Großes Einvernehmen der Kandidaten beim Thema Sport

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Der Sportdialog des GSV Bönen mit Stephan Rotering, Dirk Presch, Karsten Schilling, Robert Eisler.

Bönen -  Erstmals trafen die beiden Bürgermeisterschaftskandidaten, SPD-Mann Robert Eisler und „Herausforderer“ Stephan Rotering, der für die Grünen, die FDP, die CDU und die BgB in den Ring steigt, am Dienstagabend direkt aufeinander. Der Gemeindesportverband hatte zum Sportdialog in den Vereinsraum der Goethehalle geladen. Die Kandidaten beantworteten zehn vorab gestellte Fragen und stellten sich anschließend den wenigen des Publikums.

Wirklich Überraschendes förderte die Veranstaltung nicht zu Tage. Der Wahlkampf ist in vollem Gange, Vorsicht also angesagt bei den Bewerbern. In vielen Punkten waren sich die beiden Verwaltungsfachwirte auch tatsächlich einig.

Beide trauten sich manchmal aber auch aus der Deckung. Rotering gab vehement den Sparfuchs, pochte darauf, keine Luftschlösser bauen zu wollen. Und er warf auch eine Art Fehdehandschuh in den Ring. „Es wurde investiert“, spielte er auf die auch in seinen Augen „hervorragende“ sportliche Infrastruktur an. Aber erst aufrüsten und dann zu sagen, tut uns leid, es passt nicht mehr, sei nicht der richtige Weg. Die Vereine hätten diese Fehleinschätzung zu refinanzieren. „Das würde ich zurückdrehen“, sagte er auf die Frage nach der Wiederabschaffung der Sportstättennutzungsgebühr.“ Wenn es denn möglich wäre.

Eisler hingegen zog sich zunächst auf die Situation des Stärkungspaktes zurück, welcher bis 2023 keinen finanziellen Spielraum lasse. Und er gab anschließend dem Zurückdrehen der „Schraube“ Grundsteuer B Priorität.

In der Frage einer Aufstockung der Mittel für die Jugendförderung, die augenblicklich die Sparkasse alleine trägt, offerierte Rotering Bereitschaft von Firmen im Industriegebiet, auch kurzfristig fördern zu wollen. „Ich war hausieren“, sagte er.

Eisler versprach hingegen Hilfe bei der Aquirierung von Landesmitteln. Zum Beispiel, um Stipendien für Jugendliche zu ermöglichen, die so motiviert würden, in Vereinen mitzuarbeiten. Das Ehrenamt lobten beide über den sprichwörtlichen Klee.

„Wahlgeschenke“ hatte aber auch Eisler im Koffer. Die Garantie, die Sporthalle der Ermelingschule – in Eigenregie durch den TVG Flierich-Lenningsen betrieben – zu erhalten, ergänzte er durch die Aussicht auf einen Investor. Dieser Nichtgenannte soll den Fortbestand des gesamten Immobilienkomplexes möglich werden lassen.

Wie schon gesagt, Fragen, gar kritische, gab es wenige. Eisler schien das Auditorium auf seiner Seite zu haben. Er betonte explizit sein Heimrecht. Er habe in der Vergangenheit viele Gespräche geführt. Musste er als zuständiger Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt auch immer wieder. Immerhin fragte Thomas Wollek (RSV Altenbögge), ob denn nicht „vielleicht verpennt“ worden wäre, ansässige Firmen als Sponsoren zu gewinnen. „Das war Chefsache“, erwiderte Eisler. Der Welveraner Rotering hielt sich in dieser Frage vornehm zurück, der frisch gewählte GSV-Vorsitzende Dirk Presch, der gemeinsam mit dem 2. Geschäftsführer Karsten Schilling den Sportdialog moderierte, sprang in die Bresche: „Wir haben nachgefragt, beim Klinkenputzen des GSV im Industriegebiet sind gerade mal 200 Euro zusammengekommen.“

Dem Plädoyer von Rotering „die hervorragende sportliche Infrastruktur zu erhalten, auch für unsere Kinder“, schloss sich Eisler dann an. Im Sinne der regierenden SPD forderte er, „auf die positive Entwicklung zurückzublicken.“

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