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Tröster trifft in der Schlussminute zum RSV-Sieg

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Von: Boris Baur

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13 Sekunden vor Schluss entschied Luca Tröster die spannende Partie gegen Senden zugunsten der Altenbögger
13 Sekunden vor Schluss entschied Luca Tröster die spannende Partie gegen Senden zugunsten der Altenbögger © Baur Boris

Sonntagabend ist Krimizeit in Bönen. Doch die 165 Zuschauern in der MCG-Halle – darunter auch eine lautstarke Gruppe an Gästefans – werden beim traditionellen Tatort vermutlich nur noch gelangweilt gähnen, nach dem, was sie im Handball-Verbandsligaspiel des RSV Altenbögge gegen den ASV Senden gesehen haben. Durch ein Tor 13 Sekunden vor Schluss gewann der Gastgeber gegen den Tabellenvierten mit 25:24 (13:12).

Bönen – Verantwortlich für den Bönener Jubel zeichnete sich Luca Tröster mit einem beherzten Alleingang an der rechten Seite entlang gegen die in Überzahl agierende und dementsprechend weit aufgerückte Deckung der Münsterländer. „Das habe ich Eike Jungemann zu verdanken, der meinen Gegenspieler weggestoßen hat. Dann sehe ich, dass ich freie Bahn habe“, meinte der Torschütze, der mit einem Heber über ASV-Keeper Tobias Uphues abschloss. Tröster krönte damit eine spannende Partie und eine aufregende Schlussphase zugunsten der Altenbögger. Das Spiel hätte aber auch einen anderen Ausgang nehmen können, da waren sich alle Beteiligten einig.

Die Begegnung war fast durchgehend ein einziges Hin und Her. Der RSV hatte sich zwar sieben Minuten eine 4:1-Führung herausgespielt, doch die war nicht nur sechs Minuten später wieder dahin, es sollte auch der höchste Vorsprung sein, den sich überhaupt eine Mannschaft in der gesamten Spielzeit erarbeiten konnte.

Sendens offensive Deckung bereitet RSV Probleme

Bönen hatte sichtlich Probleme mit der variablen, offensiv ausgelegten Deckung der Sendener, die immer wieder vorschoben und aggressiv Druck aufbauen. „Das ist im Seniorenhandball schon selten“, meinte Tröster. Die Altenbögger leisteten sich vor allem im ersten Durchgang einige unnötige Ballverluste, die der ASV zu Gegenstößen nutzte. Zum Glück für den Gastgeber gingen die Münsterländer mit ihren Gelegenheiten, auch aus dem gebundenen Spiel, etwas fahrlässig um. Dazu hatte Torwart Christian Ihssen einen starken Tag erwischt.

Es war aber bei weitem nicht nur Glück, was die Bönener in Schlagdistanz hielt. Ihnen gelang es gut, die schnelle erste Welle des ASV zu stoppen, was aufgrund der auch darüber hinaus hervorragenden Abwehrarbeit oft schon die halbe Miete war. „Wie die Jungs sich reingehauen haben, das war unglaublich. Sie haben alles rausgelassen, was ging“, imponierte RSV-Coach Jens Schulte-Vögeling die Vorstellung seiner Mannschaft.

Es geht ständig hin und her

Am Ende der ersten Hälfte hatte Altenbögge mit 13:12 die Nase vorne. Das war aber nicht mehr als eine Momentaufnahme, genauso wie das 15:13 durch Sören Feldmann. Danach legte bis zum 19:19 (46.) immer Senden vor. 20:19 RSV, 20:21 und 21:22 ASV – es ging weiter hin und her.

Dann bekamen die Bönener mit drei Toren in Folge Oberwasser. Beim Stand von 24:23 und Überzahl vertändelten sie aber den Ball, und Philipp Isenbeck sah beim Versuch, den Gegenstoß aufzuhalten, eine Zeitstrafe. Malte Eierhoff verwandelte den fälligen Siebenmeter 131 Sekunden vor Schluss. Der RSV warf kein Tor, hatte dann Glück, dass Eierhoff in der letzten Minute nur den Innenpfosten traf. Schulte-Vögeling nahm eine Auszeit, sein Gegenüber schickte seine Abwehr vor bis an die Mittellinie. Doch Tröster fand die Lücke.

Mit positiver Bilanz ins neue Jahr

„In der zweiten Hälfte war unsere Fehlerzahl etwas geringer, und wir sind am Ende cool geblieben“, nannte der RSV-Trainer Gründe für den Sieg. Auch Tröster sah „den kühleren Kopf“ bei Bönen; „Wir waren konzentrierter an Ende. Vielleicht war es auch glücklich, aber Hauptsache wir haben die zwei Punkte im letzten Spiel des Jahres.“ Die Altenbögger beschließen 2021 mit 9:7 Zählern auf Rang sieben der durch viele Spielausfälle schiefen Tabelle. Zwei Pluspunkte sind nur zu Platz neun, ab dem es eine Klasse runter geht.

RSV: Ihssen (1.-53.), Kleeschulte (53.-60.), Wollek (n.e.) – Gerke (2), Florian (3), Stoffer (1), Feldmann (4/3), Zacharias (1), Tröster (5), Fröhling, Ph. Isenbeck (3), Baeck (2), Jungemann (4)
ASV: Uphues (1.-60.), Lemcke (n.e.) – Klosterkamp (3), Ernst (1), Eierhoff (5/2), Hüging, Hintze (1), Starke, Janssen (4), Unkell (5), Schüring (1), Schlögl (4), Wieczorek, Otte (n.e.)
Siebenmeter: 3:5 (Feldmann 3/3 – Eierhoff 2/3, Klosterkamp 1/2)
Zeitstrafen: 5:3 (Isenbeck 2, Stoffer, Jungemann, Zacharias – Eierhoff, Schlögl, Wieczorek)
Spielverlauf: 4:1 (7.), 7:8 (14.), 10:10 (22.), 13:12 (30.) – 15:15 (35.), 20:20 (49.), 21:22 (52.), 24:22 (57.), 24:24 (58.), 25:24 (60.)

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