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Klubs buhlen schon um Spieler der IG Bönen - hilft ausgerechnet Türkspor Dortmund?

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Von: Benedikt Ophaus

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Verlässt Arif Et (links) schon bald die IG Bönen? Der Stürmer steht im Austausch mit dem Dortmunder Westfalenligisten BSV Schüren.
Verlässt Arif Et (links) schon bald die IG Bönen? Der Stürmer steht im Austausch mit dem Dortmunder Westfalenligisten BSV Schüren. © Rainer Gudra

An diesem Freitag kommt die Mannschaft der IG Bönen zum ersten Training nach der Krisensitzung am vergangenen Dienstag zusammen. Auch für Coach Ferhat Cerci dürfte es spannend sein, wen er tatsächlich zur Einheit begrüßen darf. 

Bönen - Denn nach dem Ausscheiden des bisherigen Geldgebers ist es beim Aufsteiger in die Fußball-Westfalenliga offener denn je, ob er tatsächlich am 14. August in die neue Saison starten kann.

„Die Mannschaft hat sich bereit erklärt, auch ohne Sponsor zu spielen, wenn es hart auf hart kommt“, sagte Cerci am Mittwoch zwar. Längst haben sich nach WA-Informationen aber zahlreiche Spieler bei anderen Klubs in der Region angeboten. Auch seitens einiger Vereinsverantwortlicher soll der Kontakt zu den IG-Spielern gesucht worden sein. Denn auch wenn die Wechselfrist abgelaufen ist: Lösen die Akteure bei der IG ihre Verträge auf, könnten sie noch bis zum 1. September von neu aufnehmenden Vereinen zu Vertragsamateuren gemacht werden und wären damit in der neuen Saison spielberechtigt.

BSV Schüren will Arif Et verpflichten

Der erste Spieler, der bei der IG das Weite suchen könnte, ist Arif Et. Der Angreifer, der auch schon für Borussia Dortmund II stürmte, steht im engen Austausch mit dem BSV Schüren, wie Dimitrios Kalpakidis, Trainer des Dortmunder Westfalenligisten, den „Ruhr Nachrichten“ bestätigte. „Wenn da kein Rattenschwanz dran hängt, kann ich mir gut vorstellen, dass wir den Spieler Arif Et verpflichten“, sagte Kalpakidis. „Wir müssen schauen, wie wir uns annähern können. Er arbeitet und lebt in Dortmund und dann auch noch in der Nähe von Schüren. Wir wollen ihn und versuchen, alles möglich zu machen. Aber es gibt Grenzen.“ Cerci stellte klar: „Aufgrund der aktuellen Situation des Vereins brauchen wir jeden Euro. Wir würden gerne alle halten – aber das können wir nicht. Arif Et ist dann so ein Spieler, der eine weite Strecke aus Dortmund fahren muss. Da wäre es für mich eine logische Folge, wenn er sich so entscheidet.“ Aber: „Was ich sagen kann, der wird kosten.“

Et wolle zunächst „die aktuelle Situation erst mal sacken lassen und gucken, wie sich alles entwickelt“. Der 29-Jährige hofft, „dass wir alle Charakter zeigen und weitermachen. Ich habe nicht ohne Grund um ein Jahr verlängert und stehe zu meinem Wort.“ Er wolle das Engagement bei der IG fortführen, „wenn es die Situation hergibt“.

Türkspor-Präsident Dr. Kara bietet Hilfe an

Dafür – und für den Verbleib weiterer Spieler – wird die IG aber wohl einen neuen Sponsor benötigen. „Wir brauchen unbedingt finanzielle Hilfe“, sagte Cerci. Vermitteln könnte die nun Türkspor Dortmund. Der Klub, der ebenfalls in die Westfalenliga aufgestiegen ist, soll nach WA-Informationen schon Kontakt zu IG-Spielern gehabt haben. Doch Türkspor-Präsident Dr. Akin Kara sagte den „Ruhr Nachrichten“, er wolle die IG unterstützen: „Wir hoffen, dass die Mannschaft in der Liga bleibt. Für die Region wäre es einfach schade, wenn ein Westfalenligist weniger dabei wäre.“ Und weiter: „Es gibt ein paar gemeinsame Bekannte, die als potenzielle Sponsoren infrage kommen. Über Dritte habe ich zu denen Kontakt aufgenommen.“ Kara ist sicher: „Es besteht noch Hoffnung.“ Dass ausgerechnet Türkspor der IG helfen will, verwundert. Vor wenigen Wochen lagen die Klubs rund um den Wechsel von Yasin Acar noch im Clinch. „Das ist eine asoziale Art, unterste Schublade. Das ekelt mich an“, hatte Cerci zu angeblichen Abwerbeversuchen der Dortmunder gesagt. „Ich habe sechs Monate mein Geld nicht bekommen und wollte deswegen zu einem neuen Verein“, entgegnete Acar damals, stellte einige Tage später aber klar: „Türkspor, die IG und ich haben uns zusammengesetzt und haben alles geklärt.“

Zahlreiche Klubs sollen Interesse haben

Acar hat die IG somit bereits verlassen, einige verbliebene Spieler des angeschlagenen Klubs dürften folgen – auch wenn sie dafür finanzielle Abstriche machen müssten. Einer der Klubs, der nach WA-Informationen mit Bönener Spielern in Verbindung gebracht werden, ist neben Türkspor Dortmund, dem BSV Schüren, dem ASK Ahlen auch der A-Ligist SG Gahmen. Hasan Kayabasi, Sportlicher Leiter des ambitionierten Lüner Klubs und früher in dieser Funktion auch bei der IG tätig, betont zwar, sich „bislang mit keinem Bönener Spieler getroffen“ zu haben. Er sagt aber auch: „Sollte es dazu kommen, können wir den Spielern sicher nicht das zahlen, was sie bei der IG bekommen haben.“

Dem schließt sich Erdal Akyüz, Trainer des A-Ligisten TSC Hamm, an: „Jeden aktuellen Spieler der ersten Bönener Mannschaft nehme ich mit Kusshand. Dann aber zu unseren Bedingungen.“ Akyüz lacht: „Da wird sich wohl niemand melden.“

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