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Hohe RSV-Pleite mit kuriosen Begleiterscheinungen

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Von: Boris Baur

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Eine Viertelstunde vor Schluss knickte Florian Warias um und konnte nicht mehr weitermachen. Die RSV-Deckung verlor danach ihre Stabilität.
Eine Viertelstunde vor Schluss knickte Florian Warias um und konnte nicht mehr weitermachen. Die RSV-Deckung verlor danach ihre Stabilität. © Baur

Recklinghausen - Auf der Rückfahrt aus Recklinghausen hatte Tino Stracke genug Zeit zum Grübeln. Der verletzte Spielertrainer des Handball-Landesligisten RSV Altenbögge suchte zum einen eine Antwort, warum seine Mannschaft lange mithielt, am Ende aber deutlich mit 20:27 (9:11) bei der ETG verloren hatte. Zum anderen war da ein Auftritt der Schiedsrichter, den Stracke auch noch nicht erlebt hatte.

„Da waren sich beide Trainer einig“, sagte Stracke, der den im Befehlston auftretenden Unparteiischen die soziale Kompetenz absprach. Schon weit vor dem Spiel sorgte das Gespann Volker Hallmann/Ralf Kaschube für Irritationen, als sie den Einsatz von Harz verboten, der laut Stracke in der Halle eigentlich erlaubt sei. Für den RSV-Trainer endete die Partie vorzeitig auf der Tribüne. „Ich habe reingerufen, warum der Gegenstoß zurückgepfiffen wird und Felix Warias eine Zeitstrafe erhält“, erläuterte Stracke die Szene in der 55. Minute, bei der schon längst die nächste Aktion gelaufen sei. Für Warias war es die dritte Hinausstellung. In der ersten Hälfte wurde zudem Frank Helmich verwarnt, weil der Betreuer einem verletzten, gegnerischen Spieler helfen wollte.

Die Schiedsrichter mochte Stracke aber nicht für die Niederlage verantwortlich machen, sie hätten auf beiden Seiten nicht gut gepfiffen. Letztlich waren die Ausfälle irgendwann nicht mehr zu kompensieren. „Wir haben mit drei Kreisläufern gespielt, zwei davon im Rückraum“, sagte Stracke zur Personallage. Florian Warias knickte nach 45 Minuten um, wodurch die Stabilität in der Abwehr verloren ging, nachdem Jan Weber schon Anfang des zweiten Durchgangs seine zweite Zeitstrafe gesehen hatte. „Für eine pillepalle Foul“, ärgerte sich Stracke. Christian Kleff hatte krankheitsbedingt abgesagt. „Wir waren definitiv nicht chancenlos. Bis zur 45. Minute waren wir dran. Wir hatten mehrfach die Chance heranzukommen“, so Stracke. Die Altenbögge leistete sich aber leichte Fehler. Von 17:14 zog Recklinghausen bis zur 50. Minute auf 21:15 davon.

In die Partie war der Gast glänzend gestartet. „Die Abwehr stand bombe“, sagte Stracke zur 4:0-Führung nach neun Minuten. Dann nahm die ETG eine Auszeit und setzte zu einem 6:0-Lauf an. Besonders Andreas Driesel (neun Tore) und Steffen Lüning (10) bekam der RSV nicht mehr in den Griff. Bönen gelang es nicht, die Partie noch einmal zu drehen, obwohl selbst Timo Weber, der eigentlich verletzungsbedingt nur Siebenmeter werfen sollte, in Durchgang zwei auf Außen aushalf.

ETG: Kozowy, Thomas – Martinetz, Windmüller (3/1), Friemel (1), Stautenberg (2), Lüning (10) Clodt (2/1), Dreisel (9), Markfort

RSV: Starzak, Kleeschulte – Geckert (2), Florian (5), Fl. Warias 3), J. Weber (1), Altner, Isenbeck, Sürig (2), Fe. Warias (2), T., Weber (3/3) Zeitstrafen: 2:7 (Friemel, Markfort / J. Weber 2, F. Warias 3, Teamstrafe 2)

Spielverlauf: 0:4 (9.), 6:4 (17.), 9:6 (36.), 11:9 (30.) – 15:10 (36.), 15:12 (40.), 17:14 (45.), 21:15 (50.), 23:18 (56.), 27:20 (60.)

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