Kein Fußball im Dezember - Für Bönener Trainer keine Überraschung

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Auch Ferhat Cerci, Trainer des Landesligisten IG Bönen, ist nicht überrascht von der Absetzung des Dezember-Spielbetriebs.  

Die Trainer der Bönener Fußball-Vereine hatten schon nach dem Aussetzen des Spielbetriebs im November damit gerechnet, dass in diesem Jahr nicht mehr gespielt wird. „Die Saison wird doch frühestens im März weitergehen“, sagte da schon Thorsten Müller, Trainer des TVG Flierich-Lenningsen.

Bönen – Am Mittwochvormittag machte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) wenig überraschend diese Vermutung dann offiziell und schickte die Vereine vorzeitig in die Winterpause. „Nachdem die spielleitenden Stellen den Spielbetrieb bereits für den November absetzen mussten, wird der Ball auch im Dezember nicht mehr rollen“, heißt es in der Verbandsmitteilung. Die Entscheidung hatte der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) in einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Vertretern des Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA) und den Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise getroffen. Die Vereinbarung gilt für alle Amateur- und Jugendspielklassen sowie für Freundschaftsspiele auf Verbands- und Kreisebene. 

„Nach den jüngsten Einschätzungen der Bundes- und Landesregierung ist nicht realistisch zu erwarten, dass der Spielbetrieb im Amateur- und Jugendbereich noch in diesem Jahr wieder zugelassen wird. Wir haben uns deshalb entschlossen, im Dezember keine Spiele anzusetzen“, erklärten der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn und der für den Jugendfußball verantwortliche Vize-Präsident Holger Bellinghoff. FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski begrüßte die gemeinsam getroffene Entscheidung: „Es ist dringend geboten, einerseits den Vereinen Planungssicherheit zu geben und andererseits der Gesellschaft zu signalisieren, dass wir den Vorgaben der Politik unbedingt folgen werden und nicht ständig um privilegierte Regelungen für den Fußball suchen.“ 

Wann die Saison fortgesetzt wird, hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen und den politischen Entscheidungen ab. „Denkbar ist eine verkürzte Winterpause und ein früherer Re-Start im Januar“, sagt Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball. Schwer vorstellbar ist dieser verfrühte Start ins neue Fußballjahr in Bönen. Nur der VfK Nordbögge hat einen Kunstrasen. Landesligist IG Bönen und B-Ligist Flierich spielen auf Rasen, die SpVg könnte auf Asche ausweichen. Außerdem ist der Spielplan im Januar und Februar schon durch eine Fülle an Nachholspielen blockiert. Nordbögge soll zum Beispiel sein erstes davon am 17. Januar bei Yunus Emre austragen. 

„Ob das Sinn macht? Der Februar ist ja der kälteste Monat im Jahr. Bei Frost kann man auch nicht auf Kunstrasen spielen“, sagt Thorsten Müller. Er meint, ein Durchspielen der Hinrunde ab März wäre möglich. Ob die Saison dann gewertet wird oder nicht, sei ihm egal. „Schön, wenn wir oben stehen würden, aber wir machen das ja eigentlich um des Sports willen. Ich denke, man sollte das Training in kleinen Gruppen erstmal erlauben, ohne Punkte im Hinterkopf zu haben, und dann einfach sehen, wie sich die Situation entwickelt.“ So könne man recht spontan in den Spielbetrieb wieder einsteigen. 

„Ich hätte ja schon vor der Saison gesagt, wir spielen die Hinrunde, teilen die Runde in oben und unten. Die untere Tabellenhälfte spielt um den Abstieg, die obere um den Aufstieg“, sagt Lars Lenser, Trainer des VfK Nordbögge. Für uns ist eine Wertung einer Hinrunde, Stand jetzt natürlich schwierig, weil wir so schlecht gestartet sind, aber sei’s drum. Wenn man überhaupt nicht gewertet würde, zöge es einen Rattenschwanz hinter sich her, wenn die höheren Ligen gewertet würden. Man hätte vielleicht vorher nicht so optimistisch sein sollen.“ Lenser meint zudem, dass Geisterspiele die Ansteckungsgefahr im Umfeld der Meisterschaftspartien minimieren würden. „Im Freiluftsport ist die Ansteckungsgefahr ja nicht so groß, aber Zuschauer unter Kontrolle zu behalten, das ist schon schwierig.“ 

„Ich hatte ja schon bei der Entscheidung, den November auszusetzen, gesagt, dass es eine vernünftige ist, und ich auch nicht mehr damit rechne, dass in diesem Jahr Fußball gespielt wird. Ich freue mich, wenn es irgendwann wieder normal läuft, ansonsten mache ich mir da keine Gedanken mehr drüber“, sagt Tayfun Basyigit, Trainer der SpVg Bönen. Es sei eine nervige Situation, „aber man hat ja keinen Einfluss darauf.“ 

Es sei ja vorher schon absehbar gewesen, erklärt Ferhat Cerci. „Vier Wochen Pause, dann trainieren und am 20. Dezember wäre sowieso Pause gewesen. Ich hab die Jungs trotzdem laufen lassen“, so der Trainer des Landesligisten IG Bönen. Cerci ist dafür, im Januar wieder zu starten, englische Wochen einkalkuliert. „Wir sind gefasst auf alles, es ist ja nichts absehbar. Und wir haben einen großen Kader, können diese Belastung stemmen.“ Die Hinrunde komplett spielen sei aber für ihn auch in Ordnung.

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