GSV-Vorsitzender Dirk Presch: „Ich will alle mitnehmen“

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„Die Vereine sind die Basis. Eine One-Man-Show-Presch wird es nicht geben.“ Der neue GSV-Vorsitzende will mit den Bönener Sportlern Einiges bewegen.

BÖNEN - Ausgewiesener Sportler ist Dirk Presch nicht. Dennoch nahm der 56-Jährige das Amt des Vorsitzenden des Gemeindesportbundes Bönen an, nachdem ihn Uwe Varlemann, der 2. Vorsitzende des GSV, und Karsten Schilling, der 2. Geschäftsführer, gefragt haben und er gewählt wurde. Was er mit dem Verband vorhat und warum es durchaus ein Vorteil ist, dass er nicht mit einem Sportverein verbandelt ist, erzählte er Boris Baur im Interview.

Herr Presch, sie sind seit kurzem Vorsitzender des Bönener Gemeindesportverbandes. Wie ist es den um Ihre sportlichen Aktivitäten bestellt?

Dirk Presch: Ich bin Mitglied im VfK und habe auch mal in der Jugend Fußball gespielt. Aber nicht erfolgreich. Aufgehört habe ich in der B-Jugend oder im ersten Jahr A-Junioren. Da gab es dann andere Dinge, die wichtiger geworden sind. In meiner Bundeswehrzeit in Flensburg habe ich noch in der Bataillonsauswahl gespielt. Ansonsten reduziert es sich auf Fußball und andere Sportarten gucken und kommentieren.

Wie kommt man denn dann dazu, Vorsitzender eines Sportverbandes zu werden?

Presch: Ich glaube, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es war nicht in meiner Lebensplanung, das sage ich auch offen. Dass ich aber immer gerne ehrenamtliche Funktionen übernommen habe, ist ja kein Geheimnis. Ich hab das jedoch in den letzten Jahren alles ein bisschen abgegeben, um mich mehr um meinen Job zu kümmern.

Und wie kam der Kontakt zum GSV zustande?

Presch: Karsten Schilling, den ich schon seit Jugendtagen kenne, rief mich an, um mich zu fragen, ob ich nicht Interesse hätte. Da habe ich mir Bedenkzeit erbeten. Das ist ja nicht etwas, wo man sofort zusagt. Ein Posten um des Postens willen, dafür bin ich nicht zu haben.

Wie ging es weiter?

Presch: Wir haben uns zusammengesetzt und da schon festgestellt, wir haben eine Wellenlänge. Das was ich mir so vorgestellt habe, was man tun kann und wie man was entwickelt. Das stieß auf offene Türen. Eine Sache ist dieser Sportdialog am 9. Juni mit den beiden Bürgermeisterkandidaten (19 Uhr, Forum der Goethehalle – Anm. d. Red.). Uwe Varlemann hatte das auf seiner Agenda stehen und ich auch.

Wie sehen Sie die Möglichkeiten des GSV, den Sport in Bönen mitzugestalten?

Presch: Wir werden im Herbst eine Klausurtagung machen und das besprechen. Neben den klassischen Dingen wie die Sportabzeichen und die Verteilung der Mittel an die Vereine sind wir auf dem Weg, bei der Sportstättenvergabe stärker als derzeit auftreten zu wollen. Im Moment läuft das alles über die Verwaltung. Die Sportvereine sind aber der Meinung, dass man einige Dinge auf dem sogenannten kleinen Dienstweg, schneller regeln kann, bevor da ein Verwaltungsakt draus wird. Aber darüber muss man in Ruhe sprechen.

Sie wollen mehr sein als nur jemand, der Ehrungen abhält und Ähnliches?

Presch: Ja, das ist auch so abgesprochen. Ich will der Mittler zwischen Sport und Verwaltung sein, der auch im Rat die Interessen der Vereine vertritt. Das ist das eine. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass wir Impulsgeber sind – wie zum Beispiel beim Thema demografischer Wandel. Da sehe ich den GSV schon als Moderator, der vielleicht mit den zuständigen Staatssekretären in Düsseldorf oder Berlin Kontakte machen kann, um zu hören, was gibt es für Möglichkeiten, wo gibt es Hilfestellungen. Und dann habe ich noch ein paar andere Sachen im Kopf. Aber ich muss ja auch gucken, dass ich alle mitnehme.

Durch die Vakanzen im Vorstand ruhte die Arbeit im GSV weitgehend. Wie sollte es weiter gehen?

Presch: Wir wollen Ansprechpartner nicht nur gegenüber Politik und Verwaltung sein, sondern auch Vertrauen schaffen gegenüber den Vereinen, um zu zeigen, wir sind wieder da und handlungsfähig. Ich möchte mit anregen, und das als Team. Die Vereine sind die Basis. Ich habe mit dem ein oder anderen Vereinsvorsitzenden gesprochen, und die sehen auch, dass man gewisse Sachen nur gemeinsam machen kann. Eine One-Man-Show Presch gibt es nicht. Das wäre auch Schwachsinn.

Hilft der Blick von Außen mit dem Sie an die Aufgabe herangehen können?

Presch: Wenn ich jetzt zum Beispiel Handballer wäre, würde ich natürlich Vieles nur aus Handballer-Sicht sehen. Ich habe keine Vorurteile. Ich bin völlig frei von irgendwelchen Sportarten, Terminen, von irgendwelchen Zwängen, die aufgrund einer Mitgliedschaft gegeben sind. Wenn ich gegenüber den Vereinen oder Rat und Verwaltung auftrete und ich wäre Vorsitzender der TuS, dann würde alle sagen, da spricht die TuS. Ich spreche aber im Namen des Gemeindesportvereins. Es hilft schon, dass ich nicht sofort in eine Ecke gestellt werde. Ich bin frei und das finde ich gut.

Das komplette Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Westfälischen Anzeigers.

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