Jahresversammlung im Lockdown

Mitglieder der TuS Bönen wählen ihren neuen Kassenprüfer online

Mitgliederversammlung im Netz: Die TuS Bönen zählte 29 Endgeräte bei der Jahresversammlung.
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Mitgliederversammlung im Netz: Die TuS Bönen zählte 29 Endgeräte bei der Jahresversammlung.

Ihre erste virtuelle Mitgliederversammlung erlebte die TuS Bönen am Freitagabend.

Hamm – Bei der Premiere der virtuellen JHV der TuS Bönen waren im Gegensatz zu den Präsenzveranstaltungen der vergangenen Jahre nur 28 Teilnehmer. Das heißt: 29 Geräte waren im Zoom-Meeting freigeschaltet. Allerdings saßen oft Pärchen zuhause vor dem Bildschirm. Angemeldet waren die Geräte nicht mit Nick- sondern mit Klarnamen, so dass die Jahreshauptversammlung einen offiziellen Charakter bekam.

Punkt 19.30 Uhr gab Schriftführer Arndt Möller die Sitzung frei. Vorsitzender Marvin Manz begrüßte die Vereinsmitglieder und erläuterte das Prozedere. „Abstimmen müssen wir ja eigentlich nur einmal, ein Kassenprüfer steht zur Wahl, deswegen wird es einfacher“, erklärte er. Nicht jeder fand die Funktion „Hand heben“ aber auf Anhieb. „Unter Chat gibt es bei uns ein Klatschen und Daumen hoch“, entdeckte Claudia Weitz, „kein Hand heben.“ Deniz Werth fand das korrekte Zeichen dann unter dem Menüpunkt Teilnehmer. Das Meetingwerkzeug Zoom hat offensichtlich verschiedene Oberflächen. Manz bat die Mitglieder noch, die Videofunktion auszuschalten, um eine reibungslose Übertragung zu gewährleisten. „Wenn ihr etwas sagen wollt, nutzt die Hand heben Funktion“, erklärte er weiter.

Zeitig beschlossen, Angebote auszusetzen

Viel los war nicht im Jahr 2020, erfuhren die TuSler anschließend. „Wir haben auch zeitig beschlossen, unsere Angebote auszusetzen“, erinnerte Manz an den ersten Lockdown. Das habe einige gewundert, viele hätten aber auch Verständnis gezeigt. Einzelne Abteilungen kümmerten sich rasch um Alternativen wie Online-Training oder entsprechende Kursangebote. „Es war einfach wichtig, in Kontakt zu bleiben“, so Manz. Hygienekonzepte für die zwischenzeitliche Öffnung der Sportstätten seien mit Hilfe des Gemeindesportverbandes und der Gemeinde schnell erstellt und genehmigt worden. „Die mussten wir natürlich auf die einzelnen Sportarten anpassen.“ Schwierig sei allerdings die Diskrepanz zwischen Beschlüssen auf Bundesebene und der Umsetzung im Land sowie den Kommunen zu verstehen gewesen.

Zweiter Lockdown sorgt für mehr Unzufriedenheit

„Der zweite Lockdown sorgte dann schon für mehr Unzufriedenheit“, sagte der Vorsitzende. Er sei aber erstens kein Virologe, würde die Vorgaben pragmatisch sehen und sie umsetzen, in der Hoffnung, dass Sport im Verein im Laufe des Jahres wieder möglich werde. „Wir haben in diesem Jahr ja auch unser 120-jähriges Jubiläum, das wir mit euch feiern wollen.“ Sportwartin Kim Varlemann fasste sich anschließend notgedrungen noch kürzer. „Wir hatten vor dem ersten Lockdown den Kinderkarneval als Veranstaltung“, erinnerte sie ans magere Vereinsleben 2020. Sportliche Veranstaltungen in Präsenz blieben aus.

Das Positive im Negativen entdeckte Kassierer Uwe Manz dann in der Bilanz. „Dadurch, dass wir keine Hauptamtlichen finanzieren mussten, stehen wir deutlich besser da als andere Vereine. Ein Hoch aufs Ehrenamt“, sate er. Das Plus in der Kasse durch eingesparte Ausgaben beträgt über 20 000 Euro. Da die Übungsleiter weniger Stunden leisten konnten, erhöhte der Vorstand sogar die Pauschalen für sie und die Sporthelfer. Investitionen wie die komplette Renovierung der Beachanlage und neue Umwerfpuppen für die Ringer ließen den Kassenstand nicht wirklich sinken. „Aber wir wollen in diesem Jahr noch einiges umsetzen“, sagte Manz. Vorsicht sei angebracht, das Senken der Mitgliedsbeiträge zunächst nicht. „Wir haben 120 Mitglieder verloren“, warnte der Kassierer. Den Vorstand entlasteten die Mitglieder in der Folge, als neuen Kassenprüfer wählten sie noch Dirk Lampersbach.

TuS wird in diesem Jahr 120 Jahre alt

Wäre da noch das Jubeljahr. Hapkido-Mann Jörn Vonhoff bat um Vorlauf, um ein ordentliches Programm auf die Beine stellen zu können: „Vielleicht sollten wir es gleich auf 2022 verschieben. Die 110-Jahr-Feier war eine super Werbung für den Verein“, erinnerte er. „Da kann ich dir nur zustimmen. Wir werden sicher nichts übers Knie brechen“, erklärte Marvin Manz zum Vorschlag. Wenn es absehbar sei, würde über einen Termin für die 120-Jahr-Feier beraten. Vergessen wurde übrigens die Wahl des Vereinsheims. Die Gaststätte Timmering, bis 2020 Ort der Versammlungen, macht nicht mehr auf.

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