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Immer noch keine endgültige Klarheit bei der IG Bönen

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Von: Patrick Droste

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Adem Cabuk (rechts) hat genauso wie Ersin Kusakci und Semih Yigit die Freigabe für einen Wechsel zu Türkspor Dortmund erhalten.
Adem Cabuk (rechts) hat genauso wie Ersin Kusakci und Semih Yigit die Freigabe für einen Wechsel zu Türkspor Dortmund erhalten. © Droste

Eigentlich sollte bis zum Wochenende eine endgültige Entscheidung fallen, wie es beim Fußball-Westfalenligisten IG Bönen nach dem Rückzug des Hauptsponsors weiter geht. Das hatte Ferhat Cerci zumindest Anfang der Woche erklärt. Jetzt aber ist der Beschluss noch einmal verschoben worden.

Bönen – „Uns erwarten noch einige turbulente Tage. Aber wir wollen uns am Wochenende nochmals zusammensetzen und werden dann bis Mitte der kommenden Woche abwarten, wie sich die Dinge entwickeln“, sagt Cerci, fügt aber auch offen und ehrlich hinzu: „Ich denke, es wird sehr schwer. Im Moment ist es eher unwahrscheinlich, dass es weiter geht. Aber zu 100 Prozent können wir das noch nicht sagen. Es müssen noch einige Dinge geklärt werden.“

Fakt ist aber, dass die IG Bönen bereits die ersten Verträge mit Spielern aus dem Kader für die anstehende Saison aufgelöst haben. So wurden Vereinbarung mit Kapitän Ismael Budak, der bereits vom Bezirksligisten ASK Ahlen vorgestellt worden war, genauso beendet wie die mit Arif Et (BSV Schüren), Ilker Algan (TuS Bövinghausen), Mohamed El Gourari (Cronenberger SC), Ersin Kusaki, Adem Cabuk (beide Türkspor Dortmund) sowie Kingsley Nweke (FC Iserlohn). Auch Semih Yigit, der ebenfalls zu Türkspor Dortmund wechseln möchte, hat bereits einen Auflösungsvertrag erhalten. Da er allerdings aktuell in der Türkei weilt, hat er diesen noch nicht unterschrieben. Zuvor hatten sich bereits Hüseyin Kücük (SVF Herringen), Ohan Güvercin (SC Neheim), Yasin Acar (Türkspor Dortmund) und Emre Demir (VfL Kamen) abgemeldet). Zu den Bedingungen für die Wechsel will sich Cerci allerdings nicht weiter äußern. „Über die Ablösesumme und sonstige Formalitäten haben wir Stillschweigen vereinbart. Aber wir haben die Situation im Sinne der Spieler gelöst“, sagt der Coach der IG Bönen.

Weitere Spieler haben sich noch Bedenkzeit erbeten und haben sich noch nicht entschieden, ob sie den Verein ebenfalls verlassen möchten. Allerdings ist laut Cerci die Wahrscheinlichkeit nicht sonderlich an, dass der Rest der Akteure weiter für den Aufsteiger zur Westfalenliga auflaufen wird: „Wenn von den zehn oder elf Spielern, die wir noch haben, zwei oder drei weitere sagen, sie gehen, dann reichen die sechs, sieben, die dann noch bleiben, natürlich nicht. Das kann sich daher alles sehr rasant ändern. Die nächsten Tagen werden zeigen, was passiert.“

Zudem, so gibt Cerci zu, sei es auch derzeit nicht möglich, Akteure von anderen Vereinen zu verpflichten. „Wenn man das alles früher gewusst hätte, hätte man anders reagieren können. Und wir wissen ja auch gar nicht, ob wir die bezahlen können“, sagt der Coach, der natürlich noch die Möglichkeit hat, Akteure aus der in die Kreisliga A aufgestiegene Reserve hochzuziehen, davon aber wenig begeistert ist. „Die Jungs spielen ja nicht ohne Grund in der Zeiten: entweder fehlt ihnen die Qualität. Oder sie sind zu alt. Oder sie können aufgrund ihres Jobs oder ihrer Familiensituation nicht regelmäßig trainieren. Und ein regelmäßiger Trainingsbetrieb ist nun mal die Grundlage für eine erfolgreiche Saison.“

Und dies sieht Cerci unter den gegebenen Umständen derzeit nicht gegeben und meint, es würde wenig Sinn machen, mit einer zusammengewürfelten und nicht unbedingt konkurrenzfähigen Mannschaft in der Westfalenliga anzutreten. „Das macht man vielleicht für zwei, drei Wochen. Aber wenn man dann so weit fährt und deutliche Niederlagen kassiert, bringt das nicht. Das ist dann auch mental für alle Beteiligten schwierig.“

Und daher macht sich auch Cerci intensiv Gedanken über seine persönliche Zukunft bei der IG, die er bis in die Westfalenligageführt hatte und mit der er gerne noch einen weiteren Aufstieg gefeiert hätte. „Wenn es wirklich so ist, dass am Ende nur noch sechs oder sieben Jungs übrigen bleiben, werde ich als Trainer auch nicht weiter zur Verfügung stehen“, stellt er klar.

Am Sonntag (15 Uhr) wird die IG Bönen aber definitiv im Kreispokal beim B-Ligisten SC Frönenberg antreten. „Das war schon vorher angesprochen, dass da die Zweite mit Trainer Gültekin Ciftci hinfährt“, betont Cerci.

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