Fußball-Kreisliga

Entscheidung um den Aufstieg wird ein Duell David gegen Goliath

+
Vor viereinhalb Jahren stand Gültekin Ciftci noch für die IG Bönen als Trainer an der Seitenlinie. J

Bönen -  Am kommenden Fronleichnamstag findet das erste Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga statt. Gegenüber stehen sich auf dem Sportplatz an der Heerener Straße der TSC Kamen (A2) und die IG Bönen (A1). Die souveränen Meister haben nicht nur türkische Wurzeln gemeinsam. Viele Spieler des TSC sowie das Trainergespann Gültekin Ciftci und Tuncay Sömnez haben zudem eine fußballerische Vergangenheit in Bönen.

„Ich hab ja den Kontakt zur IG nie verloren“, sagt der Bönener Ciftci. „Ich schätze auch Kemal Cakir (Präsident und Geldgeber der Bönener – die Redaktion). Es ist für mich ein reizvolles Spiel.“ Sein Herz schlage natürlich für seinen aktuellen Verein Kamen. „Wir haben in den letzten vier Jahren etwas aufgebaut“, begründet Sömnez. Der TSC-Trainerkollege spielte unter Ciftci bei der IG. Beide verantworten den Aufwärtstrend der Kamener aus der Kreisliga B an die Spitze der Kreisliga A (2).

 Sie sind auch nicht die einzigen mit fußballerischer Vergangenheit in Bönen: Björn Kempe, Fatih Korkmaz und Ahmed Keske spielten ebenfalls schon am Schulzentrum. Die Statistik beider Meister zeigt ein eindrucksvolles Bild. Die IG hat vor dem letzten Saisonspiel, dem Derby gegen Absteiger TVG Flierich-Lenningsen, elf Punkte Vorsprung auf „Verfolger“ TuS Uentrop. Die Kamener können die Saison beim Sieg über Hemmerde sogar ohne eine Niederlage beenden. 29 Siege und zwei Unentschieden ergeben ganze 15 Punkte Vorsprung auf den Zweiten SG Massen. „Es ist schon phänomenal, was die Jungs, insbesondere nach dem Ausfall von Engin Duman, geleistet haben“, lobt Sömnez sein Team. Der Torjäger, der in 16 Spielen sage und schreibe 40 Tore erzielt hatte, erlitt im Testspiel im Januar gegen den TSC Hamm einen Kreuzbandriss. „Da haben uns alle ja schon abgeschrieben.“ Es zeichne die Mannschaft aus, dass sie über die Jahre zusammengewachsen ist, erklärt Ciftci, dass dies nicht passierte. „Wir haben uns ja immer nur punktuell verstärkt, sind eingespielt“, so Sömnez, „bei uns gab es nie einen großen Umbruch. Wir stehen für Konstanz und geben kein Spiel verloren. Wir haben in bestimmt 80 Prozent der Spiele einen Rückstand aufgeholt.“

Für Umbruch stehe die IG. „Von den Spielern der IG kenne ich keinen mehr“, sagt Ciftci. „Außer deren Namen natürlich“, ergänzt Sömnez. „Ein Spieler von denen kostet doch soviel wie unser kompletter Kader.“ Deswegen sieht er sein Team am nächsten Donnerstag auch in der Rolle des David im Kampf gegen Goliath. „Der Druck liegt auch eindeutig auf der IG“, erklärt Ciftci, „wir werden auch gar keinen aufbauen. Wenn wir das erste Spiel verlieren, haben wir ja noch eine zweite Chance.“ Den einen Dortmunder Gegner würde Sömez gerne verhindern. Auch RW Germania wird ehemaliges Oberligapersonal aufbieten. „Ärgerlich ist, dass ein einziges Spiel möglicherweise die Leistung einer ganzen Saison relativiert.“

 Ciftci und Sömnez sind sich einig ob der Attraktivität der Partie. „Es wird ein Highlight für Spieler und Zuschauer werden.“ Einen Tipp zum Ausgang geben sie nicht ab. „Es wird eng werden“, vermutet Sömnez. „Wir haben phantastische Fans, die zu 100 Prozent hinter uns stehen“, erklärt Ciftci. Das Trainergespann bringt zu guter Letzt eine mitentscheidende Personalie ins Spiel: „Engin Duman ist seit längerem wieder im Lauftraining und wird im Kader stehen.“ Sein kongenialer Partner, Vorlagengeber Tutcu Tekkanat ist nach dem Bausenhagenspiel zwar angeschlagen, wird aber nicht geschont. „Wir wollen im Rhythmus bleiben“, sagt Sömnez vor dem letzten Saisonspiel am Sonntag beim Liga-11. Hemmerde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare