IG-Kapitän Dotor-Ledo vor dem Start: Große Lust auf enorm viel Qualität

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Nach der langen Pause sehnt Miguel Dotor-Ledo den Start in die Meisterschaft am Sonntag herbei. Der IG-Kapitän will mit seinem Team ganz oben mitspielen.

Bönen – Wenn am Sonntag um 15 Uhr beim TuS Haltern II der Startschuss für die neue Spielzeit in der Fußball-Landesliga fällt, hat die IG Bönen viel vor. Nach zwei Aufstiegen in Folge wurde der Durchmarsch in der abgebrochen Vorjahressaison auf Platz vier jäh gestoppt. Jetzt soll es aber hoch in die Westfalenliga gehen.

Die Bönener hatten zum Zeitpunkt allerdings auch schon 14 Punkte Rückstand auf Meister Wacker Obercastrop sowie immerhin sieben auf den mitaufgestiegenen Zweiten TuS Bövinghausen. Für den erneuten Anlauf Richtung Westfalenliga hat Präsident Kemal Cakir wieder hochkarätige Neuzugänge für alle Mannschaftteile an Land gezogen. Kapitän bleibt aber wie im Vorjahr Miguel Dotor-Ledo. Im Gespräch mit Boris Baur erzählt der 31-jährige Innenverteidiger von den Zielen, der Qualität der Neuen, die unbekannte Staffel sowie seinen Erwartungen für die bevorstehende Corona-Saison.

Herr Dotor-Ledo, vor dem Start in die Meisterschaft heißt es von den Fußballern immer: „Wir sind heiß auf die neue Saison“. Ist das jetzt nach der so langen Pause noch einmal eine andere Situation?
Das ist schon eine andere Situation. Wir hatten lange gar keine Wettkampfspannung mehr, sondern nur da mal einen Test und da mal ein Trainingsspiel. Deshalb ist unsere Vorfreude groß, und das merkt man uns, glaube ich, auch an. So wie am Sonntag in Heessen oder auch davor gegen die Hammer SpVg.

Corona? "Auf dem Platz hat sich nichts geändert"

Die neue Saison startet unter den Hygiene- und Abstandsregeln der Corona-Pandemie. Hat das die Vorbereitung beeinflusst oder wird das Spiele beeinflussen? Auswärts zum Beispiel müssen Sie sich jeweils auf eine andere Umsetzung der Maßnahmen vor Ort einstellen.
Die Regeln gelten ja auch fürs Training, wo wir Masken bis zum Platz tragen. Und so geht es ja schon eine lange Zeit, ich muss auch auf der Arbeit Maske tragen. Das ist jetzt nicht allzu viel Neues mehr. Auf dem Platz hat sich aber nichts geändert, auch bei den Spielformen im Training kann man keinen Abstand halten.
Befürchten Sie einen erneuten Abbruch der Saison wegen Corona?
Das kann man schwer sagen. In den Medien ist wieder von einem möglichen Lockdown die Rede. Vielen Menschen kommen derzeit aus dem Urlaub aus Ländern wie Kroatien wieder. Nach dem jetzigen Stand würde ich aber nein sagen. Wir werden auf jeden Fall alles tun, dass es nicht dazu kommt. Schwierig wird es, wenn es zu einem Coronafall in einer Mannschaft kommt. Dann müssen alle in Quarantäne und die Spiele erstmal verlegt werden.
Denkt man über so etwas nach?
Man macht sich, wenn man spielt, keine Gedanken. Aber im Nachgang schon, wenn man etwas hört. Man informiert sich auch anderswo, fragt mal bei Spielern, die man kennt, nach.

Wie sind Sie denn als Kapitän in der langen Pause mit dem Team in Kontakt geblieben?

Wir haben ja eine Whatsappgruppe. Aber hier sind auch alle so professionell, da muss man nicht so viel machen. Da muss ich nicht steuern. Als Ansprechpartner stehe ich aber natürlich bereit.

