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Top-Stimmung bei der IG Bönen: Spiel in Ahaus wie ein Finale

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Von: Rainer Gudra

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Verspielte Jungs: Yasin Acar verpasste Serhad Gün mit einem Schnipser ein „heißes Ohr“, nachdem dieser in der Halbzeitpause des Roxel-Spiels bei einer Technik-Übung den Ball auf den Boden aufticken ließ. Jesse Kuhn, Ismail Budak (verdeckt) und Hüseyin Kücük hatten ihren Spaß daran.
Verspielte Jungs: Yasin Acar verpasste Serhad Gün mit einem Schnipser ein „heißes Ohr“, nachdem dieser in der Halbzeitpause des Roxel-Spiels bei einer Technik-Übung den Ball auf den Boden aufticken ließ. Jesse Kuhn, Ismail Budak (verdeckt) und Hüseyin Kücük hatten ihren Spaß daran. © Rainer Gudra

Es ist angerichtet: Die IG Bönen hat alle Chancen, bereits an diesem Wochenende die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga (4) perfekt zu machen.

Bönen - Ferhat Cerci bekam am späten Donnerstag einen ersten Vorgeschmack geboten: Leise hatte sich mehr als ein halbes Dutzend seiner Spieler während eines Pressegespräches angeschlichen, um ihn dann förmlich mit ihrer überschäumenden Freude zu überfallen. Was nach dem überzeugenden 7:0 (1:0) gegen den BSV Roxel noch eine Trockenübung war, könnte für den Trainer der IG Bönen am Sonntag gegen 16.50 Uhr im Stadion des SV Eintracht Ahaus zu einer feucht- fröhlichen Attacke werden.

Sollte dem souveränen Tabellenführer der Fußball-Landesliga (4) dort ein Dreier gelingen, wird sich die seit dem Vorbereitungsstart im Juli vergangenen Jahres gestiegene Anspannung explosionsartig lösen, weil das Ziel erreicht ist: Meisterschaft und Westfalenliga-Aufstieg.

Cerci: „Schauen nur auf uns“

Und selbst wenn „Verfolger“ SG Bockum-Hövel am Samstag beim SC Altenrheine verlieren und so der größte Erfolg in der IG-Vereinsgeschichte bereits vorab feststehen würde: „Egal, was da passieren wird, wir schauen nur auf uns. Für uns ist das wie ein Finale – die Jungs sind heiß und wir freuen uns alle darauf“, sagt Cerci.

Dass die IG Bönen ihr Saisonziel erreichen wird, steht sechs Spieltage vor dem Saisonende außer Frage. Offen ist eben nur wann. Der Optimismus ist groß, dass es bereits im Gastspiel beim Tabellensechsten gelingen wird. „Aber wir müssen da noch einmal 100 Prozent geben“, warnt der IG-Trainer davor, die Party zu früh zu starten, denn: „Ahaus hat eine starke Mannschaft, spielt sehr körperbetont und besitzt mit Cihan Bolat, der auch schon höher gespielt hat, und Lennart Varwick ein starkes Offensivduo.“ 43 von 50 Saisontoren der Westfalia gingen auf das Konto der Stürmer. Es wartet ein hartes Stück Arbeit auf die Defensive der IG Bönen, die zuletzt jedoch in vier Spielen in Folge ohne Gegentor geblieben ist.

Ohrschnipser für Technikfehler

Aber mit viel Freude lässt sich eben auch vieles leichter erledigen. Und da sieht es sehr gut aus in und um Cercis Kader. Die Stimmung ist herausragend gut, was sich gegen Roxel nicht nur auf dem Platz gezeigt hat. Als in der Halbzeitpause die Ergänzungsspieler bei einer Technik-Übung Stockfehler mit einem Ohren-Schnipser beim Kollegen „bestraften“, waren sechs verspielte Jungs zu sehen.

„Sind sehr ausgeglichen besetzt“

„Egal, wen wir rausnehmen oder reinpacken, egal, welches System wir spielen, egal, wie der Spielstand ist, wir sind sehr ausgeglichen besetzt“, hatte Cerci nach dem Kantersieg gegen Roxel gesagt. Und diese Wertschätzung bekommt jeder zu spüren. Die gute Stimmung im gesamten Kader verkörperte Jesse Kuhn. Der Verteidiger verlor seine gute Laune auch nicht, nachdem die vier Wechsel über die Bühne gegangen waren. Cerci suchte gleich das Gespräch: „Er ist ein super Beispiel, ein absoluter Teamplayer. Ich habe ihm gesagt, dass es mir leid tut für ihn und er hoffentlich im nächsten Spiel wieder die Möglichkeit bekommt.“

Mit voller Kapelle zum SV Eintracht

Ob es dazu kommen wird, weiß auch der Trainer noch nicht. Da mit Marcel Klemmer, Zübeyir Kaya und Adil Elmoueden das Trio wieder dabei sein wird, das gegen Roxel berufsbedingt fehlte, Damir Kurtovic und Yasin Acar ihre fünfte Gelbe Karte vermieden haben und ansonsten alle fit sind, hat er die Qual der Wahl. „Noch drei Leute mehr da“, sagt Cerci – und freut sich darüber. Personalmangel aus unterschiedlichsten Gründen hatte er lange genug. Und trotzdem Erfolg.

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