Wie geht Integration im Sport fragt Beiratsvorsitzender

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Senay Oturak möchte mit einem speziellen Fitnesskurs türkische Frauen in die Öffentlichkeit locken.

BÖNEN - „Integration durch Sport“. So betitelte Vorsitzender Senay Oturak einen Tagesordnungspunkt zur Sitzung des Integrationsrates der Gemeinde Bönen in der vergangenen Woche. Was dahinter steckte, kitzelte dann eine alte Diskussion wach. Nämlich die, ob türkische Mitbürger in vorhandene deutsche Vereine integriert werden, oder eben eigene Gruppen oder gar Vereine entstehen sollten.

Oturak schlug nämlich vor, zwei Übungsleiterinnen von Yunus Emre Hammer Sportverein zu fragen, ob sie ihr Angebot Frauensport, das in der Nachbarstadt sehr erfolgreich sei, auch in Bönen anzubieten. „So kriegt man die türkischen Frauen leichter aus dem Haus raus“, erklärte der Beiratsvorsitzende als ehemaliges Vorstandsmitglied des 2010 gegründeten Hammer Vereins.

Ratsmitglied Martina Thätner (Grüne) fand die Idee an sich nicht schlecht, forderte aber eine Bedarfsanalyse und ganz speziell die Prüfung der ohnehin knappen Hallenkapazitäten in Bönen.

FDP-Mann Ralf Dammrose bemerkte, dass es ein entsprechendes Angebot an Frauensport bei der TuS ja schon gäbe. Für Ralf Maczkowiak, den Bildungs-Beauftragten des SPD-Ortsverbands, wird der Integrationsgedanke durch eine eigene türkische Gruppe ad absurdum geführt. „Die Frauen können doch die Angebote der TuS nutzen, durchaus auch als Gruppe“, erklärte er. Oturak widersprach: „Ich will denen doch Sport erst einmal schmackhaft machen“, erklärte er seine Hintergedanken. Wenn sie dann erst einmal Spaß daran gefunden hätten, würden sie vielleicht auch weitere Angebote anderer Vereine nutzen. Außerdem sei der geangedachte Sportkurs, offen. „Es können also auch Deutsche teilnehmen“, betonte er. Außerdem wüsste Sportwart Detlef Buhl von der TuS Bescheid. Er weist es von sich, ein Konkurrenzangebot installieren zu wollen.

Die Versammlung am vergangenen Mittwoch einigte sich schließlich darauf, das die beiden Übungsleiterinnen von Yunus Emre sich, ihr Programm und die Erfahrungen, die sie in Hamm gemacht haben, in der nächsten Sitzung des Integrationsbeirates persönlich vorstellen werden. - ml

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