Sportpark am Bönener Zechenturm

Gemeinde hofft auf Fördergelder für neuen Sportpark

Zwei Fußballfelder, eine Stockschießbahn und ein Calisthenics Park sollen zwischen Zechenturm und Goetheschule entstehen und das Angebot von Sporthalle und Schwimmbad zum Sportpark erweitern.
+
Zwei Fußballfelder, eine Stockschießbahn und ein Calisthenics Park sollen zwischen Zechenturm und Goetheschule entstehen und das Angebot von Sporthalle und Schwimmbad zum Sportpark erweitern.

Der geplante „Sportpark am Förderturm“ nimmt langsam Konturen an. Zumindest auf dem Papier. Der Gemeinderat stimmte am vergangenen Donnerstag einstimmig einem weiter ausgearbeiteten Vorschlag der Verwaltung für die künftige gemeinsam genutzte Heimstätte der SpVg Bönen und der IG Bönen, aber auch weiterer Sportangebote zwischen Förderturm und Goetheschule zu. Dabei herrschte ein wenig Zeitdruck, denn die Gemeinde brauchte die Zustimmung des Rates, um Antrag auf Fördergelder zu stellen.

Der Zeitdruck

Deshalb entschuldigte sich Robert Eisler, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, mit dem Verweis auf eine „zeitliche Dringlichkeit“ der Abgabefrist auch, dass eine Vorbereitung in den Fachausschüssen übersprungen worden war und direkt eine Entscheidung im Rat zu erfolgen habe. Die Mitglieder begrüßten jedoch diese Maßnahme mit Blick auf die eventuell zu erhaltende Unterstützung von Land und Bund. Anschließend sei noch genug Zeit, um sich intensiv mit den weiter zu konkretisierenden Pläne auseinanderzusetzen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Kosten

In Absprache mit den Beteiligten hat die Verwaltung die Pläne konkretisiert und eine aktualisierte Kostenrechnung unter Berücksichtigung des ungünstigeren der beiden Förderprogramme in den Haushalt eingestellt. 5,27 Millionen Euro werden für das Vorhaben veranschlagt. Der Sportpark soll „ein gebündeltes, breit gefächertes Sportangebot für die unterschiedlichsten Nutzergruppen“ zur Verfügung stellen, heißt es in der Beschlussvorlage. Das zu bauende Vereinsgebäude trägt dabei mit 2,63 Millionen den Hauptanteil gefolgt von den beiden Kunstrasenplätzen sowie der ebenfalls vom Rehbusch umziehenden Stockschießbahn und einer neu zu bauenden Outdoor-Workout-Anlage mit 2,26 Millionen. Die Sanierung des bestehendes Pumptrack und der Dirtbike-Anlage für Mountainbiker im hinteren Areal ist mit 315 000 Euro einbezogen, die Anschlusskosten an das Blockheizkraftwerk (BHKW) des Schwimmbades mit 69 000 Euro.

Die Förderprogramme

Das Programm des Bundes „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur Projektaufruf 2020“ sieht eine Förderung von 500 000 bis drei Millionen Euro vor beziehungsweise 45 Prozent der förderfähigen Kosten (90 Prozent bei Haushaltsnotlage). Das Land NRW hat ein „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten für die Jahre 2020 und 2021“ aufgelegt, der Hochbaumaßnahmen mit bis zu 1,5 Millionen und solche des Tiefbaus mit 750 000 Euro begünstigt. Die Gemeinde will sich für beide bewerben, auch wenn sie nur einmal die Mittel erhalten wird. Dabei hat sie einen Schwerpunkt im Antrag auf die integrative Kraft des Sportes und den hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in der Nähe des Zechenturms und der benachbarten Goetheschule gelegt. Die neue Anlage solle die Begegnung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen fördern, heißt es.

Die Fußballplätze

Das durch den Gemeindesportverband (GSV) initiierte Sportstättenentwicklungskonzept, für das die Gemeinde ein Expertenbüro beauftrag hatte, kam zu dem Schluss, dass aufgrund der überalterten, mangelhaften oder nicht vorhandenen Infrastruktur am Rehbusch und am Schulzentrum ein Neubau am Förderturm die sinnvollere Alternative ist, auch weil so energetische und klimafreundliche, aber auch innovative Gesichtspunkte miteinfließen können.

