Fußball

IG Bönen setzt auf das bewährte Trainerduo

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Ferhat Cerci (links) und Evren Karka stehen auch in der kommenden Saison bei der IG Bönen an der Linie. Gemeinsam feierten sie schon die Aufstiege in die Bezirks- und Landesliga.

Der Ball ruht aufgrund der Coronavirus-Krise. Doch Fußball-Landesligist IG Bönen stellt bereits die Weichen für die kommende Saison.

Bönen - Die Vereine aus dem Kreis Unna, aber auch einige Landesliga-Konkurrenten vermeldeten in den vergangenen Wochen zahlreiche Neuzugänge, bei der IG Bönen ist es dagegen ungewöhnlich ruhig. Dabei hatte der Verein bei seinem Durchmarsch aus der Abstiegszone der Fußball-Kreisliga A bis in die Spitzengruppe der Landesliga seinen Kader in den Transferperioden stets kräftig durcheinandergewirbelt. Ein Grund für die Zurückhaltung ist die Corona-Krise.

Die Vereine in Dortmund und in Lünen seien es gewohnt, dass der Kader im Februar oder März steht. „Doch es ist schwer im Moment“, sagt Hasan Kayabasi, der in Dortmund wohnende Sportliche Leiter der IG, der vor seinem Engagement in Bönen beim Lüner SV gearbeitet hatte: „Ich sehe Fußball auch als nicht so wichtig an. Ich habe Freunde, Bekannte und Verwandte, die stehen am Scheideweg ihrer Existenz.“ Er verweist auf die deutschlandweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-19-Virus, aufgrund deren Geschäfte, Läden wie Frisöre und Restaurants, geschlossen bleiben müssen. Er selbst kann sich mit seinem Beruf im Baustoff-Handel über Arbeit nicht beklagen, seine Hausaufgaben in Bönen vernachlässigte er jedoch nicht. Allerdings sparte er sich die Fahrten nach Bönen, viel lief telefonisch. Zusätzlich diente die Whatsapp-Gruppe der Mannschaft zum Kontakthalten.

Trainer standen für Kayabasi nicht zur Diskussion

„Es gab einige Gespräche und es wird noch einige Gespräche geben“, gibt Kayabasi eine Wasserstandsmeldung ab. Im Verein sei bekannt, welche Spieler auch in der kommenden Saison das IG-Trikot tragen werden und wer keine Rolle mehr in den Planungen spielt. Namen, wer geht und wer bleibt, nennt der Sportliche Leiter nicht. In den kommenden Wochen werde sich der Verein dazu offiziell äußern. „Wer in der Hinrunde nicht viel gespielt hat, kann sich aber natürlich Eins und Eins zusammenzählen“, so Kayabasi. Präsident und Geldgeber Kemal Cakir will die IG schließlich noch weiter nach oben führen. Fest steht dagegen schon, wer in der kommenden Saison die Verantwortung über die Mannschaft haben wird. Coach Ferhat Cerci und sein Co Evren Karka werden weiter an der Linie stehen. „Fakt ist, beide Trainer werden bleiben“, bestätigt Kayabasi. Beide Posten standen dabei nicht zur Diskussion. Cerci geht damit in sein viertes Jahr am Schulzentrum. Nachdem er das Team in der Winterpause 2017/2018 übernommen hatte, führte er es zu zwei Aufstiegen in Folge. In dieser Spielzeit lag Bönen vor dem Abbruch bei 14 Punkten Rückstand zum Spitzenreiter Wacker Obercastrop auf Rang vier. In Reichweite war jedoch noch der zweite Platz, der bei einem normalen Vorlauf zur Teilnahme an einer Relegationsrunde berechtigt hätte.

„Ein Großteil der Mannschaft wird auch bleiben“, teilt Kayabasi weiter mit. Die Akteure des IG-Aufgebots seien „fast alle“ Vertragsspieler, die bis zum 30. Juni an den Verein gebunden sind. Die Suche nach Verstärkungen sei wegen der Kontaktsperre dagegen nicht einfach. „Ausschau nach Neuzugängen zu halten in der jetzigen Situation ist schwierig“, so der Sportliche Leiter. Verstärkungen werde es dennoch geben.

Spieler der IG Bönen akzeptieren Kürzungen

Bei den Gesprächen mit den Bönener Spielern sei es laut Kayabasi auch um die aktuelle Saison gegangen, schließlich sind diese mit Ausnahme von ein paar Laufeinheiten pro Woche zur Untätigkeit verdammt, dürfen nicht das tun, wofür sie im vergangenen Sommer eine Summe ausgehandelt haben. „Alle haben ohne Einwände Kürzungen akzeptiert und das mit Kemal auch abgesprochen“, berichtet der Sportliche Leiter. Die Mannschaft verzichte dabei mehr als manch andere, erklärt er ohne ins Detail zu gehen.

Ob noch gespielt wird, ist derzeit unsicherer denn je. Kayabasi spricht sich übrigens für eine Annullierung der Saison aus. Man könne nicht die Mannschaften auf den letzten Plätzen belohnen, und die Teams auf den Rängen zwei und dahinter, die noch hätten aufsteigen können, bestrafen, begründet er seine Meinung.

Doch grundsätzlich ist für ihn das Spiel mit dem runden Leder momentan absolut nebensächlich. „Bevor es mit dem Fußball weitergeht, ist es wichtig, dass die Krankheit besiegt wird, dass die Leute, die um ihre Existenz bangen, wieder aufatmen können. Das liegt mir mehr am Herzen“, sagt Kayabasi.

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