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Das zarte Pflänzlein Jugendfußball in Bönen soll wachsen

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Von: Boris Baur

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Die F1 ist eine von drei Jugend-Mannschaften der im Sommer neu angemeldeten JSG Bönen.
Die F1 ist eine von drei Jugend-Mannschaften der im Sommer neu angemeldeten JSG Bönen. © Thiemann

Im vergangenen Sommer tauchte ein neuer Name in der Sportlandschaft in der Gemeinde auf. Die Jugendspielgemeinschaft Bönen, kurz JSG, ist kein eigener Verein, sondern die Zusammenarbeit zweier Fußballklubs im Juniorenbereich. So wollen die SpVg und die IG den kickenden Nachwuchs zurückgewinnen. Mehr als ein Anfang ist nach einem halben Jahr natürlich nicht gemacht. Doch für die Verantwortlichen ist schon das ein Erfolg.

Bönen –„Das ist sehr gut angelaufen“, sagt beispielsweise Gültekin Ciftci von der IG. Und auch für Marco Wittwer von der SpVg „läuft es ganz gut. Das war die richtige Entscheidung.“

Falsch liegen sie mit ihrem positiven Fazit wohl nicht, das zeigt das Bild auf den Status Quo vor dieser Saison. Neben der florierenden Jugendabteilung des VfK Nordbögge fand sich in der Gemeinde nahezu keine Nachwuchsmannschaften mehr. In den Spielzeiten 2019/20 und 2020/2021 gab es bei der SpVg nur noch ein Team mehr. Bei der IG spielte die Jugendförderung lange Zeit gar keine Rolle, die jüngsten Versuche, eine Mannschaft zu gründen, scheiterten allesamt. Den letzten Anlauf erschwerten die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie erheblich. Der Hauptort der Gemeinde drohte im Jugendfußball von der Landkarte zu verschwinden. Viele Kinder und Jugendlichen wanderten in Richtung Kamen, Unna oder Hamm ab.

Zum Start eine C- und eine F-Jugend

Um dem Entgegenzuwirken, suchten die Verantwortlichen auf beiden Seiten das Gespräch, um Kräfte zu bündeln. Der erste Effekt. Eine C-Jugend und eine F-Jugend wurden als JSG-Teams im Sommer gemeldet. Wobei dazu zu sagen ist, dass die C nur als Neuner-Team aufläuft und die F ohne Wertung spielt. Doch im Verlauf des Halbjahres gab es weiteren Zulauf. „Wir hatten überlegt, mit der C auf eine 11er Mannschaft hochzugehen“, sagt Wittwer, der gemeinsam mit Daniel Bednarek und Patrick Horesji die SpVg-Seite vertritt. Wegen des mangelnden Interesses der Eltern haben die JSG-Verantwortlichen davon allerdings vorerst Abstand genommen. Ein logistisches Problem, denn irgendwie müssen die Spieler ja zu den Auswärtspartien im Fußballkreis Unna-Hamm kommen.

Das Team der Jugendspielgemeinschaft war nach der Quali-Runde übrigens in der Kreisliga C gelandet, in der Hauptrunde gab es vier Siege aus fünf Begegnungen bei stolzen 33:4 Toren. In der F-Jugend war der Andrang im Verlauf der Hinrunde so groß, dass zum neuen Jahr eine Mannschaft nachgemeldet wird. „Wir hatten so viele Kinder“, freut sich Wittwer.

Dennoch war und ist aller Anfang schwer. Schließlich ist mit zwei bis drei Nachwuchsteams nichts erreicht, die jeweiligen Jahrgänge müssen in die nächsten Altersklassen überführt werden, damit der Fortbestand gesichert ist. Und auch zu Beginn klappte längst nicht alles. So war statt der C-Jugend ursprünglich ein B-Juniorenteam geplant, was sich jedoch schnell wieder zerschlug. „Wir hatten so viel Durcheinander und alles war kurzfristig“, erklärt Ciftci: „Das braucht Zeit und Geduld. Ich habe damals schon gesagt, dass wird nicht alle von 0 auf 100 gehen.“

A-Junioren-Team soll entstehen

Deshalb wird nun langfristig gedacht. Nächstes Projekt ist eine A-Jugend-Mannschaft, für die aktuell ein Trainer gesucht wird. Die Gespräche mit Kandidaten laufen. Mit dem richtigen Coach – vielleicht schon ab Anfang des Jahres – wolle man dann die Spieler suchen, darunter auch Jungs, die früher schon bei der SpVg gekickt haben. Auch für die bestehenden Teams müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Dazu wird Unterstützung von außen angestrebt. Laut Ciftci, den von IG-Seite Ayhan Sezer und Osman Celik unterstützen, will die JSG finanziell nicht abhängig von IG-Präsident Kemal Cakir sein, der zum Startschuss Trikots spendiert hatte.

Mit Aktionen und Infostände, zum Beispiel bei Veranstaltungen des Go In, soll die JSG bekannt gemacht werden, um weiteren Nachwuchs anzulocken. Da muss einiges organisiert werden. „Die Zusammenarbeit ist sehr schön“, sagt Ciftci und Wittwer ergänzt: „Wir treffen uns regelmäßig unregelmäßig, und in der Whatsapp-Gruppe gibt es einen regelmäßigen Austausch.“ So soll der Bönener Jugendfußball langsam, Schritt für Schritt aufgebaut werden. Die Beteiligten wissen, dass viel Arbeit auf sie zukommt. Mut macht ihnen der Ausblick auf die neue Sportanlage am Förderturm, mit deren Fertigstellung die Rahmenbedingungen um ein Vielfaches besser werden. Bis dahin soll wieder eine solide Basis im Nachwuchs geschaffen werden.

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