Semih Yigit trifft in Bönen auf Freunde und sogar seinen Cousin

IG-Neuzugang will mit Mentalität vorangehen

Viele Bekannte und sogar seinen Cousin trifft Semih Yigit bei der IG wieder. Für den 32-Jährigen, der seinen Aufwand reduzieren möchte, ein Grund nach Bönen zu wechseln.
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Viele Bekannte und sogar seinen Cousin trifft Semih Yigit bei der IG wieder. Für den 32-Jährigen, der seinen Aufwand reduzieren möchte, ein Grund nach Bönen zu wechseln.

192 Oberliga- und 32 Regionalligaspiele stehen in der fußballerischen Vita von Semih Yigit. Nun ist der 32-Jährige zur IG Bönen in die Landesliga gewechselt und soll mit seiner Erfahrung seinen Teil dazu beitragen, dass der ambitionierte Verein ein großes Wort im Aufstiegsrennen mitsprechen kann. Trainer Ferhat Cerci hat jedenfalls eine hohe Meinung von dem Allrounder, mit dem er bei der Hammer SpVg sogar noch selbst zusammenspielte. Wie Yigit mit den Vorschusslorbeeren umgeht, was für ihn auf dem Platz wichtig ist und warum er in die Landesliga gegangen ist, erzählt der Lüdenscheider im Gespräch mit Boris Baur.

Bönen – Trainer Ferhat Cerci hat jedenfalls eine hohe Meinung von dem Allrounder, mit dem er bei der Hammer SpVg sogar noch selbst zusammenspielte. Wie Yigit mit den Vorschusslorbeeren umgeht, was für ihn auf dem Platz wichtig ist und warum er in die Landesliga gegangen ist, erzählt der Lüdenscheider im Gespräch mit Boris Baur.

Herr Yigit, die ersten Trainingswochen sind vorbei. Wie sind Sie vom neuen Team aufgenommen worden?
Ich habe ja viele Bekanntschaften in der Mannschaft und mit dem Trainer schon in einer Mannschaft zusammengespielt und ein Jahr unter ihm trainiert. Mit Emre Demir und Yasin Acar habe ich auch zusammengespielt. Arif Et ist ein Cousin von mir, und Adil Elmoueden (Neuzugang aus Meinerzhagen – Anm. d. Red.) ist ein guter Freund von mir. Wir haben uns ein bisschen zusammengefunden. Deshalb brauchte ich jetzt nicht die große Eingewöhnungszeit. Ich bin gut aufgenommen worden, und das passt vom Temperament.
Waren die viele Bekannten im Team ein Grund nach Bönen zu wechseln?
Das war unter anderem ein Grund. Aber ich war mit dem Trainer auch regelmäßig im Austausch. Er hat mir gesagt, wenn ich mal unterklassiger spielen möchte, kann ich hier gerne helfen. Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren immer wieder gesprochen. Ich habe nach einem Verein mit Ambitionen gesucht, der was erreichen will.

„Am liebsten spiele ich links offensiv, doch ich jammer nicht, sondern spiele da, wo ich gebraucht werde.“

