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Gemeinderat tagt: Energiekrise und die Folgen für Bönener Sportler

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Von: Patrick Droste

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Bönener Handballer beim Wurfversuch am Kreis.
Nur 15 Grad Temperatur in der Halle und LED an der Decke, so könnten die Bönener Handballer Energie einsparen. © Liesegang Markus

Flutlichtanlagen an den Fußballplätzen, die Beheizung der Sporthallen, das warme Wasser zum Duschen – auf die Bönener Sportvereine und die Kommune kommen aufgrund der steigenden Preise für Energie in den kommenden Wintermonaten enorme Kosten zu.

Bönen - Der Gemeinderat wird daher am 20. Oktober ab 18 Uhr entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs aufgrund der aktuellen Versorgungslage beschließen. „Es ist aber klar, dass der Energieeinsparprozess nur gemeinsam mit den jeweiligen Beteiligten gelingen kann“, sagt Robert Eisler, Bönens Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt. „Ich gehe davon aus, dass alle Vereine ein Interesse an möglichen Energiesparmaßnahmen haben, aber auch hier muss differenziert betrachtet werden. Tennis- und Reitvereine nutzen zum Beispiel eigene Anlagen. Die Fußballer nutzen kommunale Anlagen, teilweise mit eigener Bewirtschaftung.“

Inhalte der Sitzungsvorlage bekannt

Daher wurden bereits vor der ersten Beratung im Schulausschuss Anfang September die Vereine in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeindesportverband Bönen (GSV) über den Inhalt der Vorlage informiert. „Der Termin mit dem GSV und den Vereinen war ein erster wichtiger Schritt, gleiches gilt es in der Kommunikation mit den Schulen und sonstigen Nutzern zu erreichen“, so Eisler. „Daher war es der Verwaltung wichtig, hier keine Vorgaben zu formulieren – soweit sie nicht durch Regelungen in der neuen Energieeinsparverordnung bestimmt werden –, sondern in einen Diskussionsprozess einzusteigen, der es ermöglicht, zu Beginn der neuen Heizperiode tätig zu werden beziehungsweise die Vorbereitungen dafür zu treffen.“

Vereine zeigen grundsätzlich Bereitschaft

Dabei sollte zum Beispiel geklärt werden, inwieweit die Vereine auf eine Warmwassernutzung in den Ferien oder temporär verzichten könnten. Die Vereinsvertreter bekräftigten dabei ihre grundsätzliche Bereitschaft, ihren Teil zum Gesamtprojekt „Energieeinsparung“ zu leisten und brachten eigene Vorschläge ein. Sie wiesen allerdings ebenfalls darauf hin, dass eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Einrichtungen notwendig sei. Bei vielen Vereinen sind die Ferien nämlich fest zur Vorbereitung auf die folgenden Spieltage, zum Training oder für Turniere eingeplant. Insofern wäre eine Schließung der Hallen in den Ferien aus Sicht der Vereine nicht zu verkraften.

Meisterschaftsbetrieb berücksichtigen

So teilten die TTF Bönen mit: „Wir tragen die besprochenen Energieeinsparungen mit, benötigen allerdings die Zweifachsporthalle in den Ferien vom 10. bis 21. Oktober aufgrund des Leistungssportes für die Vorbereitung auf den Meisterschaftsbetrieb. Wir werden die beantragten vier Tage je Woche soweit komprimieren, dass wir lediglich dienstags und freitags von 18 bis 21 Uhr trainieren. Das warme Wasser in den Duschen kann in der Zeit vom 10. bis 21.10. abgeschaltet werden.“

Und der TuS Bönen 01 hatte angeboten: „In den Ferien ist die Goethe-Halle wenig belegt. Andere Vereine können sich gerne bei uns melden, um dort zu trainieren. Vielleicht kann dann eine andere Halle in den Ferien geschlossen werden.“
Der TV Germania Flierich-Lenningsen gibt aber zu bedenken: „Die Ermelingsporthalle wird durch den TVG ganzjährig genutzt. Durch wachsende Mitgliederzahlen und ein stetig ansteigendes Sportangebot ist von einer zunehmenden Auslastung auszugehen.“

15 Grad in der Halle und LED an der Decke

Die Handballer des RSV Altenbögge ließen bereits durchblicken, dass für sie eine Hallentemperatur von 15 Grad möglich sei und wiesen darauf hin, auf eine energiesparende LED-Beleuchtung zu setzen. Und die Verantwortlichen des Schachvereins Bönen merken derweil an: „Wichtig wäre es, für alle Nutzer verbindliche Regeln für die Einstellung der Heizkörper zu geben. Auf welche Stufe darf man maximal stellen, um zum Beispiel die 19 Grad zu erreichen. Wie sollen die Heizkörper beim Verlassen eingestellt werden? Mond? Stern? Stufe 1?“

Optimierung der Nutzungszeiten

Und in Richtung der Fußballvereine aus der Gemeinde Bönen merkt Eisler an: „Flutlicht ist natürlich ein Thema, insbesondere in der mittelfristigen Betrachtung kann hier durch Einsatz von LED Energie eingespart werden. Bis dahin wird man gemeinsam mit den Vereinen die Optimierung der Nutzungszeiten besprechen.“

Daher wird die Verwaltung laut Beschlussvorschlag nun damit beauftragt, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zu ergreifen: Neben der Absenkung der Temperaturen auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß in allen kommunalen Gebäuden soll auch eine temporäre Reduzierung der Warmwasserversorgung in Abstimmung mit den Nutzern unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen hygienischen Rahmenbedingen erfolgen.

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