"Im Fußball ist es einfach"

Zum Sportlichen: Die Innenverteidigung um Sie herum hat sich durch die Abgänge von Michael Oscislawski, Wynal Medjignia und Youssef Bouaid sehr verändert. Wie ist der Eindruck von Ihren neuen Abwehrkollegen?
Ossi, Youssef und ich kannten uns gut und waren gut eingespielt. Jesse Kuhn war in der Rückrunde immerhin ein paar Tage dabei. Man merkt schon, dass jetzt andere Leute da sind. Aber im Fußball ist es einfach, man lernt so schnell die Leute kennen. Da gibt es keine Hemmschwelle, man spielt einfach zusammen. Und ich finde, dass es passt. Das System gibt es auch wieder, dass man 1:1 tauschen kann.
Auch weiter vorne gab es Neuzugänge. Wie ist Ihr Eindruck?
Ich finde, das hat man jetzt schon in Heessen gesehen. Arif Et macht da vier Tore. Das ist dann schon eine Sicherheit, die man hinten hat. Wenn man 1:0, 2:0 führt, tritt man auch hinten ganz sicherer auf. Die haben alle eine enorme Qualität. Das merkt man schon beim Training, wo die Neuen eigene Ideen einbringen – wie zum Beispiel bei Spielformen die Lauf- und Passwege aussehen könnten.

"So viel ändern müssen wir gar nicht"

In der vergangenen Saison verschenkte die IG leichtfertig viele Punkte, durch einige Unentschieden oder unnötige Niederlagen wie gegen Hilbeck. Wie kann so etwas verhindert werden?
Wir haben sicherlich in ein, zwei Spielen Punkte liegengelassen. Ich glaube aber nicht, dass wir schlecht oder unkonzentriert waren. Oft hat das Quäntchen Glück gefehlt, vorne einen reinzumachen. Wir haben jetzt eine große Qualität vorne, um das eine oder andere Tor auch mal eher zu machen. So viel ändern müssen wir daher gar nicht. Wir müssen versuchen, die Null hinten zu halten und vorne die Tore zu machen.
18 Mannschaften, ein später Saisonstart – es wird eine lange Saison, zumal im Winter am Schulzentrum vermutlich auch Spiele ausfallen werden.
Wir spielen auf Rasen, da muss man natürlich damit rechnen, dass Spiele ausfallen. Wir sind aber manchmal nach Rhynern auf Kunstrasen ausgewichen, und ich denke, dass das wieder eine Option ist. Im Münsterland gibt es auch hauptsächlich Rasenplätze, da werden wir irgendwann in der Woche spielen müssen und viele englische Wochen haben. Das wird anstrengend, aber wir hatten eine straffe Vorbereitung und werden das meistern.

"Wir müssen 100 Prozent Einsatz, Bereitschaft und Willen zeigen."Das ist schwer zu sagen, ich kenne die Liga gar nicht. Wir müssen uns auf andere Mannschaften vorbereiten. In der Dortmunder Region lag der Fokus mehr auf dem Spielerischen, jetzt steht vielleicht mehr der Kampf im Fokus. Aber ich mache mir keine Gedanken über die Gegner, wir müssen unser Ding durchziehen.Was muss die IG zeigen, damit es eine erfolgreiche Saison wird?Wir müssen Leidenschaft auf den Platz bringen. Den Mut und den letzten Willen haben, auch in den letzten Ball und den nächsten Zweikampf zu gehen. Wir müssen 100 Prozent Einsatz, Bereitschaft und Willen zeigen.Mit welchem Ziel gehen Sie in die Saison?Wir wollen oben mit dabei sein. Ich glaube, dass der Aufstieg das Ziel ist, aber das Ziel muss der Trainer vorgeben. Ich persönlich will jedes Spiel gewinnen.Nach einem Jahr in der Ruhrgebietsstaffel 3 spielt die IG nun in der Gruppe 4. Wie beurteilen Sie den Wechsel?

"Wir müssen 100 Prozent Einsatz, Bereitschaft und Willen zeigen."

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