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Vom Jäger zum Gejagten: Sven Serke bei der Hammer Laufserie

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Sven Serke, Dirk Pfeffer
Zuversicht vor dem Start: Vorjahressieger Sven Serke (l.) und Trainer Dirk Pfeffer. © Liesegang

BÖNEN ▪ Am Sonntag um 11 Uhr fällt der Startschuss zur Hammer Laufserie. Unter den mehr als 1300 Gemeldeten ist Sven Serke von den Lauffreunden Bönen. Der 33-jährige Vorjahressieger gilt als Favorit. Im Interview mit WA.de spricht er über den Reiz der Serie, seine Knöchelverletzung und die Ziele für 2011.

Herr Serke, Sie gelten als großer Favorit auf den Gewinn der Hammer Laufserie. Wer soll Sie schlagen?

Serke: „Ich würde mich nie selbst als Favoriten bezeichnen. Beim Silvesterlauf von Werl nach Soest gab es Nachwuchsläufer vom Marathon-Club Menden, die einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Ich bin gespannt, ob sie diese Leistung auch in Hamm auf die Bahn bekommen. Auch sonst gibt es ernst zu nehmende Konkurrenten. Der Vorjahreszweite Andreas Beulertz ist einer von ihnen.“

Worin liegt der Reiz der Laufserie?

Serke: „Für mich ist es die Weltmeisterschaft vor der Haustür. Das Starterfeld hat Masse und Klasse. Ich bin mir sicher, dass man in diesem Jahr unter 32 Minuten laufen muss, um die 10 Kilometer zu gewinnen. Der Wettbewerb ist außerdem sehr komprimiert: Drei Strecken binnen vier Wochen sind nicht nur sportlich, sondern auch trainingstechnisch eine Herausforderung.“

Inwiefern?

Serke: „Man muss das richtige Verhältnis von Training und Erholung finden. Im Training darf man sich nicht nur auf einen Lauf vorbereiten. In der Vorbereitung auf den 10-Kilometer-Lauf habe ich im Hinblick auf die 15 Kilometer immer wieder längere Einheiten eingebaut. Das eine erfordert auch eine andere Herangehensweise, eine andere Taktik als das andere. Ich habe schon ein paar Rennszenarien im Kopf, aber die Entscheidung fällt im Rennen je nach Situation sehr schnell.“

Die 10 Kilometer haben Sie verinnerlicht. Wie ist das bei den seltener gelaufenen 15 Kilometern – sind die schwer einzuschätzen?

Serke: „Jein. Ich habe den Silvesterlauf Werl/Soest genutzt, um die Distanz zu testen. Vor einem Jahr etwa bin ich viel zu langsam angegangen. Hinterher ist man immer schlauer. Diesmal bin ich schneller angegangen. Das war wesentlich besser. Die 49:11 Minuten waren persönliche Bestzeit. Das gibt mir Selbstvertrauen und viel Zuversicht für Hamm.“

Welches Ziel kann ein Titelverteidiger haben – außer den Titel zu verteidigen?

Serke: „Das ist mein Hauptziel in Hamm und wird schwer genug. Aber natürlich würde ich in diesem Jahr gern alle drei Läufe gewinnen, am besten mit drei neuen persönlichen Bestzeiten – so wie im vergangenen Jahr. Damit das klappt, muss alles stimmen: Wetter, eigene Form, Form der Konkurrenz. Außerdem: Letztes Jahr war ich der Jäger, in diesem Jahr bin ich der Gejagte. Ich bin zufrieden, wenn ich am Ende der Serie ganz oben stehe.“

Was macht die Knöchelverletzung, die Sie sich vor dem Silvesterlauf zugezogen haben?

Serke: „Seltsamerweise wird der Knöchel seit einer Woche wieder dick nach dem Training. Vielleicht war es falsch, dass ich mir keine richtige Pause gegönnt habe. Es ist nicht dramatisch, nur merkwürdig.“

Wir stehen noch am Anfang des Jahres. Welche Ziele haben Sie sich für 2011 gesetzt?

Serke: „Im Anschluss an die Laufserie werde ich mich mit meinem Trainer Dirk Pfeffer abstimmen. Ich werde die eine oder andere Meisterschaft laufen. Auch möchte ich in diesem Jahr meine Bestzeiten nach unten schrauben. Es wäre schön, wenn mir das schon im Frühjahr gelingt. Vielleicht ja schon in Hamm.“

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