr Spiele gewinnt und oben mitspielen kann“, so Böckmann, soll das besser werden. Schlieper sieht das ähnlich, warnt aber davor, zu blauäugig an die Sache heranzugehen. Die Absteiger der vergangenen Jahre hätten sich eher unten einsortiert. Sie waren allerdings nicht so stabil aufgestellt wie die Fliericher, befanden sich meist im personellen Umbruch.

Dennoch haben die Verantwortlichen versucht, den Kader aufzupeppen. „Wir haben den Wunsch, die Mannschaft in der Breite zu verstärken“, sagt Böckmann, berichtet aber von schwierigen Bedingungen: „Wenn jemand 70 Euro zahlt, sind wir gekniffen. Wir versuchen, mit unserem Umfeld zu überzeugen. Wenn jemand bereit ist, bei uns zu spielen, bekommt er die Vorzüge, die unser Verein hat – wie den Zusammenhalt und die Atmosphäre.“ So gibt es trotz vieler und langer Gespräche in Dominik Wienpahl erst einen fixen Zugang. Der Innenverteidiger kommt aus der A-Jugend des SSV Mühlhausen. Überhaupt wollen die Fliericher auf die Jugend setzen, obwohl die kleine Germania derzeit keine eigene stemmen kann. „Wir brauchen Nachwuchsleute. Leute, die eine neue Ära prägen wollen“, blickt Böckmann etwas weiter voraus.

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