Zwei Kunstrasenplätze mit Sandeinlage sollen an der Wolfgang-Fräger-Straße entstehen. Einer in Ost-West-, einer in Nord-Süd-Ausrichtung. Sechs, 16 Meter hohe, einzeln steuerbare Flutlichtmasten mit acht LED-Leuchten (rund 130 Lux pro Platz) sollen für die Beleuchtung sorgen. Ein 2,50 Meter breiter Umgehungsweg soll in unmittelbarer Nähe zu den Sportplätzen Raum zur Unterbringung von Jugendtoren und Garagen für Material schaffen.

Vereinsgebäude

Die SpVg und die IG werden in einem gemeinsam zu nutzenden Gebäude ihre neue Heimat finden, in dem die funktionalen Räume aber voneinander getrennt sind. Im Erdgeschoss sind Büros, Küche Ball-, Lager-, Schiedsrichter- und Versammlungsräume vorgesehen. Über zwei getrennte Treppenhäuser sind Umkleiden und Duschräume zu erreichen. Toiletten gibt es auf beiden Etagen.

Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, dass Dach dazu begrünt, was einen zusätzlichen Dämmeffekt verspricht. Die Energieversorgung wird durch einen Anschluss ans nahe gelegene BHKW gewährleistet, dass so weiter ausgeschöpft werde.

85 Stellplätze für Pkw, Behindertenstellplätze und ein überdachter Fahrradunterstand sind für Besucher eingeplant. Dazu kommt ein Areal für Wohnmobile.

Breitensportangebote

Die am Rehbusch erst vor kurzer Zeit entstandenen Stockschießbahnen der SpVg-Abteilung werden im Randbereich der Anlage untergebracht. Außerdem ist eine 250 bis 300 Quadratmeter große Fläche vorgesehen, „Calisthenics Park“ genannt. Dabei handelt sich um metallene Fitnessgeräte im Freien, an denen mit Hilfe des eigenen Körpergewichts trainiert werden kann. Ein Kunststoffuntergrund dient als Fallschutz. Im Jahr 2019 hatte eine Gruppe junger Sportler in einem Bürgerantrag den Bau einer solche Outdoor-Workout-Anlage angeregt, die Verwaltung spricht nun von einer „sinnvollen Ergänzung des sportlichen Angebotes“.

Die Meinungen der Politik

Die Arbeit der Verwaltung und der Beschlussvorlage fand auf der Gemeinderatssitzung breiten Anklang quer über die Parteigrenzen hinweg. Thomas Köster (SPD) sprach von einem „hochinteressanten Konzept“ auch unter dem Aspekt der Integration. Für ihn könnte der kulturelle Bereich noch stärker eingebunden werden. Er blickte allerdings mahnend in die Vergangenheit, als nach dem Bau von Hallenbad, Sporthalle und anderem in den 1980er Jahren der Vorwurf an die Politik gerichtet wurde, man habe die Gemeinde mit den Projekten verschuldet. Auch Detlef Pilz von der CDU gab neben seinem Lob der Verwaltung mit auf den Weg: „Wir dürfen nicht dahin gelangen, dass uns die Finanzen aus dem Ruder laufen.“ Ins gleiche Horn stieß auch Ralf Kappelhoff von der FDP. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Pilz ist der Fußball im Sport nur der Anfang: „Wir haben viel vor.“ Friedhelm Lange von den Grünen bezeichnete das Konzept eine „runde Sache“ und erwähnte zudem die Berücksichtigung des energetischen Blickwinkels. Letztlich stimmten alle Anwesenden dafür, die Pläne weiter umzusetzen und die Fördermittel zu beantragen.

Der Austausch mit den Beteiligten

Nach den ersten Planungsentwürfen soll in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten diskutiert werden. Vorschläge können noch berücksichtigt werden. Konkrete Termine für das weitere Vorgehen gibt es noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare