Ein Jahr Nutzungsgebühr: Vereine urteilen verschieden

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Auf die Straße gingen zahlreiche Mitglieder Bönener Sportvereine 2012 wegen der Sportstättennutzungsgebühren.

BÖNEN - Groß war der Aufschrei bei den Bönener Sportlern, als die Gemeindeverwaltung 2012 ankündigte, Gebühren für die Nutzung von Sportstätten einzuführen, um den defizitären Haushalt zu entlasten. 2014 wurden die Regelungen nach langer Vorbereitung eingeführt. Zeit nach einem Jahr eine erste Bilanz zu ziehen.

Das Verständnis für die Entscheidung, die Sportstättennutzungsgebühren zu erheben, ist bei den Verantwortlichen noch immer vorhanden, obwohl die Kosten nun auf den Etat drücken. Das Entgegenkommen der Gemeinde, die ursprünglich von der Bezirksregierung Arnsberg anvisierte Summe von 114 000 Euro deutlich zu reduzieren, wurde von vielen honoriert. Dennoch ist es für die einzelnen Vereine nicht leicht, die 47 000 Euro, die sie gemeinsam bezahlen sollen, zu refinanzieren.

„Verstehen können wir es ja, aber wir können es nicht leisten“, gibt Jens Topel, der 2. Vorsitzende der Tischtennisfreunde, zu. Knapp 4000 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen, ein Betrag, der die Möglichkeiten der TTF weit übersteigt. Aus der Erhöhung des Mitgliederbeitrages von einem Euro hat der Verein um die 1200 Euro eingenommen, die ebenso wie die 500 Euro aus der Sportförderung der Sparkasse direkt an die Gemeinde gehen. Außerdem baute der Klub einige Stunden an Trainingszeiten in der Pestalozzi-Halle ab, verzichtete auch auf angedachte Lehrgänge in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Tischtennisbund (WTTV).

Für Topel ist das letzte Wort bezüglich der Gebühren noch nicht gesprochen. „Im Sommer wird es Gesprächsbedarf geben“, glaubt er, dass andere Klubs ebenfalls Probleme haben. Kein Verein soll daran zugrunde gehen, habe die Gemeinde bei der Einführung gesagt, so der TTF-Vorstand.

Sponsorgelder gehen direkt an die Gemeinde

Auch der RSV Altenbögge tut sich schwer. „Wir haben das Glück, dass das Sponsoring gut läuft. Wir haben da viel auf die Beine gestellt, aber wenn die wegbrechen, können wir den Laden dicht machen“, erläutert der 1. Vorsitzende Karsten Schilling: „Wir machen die ganze Arbeit fast nur für die Sportstättennutzungsgebühren.“ Für den Sport als solchen bleibt wenig. Die Kosten für die Stunden in der MCG-Halle belaufen sich auf etwa 3800 Euro. Und dabei profitieren die Handballer noch von einer Sonderregelung, weil sie nicht nach einzelnen Hallentrakten, sondern für das ganze Spielfeld abgerechnet werden. Auf verkleinertem Spielfeld macht das Training keinen Sinn. Stunden kann der RSV nicht abbauen. „Wir haben das Ziel erreicht, alle männlichen Altersklassen zu besetzen. Die Jugendarbeit brennt“, sagt Schilling: „Wir sind kapazitätsmäßig am Limit.“

Mehr dazu in der Printausgabe der Zeitung. - bob

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