Kreispokal

IG und SpVg nehmen Pokalspiele als Mutmacher

Robin Gessinger (rechts) vergab für die SpVg Bönen die große Chance zum 2:0 gegen den VfL Kamen.
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Robin Gessinger vergab für die SpVg dagegen die große Chance zum 2:0.

Bönen – Die IG Bönen schreibt weiter Pokalgeschichte und hat am Mittwoch mit dem Holzwickeder SC einen weiteren Oberligisten aus dem Kreispokal geworfen. Dabei machte Trainer Ferhat Cerci der Auftritt seiner Mannschaft vor allem Mut für das Landesliga-Spiel am Sonntag gegen Borussia Münster. Die SpVg Bönen schaffte es dagegen nicht, gegen den VfL Kamen, wie in der Runde zuvor gegen die SG Bockum-Hövel, das Glück im Elfmeterschießen zu erzwingen. Trainer Tayfun Basyigit musste in der Abwehr improvisieren.

Nach der zweiwöchigen coronabedingten Zwangspause zog Cerci ein überaus positives Fazit. Der Einsatzwillen seiner Mannschaft, die beim 2:1-Erfolg 90 Minuten lang Kilometer gefressen hatte, beeindruckte ihn: „Das macht uns Mut für Sonntag. Wir haben gesehen, wenn die Mannschaft es will, kann man erfolgreich Fußball spielen.“ Mit laufender Spielzeit kam die IG auch immer besser in die Partie.

Der Trainer weiß aber auch, dass nicht alles gut war. „Uns fehlt noch etwas“, meinte er vor allem mit Blick auf die erste Hälfte. Beim Pressing gegen den Ball hakte es manchmal mit der Abstimmung. Holzwickede kam so mehrfach mit zwei, drei einfachen Pässen zu großem Raumgewinn. Und wenn der HSC nicht nur eine seiner drei Großchancen im ersten Durchgang nutzt, wäre es schwer geworden, das Pokalspiel noch zu drehen. „Da hat ein bisschen die Zuordnung gefehlt. Da haben wir Glück gehabt“, sah Cerci Lücken in der Defensive.

Zufrieden nicht nur mit dem Sieg

Holzwickede war, wie schon Oberliga-Konkurrent Westfalia Rhynern, nur mit der zweiten Garnitur angetreten. Wie Westfalia-Coach Michael Kaminski im September war nun auch HSC-Trainer Alex Schmeing angesichts des engen Terminplans in der höchsten Klasse Westfalens nicht allzu traurig über das Ausscheiden. „Wir wissen, dass Holzwickede mit der zweiten Reihe angetreten ist“, so Cerci. Mit der Leistung war er unabhängig davon zufrieden. Und diese Zufriedenheit wollte er nicht allein dem Sieg zuschreiben: „Das Ergebnis ist nicht so wichtig. Für uns war das eine gute Trainingseinheit. Wir wollten einfach nur spielen. Dass dann so ein Spiel rauskommt, hätte ich nicht gedacht.“

Ins Viertelfinale des Kreispokals schoss Emre Demir (linkes Bild) die IG mit seinem Tor zum 2:1 in der 75. Minute.

Sollte sich die IG im Viertelfinale gegen A-Ligist TuRa Bergkamen durchsetzen, könnte in der Vorschlussrunde mit der Hammer SpVg der dritte Oberligist warten. Zunächst misst sich die HSV mit dem VfL Mark. Der Finalgegner der Vorsaison, dem die Bönener mit 0:1 unterlagen, ist die letzte große Hürde auf dem Weg zum Pokaltriumph. Ansonsten ist unter den letzten Acht mit dem TuS Germania Lohauserholz nur noch ein Bezirksligist vertreten. Die anderen Teams spielen in der Kreisliga.

SpVg-Coach Basyigit lobt das Bönener Kollektiv

Am Rande der Rehbuschasche jubelten derweil die Kamener nach ihrem 6:4-Erfolg über die SpVg ausgelassen. „Du siehst ja, wie die sich freuen“, meinte daraufhin Bönens Coach Tayfun Basyigit auf die Frage nach dem Stellenwert der Pokalrunde. Für seine Mannschaft zog er den körperlichen Einsatz als Beweis heran. „Sie wollten, wie schon gegen Bockum-Hövel, mitspielen.“ Die ersatzgeschwächten Gastgeber hätten als echtes Kollektiv gearbeitet und bei Ballgewinn sofort umgeschaltet. „Leider haperte es am letzten Pass“, erkannte Basyigit ein großes Manko. „Außerdem haben wir die Konter nicht richtig zu Ende gespielt.“ Zum Beispiel den, als Robin Gessinger kurz nach dem Seitenwechsel mutterseelenallein auf Kamens Keeper David Hellebrandt zulief, dann verzögerte, anstatt zu schießen. VfL-Innenverteidiger Emre Öztürk stahl ihm den Ball.

Apropos Innenverteidiger: Basyigit präsentierte im Pokal eine neue, ungewöhnliche Kombination. Neben der Kante Miles Gottschlich spielte der eher schmächtige Kerim Gercek, der ansonsten auf den Außenbahnen beheimatet ist, seine Sache auf der ungewohnten Position aber gut machte, urteilte nicht nur sein Trainer. „Mücahit Gür war angeschlagen, beklagte eine schmerzende Rippe“, fehlten Basyigit, weil neben den vorher bekannten Ausfällen auch Burim Losaj passen musste, die Alternativen.

Nächstes Duell mit Kamen in zehn Tagen

Am übernächsten Spieltag der Kreisliga A1 treffen sich beide Teams bereits wieder, wenn die SpVg im Kamener Jahnstadion gastiert. „Dann werden aber zwei andere Mannschaften auf dem Platz stehen“, mutmaßt Basyigit mit Blick auf die Aufstellung des Kreisligakonkurrenten am Pokalabend. In jedem Fall wären die Bönener gut beraten, mehr Spielanteile zu behalten und den Ball nicht so schnell zu verlieren. In Kamen liegt Kunstrasen, Platzfehler halten nicht als Entschuldigung her. Die Gastgeber werden folglich nicht diese Masse an Chancen vergeben wie am Mittwochabend.

Bei der Betrachtung des Kamener Jubels nach Spielschluss irrte Basyigit übrigens, zumindest zum Teil. Die Gäste feierten den 39. Geburtstag ihres Co-Trainers Sebastian Laub. Der Ex-Bönener ließ sich gerne feiern, war insgeheim aber wohl froh, an diesem nasskalten Abend nicht noch als einziger Auswechselspieler auf die eklige Asche gemusst zu haben.

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