Fußball

IG-Bönen-Neuzugang Arif Et: "Ich könnte sicher noch höher spielen, aber..."

Abschied aus Dortmund: Nach einem Jahr beim BVB II schließt sich Arif Et der IG Bönen an.
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Abschied aus Dortmund: Nach einem Jahr beim BVB II schließt sich Arif Et der IG Bönen an.

Die IG Bönen hat am vergangenen Freitag mit Arif Et vom Fußball-Regionalligisten Borussia Dortmund II einen hochkarätigen Angreifer als Zugang vorgestellt.

Bönen - Der 27-Jährige soll in der kommenden Spielzeit mit vielen Toren seinen Beitrag zum angepeilten Aufstieg in die Westfalenliga leisten. Warum das Jahr beim BVB trotz der geringen Einsatzzeiten kein verlorenes war, und warum er sich für die Landesliga mit Bönen entschieden hat, erzählt Arif Et im Gespräch mit Rainer Gudra.

Nach einer Saison als Profi bei Borussia Dortmund haben Sie sich, trotz der Angebote aus höheren Klassen, für die IG Bönen entschieden. Was hat den Ausschlag gegeben?

Ich habe mich natürlich erkundigt, wie es dort in den vergangenen Jahren abgelaufen ist. Es war überzeugend, wie Trainer Ferhat Cerci sich um mich gekümmert hat und auch Präsident Kemal Cakir immer wieder das Gespräch mit mir gesucht hat. Meine private Planung spielt inzwischen eine große Rolle – und das hat am Ende gut zusammengepasst.

War das Jahr bei der U23 des BVB ein verlorenes Jahr bei nur vier von 25 möglichen Einsätzen?

Nein. Ich habe es versucht. Es war nicht sehr erfolgreich, aber sehr lehrreich. Es waren ganz andere Strukturen, mit denen du klar kommen musst, und die waren nicht immer leistungsgerecht. Es entscheiden auch noch andere Parameter darüber, ob du spielst oder nicht.

41 Tore mit Borussia Dröschede in der Landesliga-Saison 15/16 waren sicherlich ein gewichtiges Argument, mit dem Sie in Bönen gepunktet haben...

...Es waren ja nicht nur die. Für Brünninghausen habe ich ja auch 50, 60 Tore oder mehr geschossen. Ich hoffe, dass ich die Leistungen in Bönen wiederholen, zumindest aber bestätigen kann.

Was nehmen Sie aus Dortmund mit?

Ich habe dort vieles gelernt. Und es waren gute Jungs dabei, die ich kennen gelernt habe – viele auch Jüngere, die eine ganz andere fußballerische Ausbildung in ihren Akademien genossen haben.

Und wie war das bei Ihnen?

Bis zur A-Jugend habe ich in Letmathe gespielt, bei meinem Heimatverein, dann bin ich zu Borussia Dröschede in die Bezirksliga und nach einem halben Jahr hochgezogen worden in die erste Mannschaft, die da in der Westfalenliga gespielt hat.

Bönen ist für Sie auch interessant geworden, weil Sie den Fußball jetzt als leistungsorientierten Freizeitsport betreiben und sich beruflich entwickeln wollen?

Ja. Bevor ich bei Borussia angefangen habe, habe ich in Dortmund eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht für ein Jahr, bis das Angebot kam. Mein Chef, dem ich heute immer wieder nur Danke sagen kann, hat mich dann unterstützt. Er ist auch Dortmund-Fan und hat gesagt: Versuche dein Glück. Wenn es gelingt, dann freue ich mich, wenn nicht, kannst du wieder bei mir arbeiten. Nun fange ich im August wieder bei ihm an.

Über Ihren Instagram-Beitrag, in dem Sie den militärischen Salut-Jubel von türkischen Nationalspielern nach dem Remis in Frankreich gepostet haben, und dafür kurzzeitig suspendiert wurden, möchten Sie lieber nicht mehr reden?

Warum nicht? Ich habe meine türkischen Wurzeln nicht vergessen. Und als unsere Nationalmannschaft dieses wichtige Ergebnis erreicht hat, haben wir gejubelt. Über die Art und Weise lässt sich sicherlich streiten. Es ging mir dabei aber ausschließlich um den sportlichen Aspekt. Ich bin nie für Krieg. Es war eine prekäre politische Lage zu der Zeit und da ist das Bild, dass ich eigentlich vermitteln wollte, von außen doch sehr verzerrt worden.

Spielen auch private Gründe eine Rolle bei ihrem Wechsel zur IG Bönen?

Ich bin noch ledig, möchte aber im nächsten Jahr heiraten. Das alles ist jetzt in Absprache mit meiner Partnerin passiert. Ich habe auch mit Fußballkollegen über den Verein gesprochen und durchweg nur Positives gehört. Es muss eine gute Mannschaft gewesen sein in den vergangenen Jahren und auch die Personen dahinter arbeiten mit sehr viel Überzeugung.

Und das sportliche Ziel heißt eindeutig Westfalenliga?

Ich habe mich mit der Absicht für Bönen entschieden, im nächsten Jahr aufzusteigen. Von der Qualität könnte ich sicher noch höher spielen, aber mit dann 28 gibt es wichtigere Dinge, als noch so hoch wie möglich zu spielen.

Haben Sie ihre neue Mannschaft schon kennen gelernt oder gar mit ihr schon trainieren können?

Nein, ich habe beim BVB noch einen Vertrag bis zum 30. Juni und trainiere bis dahin auch in Dortmund. Ich denke, dass es Ende Juli/Anfang August zu einem Kennenlern-Kick kommen wird. Vermutlich werde ich die neuen Kollegen aber eher vorher bei einem Essen treffen.

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