Erster Dan mit zehn Jahren

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Julia Mülleraktiziert auch Übungen mit dem Schwert, auf koreanisch heißt die Sportart Kung Jung Gum. pr

BÖNEN -  Pickepackevoll ist der Tag von Julia Müller: Morgens sechs Stunden Hellweg-Grundschule, dann noch diverse schulische Arbeitsgruppen, am späten Nachmittag oder frühem Abend entweder klassisches Ballett oder eben Kuk Sool Won, eine aus Korea stammende Kampfsportart, in der die erst zehn Jahre alte Bönenerin jetzt ihren ersten Dan holte.

Schon als Kleinkind war Julia Müller ein sehr aktives Kind, erzählen Mutter Cornelia Kalcic-Müller und Vater Ulrich Müller. „Und wir haben sie auch nicht dazu gedrängt, dies oder jenes zu machen“, sagen die Eltern. Über diverse Sportarten kam sie 2009 zunächst zum Hapkido bei der TuS Bönen. Im Herbst 2010 wechselte das Mädchen dann ins Kampfsportzentrum Unna. „Ich wollte weitermachen – allerdings mit richtigen Übungen – und nicht soviel turnen wie damals bei der TuS“, erzählt sie.

Bei den Trainern Karl-Heinz Gruber (7. Dan) und seiner Tochter Michelle Thomson-Gruber di Sacramento (5. Dan) ging es gleich zur Sache. Das Übungspensum ist enorm. Kuk Sool Won ist umfassender als Hapkido – beinhaltet über 3000 einzelne Techniken. Julia Müller fing mit einfachen Fall- und ersten Blocktechniken an, übte die verschiedenen Stufen des schnellen Stoßes. Inzwischen beherrscht sie über 200 einzelne Techniken und bestand die Prüfung zum ersten Dan. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Zehn Leistungsnachweise sind bis zum ersten Schwarzgurt zu absolvieren. Darunter befinden sich Formenläufe, quasi als Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner. Beim Bruchtest wird ein Brett mit Hand und Fuß zerschlagen. Dann gibt es noch den Freikampf und diverse Befreiungstechniken.

„Die finde neben der Selbstverteidigungstechnik wichtig für Mädchen“, sagt Mutter Cornelia, die die Tochter abwechselnd mit dem Vater zu den Trainingsstunden fährt: Julia Müller trainiert mittwochs von 17 bis 18 Uhr und freitags zunächst von 16 bis 17 Uhr Schwertkampf „Kung Jung Gum“ und anschließend Kuk Sool Won.

„Ich bin froh, dass Julia diesen Sport ausübt“, sagt die Mutter, „nicht nur, um mögliche Angreifer abwehren zu können.“ Durch die akribisch angegangenen Übungen lerne man, das Leben strukturell anzugehen. „Und außerdem dient die erfolgreiche Ausübung des Sports dem Selbstbewusstsein – die Körpersprache stimmt.“

Während zwischen den einzelnen Gurtfarben bisher, jeweils ein Vierteljahr lag, steht die nächste Schwarzgurtprüfung für Julia frühestens in zwei Jahren an. „Bisher war Kuk Sool Won Training, auf dem Weg zum zweiten Dan wird es zur Kunst“, meint Vater Ulrich. - ml

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