Vor ein paar Jahren haben Sie bei der Hammer SpVg noch mit Ihrem jetzigen Trainer Ferhat Cerci zusammengespielt. Hat man dadurch ein anderes Verhältnis zum Coach?
Wir kennen uns ganz gut und respektieren uns gegenseitig. Aber jetzt ist er mein Trainer, und da ist ein gewisser Abstand. Er ist Trainer, ich bin Spieler. Es passt bei uns und ich schätze ihn als Trainer und Mensch.
Cerci hat Sie in Hamm auch trainiert. Hat er sich als Coach seitdem verändert?
Er hat sich weiterentwickelt. Damals bei der Hammer SpVg war das sein erstes Seniorenjahr bei einem Oberligisten. Und man sieht natürlich, dass er ein Ex-Profi ist. Er lebt den Fußball durch und durch.
Cerci scheint jedenfalls sehr von Ihnen überzeugt zu sein. Vor dem Vorbereitungsstart hat er bezüglich Ihrer Vielseitigkeit gesagt: „Einen besseren Spieler kann man sich nicht wünschen.“ Wie geht man mit solchen Vorschusslorbeeren um?
Das freut mich natürlich, dass er sowas über mich sagt. Mir ist immer wichtig, dass man die Grundtugenden zeigt: Siegeswillen, Einsatz, Mentalität. In Kaan-Marienborn hatten wir nicht die besseren Einzelspieler, aber wir waren als Mannschaft bärenstark. Diese Mentalität hat uns nach vorne gebracht. Erfolge wird man nur durch die Grundbasics einfahren. Und ich bin da ein absolutes Mentalitätsmonster. Ich habe Innenverteidiger, linker und rechter Verteidiger, im Mittelfeld gespielt. Ich kann alles spielen, ich bin beidfüßig. Am liebsten spiele ich links offensiv, doch ich jammer nicht, sondern spiele da, wo ich gebraucht werde.
Warum spielen Sie am liebsten im linken offensiven Mittelfeld?
Ich mag es, von links nach innen zu ziehen und dann aufs Tor zu schießen, so Ribery-Style oder wie Neymar. In Kaan-Marienborn war ich aber auch Rechtsaußen oder in der Dreierkette als Innenverteidiger. Wenn man meine Größe sieht, denkt man, was macht der da. Ich bin 1,70 m, aber bin auch gut im Kopfballspiel. Es kommt nicht auf die Größe an, sondern aufs Timing.

„Ich möchte einer anderen Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen.“

Nach fünf Jahren haben Sie sich entschlossen, den Oberligisten 1. FC Kaan-Marienborn zu verlassen und zwei Ligen tiefer zu spielen. Wie kam es dazu?
Zuerst muss ich sagen, das war ein toller Abschluss mit dem Highlight Regionalliga. Das war alles schön und gut, aber der ganze Aufwand... Ich studiere, mache ein Verbundstudium zum Maschinenbauingenieur. Dann noch fünfmal die Woche nach Siegen, und ich arbeite als Konstrukteur in Vollzeit. Ich will jetzt nicht Kürzertreten sagen, aber ich wollte den Aufwand reduzieren. Und ich habe nach fünf Jahren auch eine neue Herausforderung gesucht. Ich habe nur wenige Vereine, das spricht auch für mich. Ich möchte einer anderen Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen. Ich habe mir vorgenommen aufzusteigen, und das will Bönen auch. Deshalb bin ich hierhin gekommen. Hinzukommt, dass ich viele der Jungs kenne. Das hat menschlich und fußballerisch sofort harmoniert.
Die Landesliga ist bis auf die Anfangszeiten beim FSV Werdohl Neuland für Sie. Was erwarten Sie von der Liga?
Ich habe lange in den höchsten Amateurklassen gespielt. Deshalb bin selber gespannt, wie das Niveau sein wird. Meine Landesliga-Zeiten in Werdohl sind lange her. Und diese Gruppe kann ich gar nicht einschätzen. Ich hoffe, dass ich meine Erfahrung nutzen kann und mich mit meinem Spiel nicht an die Liga anpasse.
Welchen Eindruck macht Ihre neue Mannschaft?
Da ist viel Qualität im Kader. Aber wir hatten damals auch bei der HSV unter Goran Barjaktarevic eine Top-Mannschaft. Aber was ist passiert? Gar nichts. Wir haben um die Goldene Ananas mitgespielt. Wichtig ist eine geschlossene Mannschaftsleistung. Disziplin und Mentalität stehen im Vordergrund. Das versuche ich, an die jungen Spieler weiterzugeben.
Die Ansprüche bei der IG sind hoch, merken Sie als Spieler das schon in der Vorbereitung den Druck, liefern zu müssen?
Es gibt keinen Grund, Druck aufzubauen. Wir haben einen guten Kader. Jeder Spieler muss eigene Ziele haben, meines ist der Aufstieg. Aber man muss gucken, wie man startet. Wir müssen uns erst als Mannschaft finden, auch wenn der Kern zusammengeblieben ist. Nach drei, vier, fünf Spielen wird man sehen, in welche Richtung es geht.

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