Coronavirus

Die Hallennutzung in Bönen braucht noch Geduld

+
WA-Mitarbeiter Markus Liesegang steht vor der geschlossenen Goethehalle, die unter anderem von verschiedenen Sport-Abteilungen der TuS Bönen genutzt wird.

Wann geht es in die Halle? Den Schnellschuss der Landesregierung in Bezug auf zahlreiche Lockerungen umzusetzen, stellt sich in der Praxis für die örtlichen Sportvereine und die Verwaltung als nicht ganz so leicht dar.

Bönen - Auch, wenn der Deutsche Olympische Sportbund mit seinen zehn Leitplanken und die Fachverbände zusätzlich Musterkonzepte veröffentlichten, an denen sich die örtlichen Vereine orientieren konnten.

Entsprechend erstellten die Tischtennisfreunde schon vor zwei Wochen ein Konzept, das der Gemeinde inzwischen zur Prüfung vorlag – und immer noch liegt. Eigentlich ist alles in Ordnung mit dem Konzept. Doch fordert die Gemeinde Bönen als Aufsichtsbehörde in einem Rundschreiben an alle Bönener Vereine eine Verpflichtungserklärung der Sporthallennutzer. Darin heißt es, „Dem Konzept ist eine Verpflichtungserklärung beizufügen, in der erklärt wird, dass sämtliche Vorgaben und Regeln der Coronaschutzverordnung beachtet und zwingend umgesetzt werden.“ Eigentlich auch klar, dass die Sportler vor Ort für die Einhaltung von Hygiene- und Umgangsregeln zuständig sind. Und keine allzu große Hürde vor dem Wiedereinstieg in das Training, das die TTF am Freitag wieder aufnehmen wollen.

Organisatorische Probleme sieht der TTF-Vorsitzende Martin Teumert noch bei der Beschaffung von Desinfektionsmitteln und Schutzausstattung wie Mund- und Nasenmasken. Die Gemeinde wird nämlich die Desinfektionsmittel nicht stellen, auch wenn der Landessportbund (LSB) der Meinung ist, dass die Kommunen dafür zuständig seien.

Presch sieht Fehlinformation

„Das war eine Fehlinterpretation des LSB“, erklärt Dirk Presch, Vorsitzender des Bönener Gemeindesportverbandes (GSV). Die Vereine holten ihren Dachverband ins Boot, um die Beschaffung von Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung zu koordinieren. „Eine Sammelbestellung kommt die Vereine doch günstiger“, meint Presch, der die Vereine zur Zeit über eine Whatsapp-Gruppe abfragt. Fast die Hälfte der Vereine hätten sich inzwischen zurückgemeldet. „Ich gucke dann, wo es den besten Preis für Desinfektionsmittel, Ellbogenspender und Material für die Flächendesinfektion gibt.“ Er überlegt, bei Kemal Cakir anzufragen. Der Vorsitzende des GSV-Mitglieds IG Bönen ist Inhaber eines bundesweit operierenden Pflegedienstes. „Er braucht viel und kommt vielleicht noch günstiger dran.“

Während die Reha- und Gesundheitssportgemeinschaft den Trainingsbetrieb vor den Sommerferien gar nicht wieder aufnehmen will, arbeitet die TuS Bönen an Konzepten. „Wir als Vorstand sind ja nur fürs Foyer der Goethehalle zuständig“, erklärt Marvin Manz, Vorsitzender des Mehrspartenvereins. Die Konzepte für die einzelnen Sportarten müssten die Abteilungen erstellen. „Wir werden aber keinen Übungsleiter zwingen, das Training wieder zu beginnen.“ Es gebe auch ganz praktische Sachen zu klären. Eine betrifft den Datenschutz. Teilnehmer würden nicht nur registriert, um eventuell Ansteckungsketten nachvollziehen zu können. Sie würden auch nach Vorerkrankungen gefragt. „Das will bestimmt nicht jeder äußern.“ Die Goethehalle stellt zudem auch ein bauliches Problem dar. „Die Kabinen können nicht abgeschlossen werden, sonst kommt man doch gar nicht in die Halle“, so Manz zu den Durchgangsräumen. „Einen konkreten Starttermin gibt es für unsere Hallensportler noch nicht.“ Einzig die Leichtathleten, die ja sowieso draußen am Schulzentrum trainieren, hätten bisher ein Konzept vorgelegt.

Teumert: "Wir arbeiten Hand in Hand"

Presch will die Reihe der Vereine, die Nutznießer seiner Bemühungen werden wollen, eventuell auch um das sportfremde Musikkarussell erweitern. „Das Netzwerk in Bönen funktioniert, wir arbeiten Hand in Hand“, sagt Teumert, der – wie die anderen Vereinsvorsitzenden mutmaßlich auch – nichts gegen eine zusätzliche Erweiterung dieses Netzwerkes einzuwenden hätte.

Und dann ist da noch der Schulsport, der als weiterer Hallennutzer beachtet werden muss. Die Pestallozzi-Hauptschule nutze die Halle frühestens ab Mitte Juni, erfuhr Teumert von Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte. Wenn es überhaupt dazu kommt, denn Ende des Monats stehen schon die Sommerferien an. „Die Frage kommt auf, ob wir die Tische dann stehen lassen können, wenn die Schule nicht reingeht“, so Teumert. Es seien unglaublich viele Überlegungen, die hinter der Wiederöffnung der Halle stehen und die noch abgeklärt werden müssten. „Kann man in zwei Trainingsgruppen trainieren, zum Beispiel?“, fragt Teumert. Für jede Paarung in den acht Spielboxen ist eine Stunde Training angedacht. Es gebe unglaublich viele Anfragen der Mitglieder, die endlich wieder Tischtennis spielen wollen. „Ich meine aber, lasst allen die Zeit, alles richtig umzusetzen. Zurückrudern ist in jedem Fall schlimmer.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare