IG und SpVg wollen sich mit Gemeinde zusammensetzen

Fußballplätze am Förderturm: Noch ist Geduld gefragt

Im Schatten des Förderturms werden in ein paar Jahren die SpVg und die IG ihre Heimspiele austragen. Bis dahin ist noch einiges zu tun.
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Im Schatten des Förderturms werden in ein paar Jahren die SpVg und die IG ihre Heimspiele austragen. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

Die Fördermittel für den Platzneubau am Zechenturm sind bewilligt, doch bis dort zum ersten Mal der Ball rollt, wird es noch dauern. Fachbereichsleiter Robert Eisler erläutert die weiteren Schritte. Die SpVg und IG Bönen, für die der Turm die neue Heimstätte werden soll, haben schon erste Ideen und wollen sich bald mit der Gemeinde zusammensetzen.

Bönen – 2020 sollte der Startschuss fallen für die Sportplätze am Zechenturm. Den Zeitpunkt hatte Gutachter Dr. Günther Breuer (ZAK GmbH) in seinem Sportentwicklungsplan für die Einstellung erster Haushaltsmittel genannt. Die Politik genehmigte in der Folge die Investitionen in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro im Haushalt 2020/21. Bis jetzt bewegte allerdings kein Bagger die Erde, im Ausschreibungsverzeichnis des Kreises Unna ist ebenfalls kein Eintrag, das Bauvorhaben betreffend, zu finden. Wann geht es also los, wo doch jetzt die Finanzierung durch die Bundesförderung „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in Höhe von drei Millionen Euro gesichert ist (WA berichtete)?

„Das Bundesprogramm ist zweigeteilt“, erklärt Fachbereichsleiter Robert Eisler. „Die erste Stufe diente der Aufnahme in das Förderprogramm auf der Basis einer Projektskizze.“ Dies sei gelungen, angesichts von insgesamt 1300 Anträgen, die vorgelegt wurden, „eine wirklich positive Nachricht“. Zumal Bönen die Höchstfördersumme in Aussicht gestellt wurde.

Der Bewilligungsbescheid bestimmt den weiteren Zeitplan

Der nächste Schritt ist ein Koordinierungsgespräch mit dem Geldgeber, in dem das Projekt konkret präsentiert werden wird. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Gesprächs gelte es, den eigentlichen Förderantrag zu formulieren, Bauunterlagen beizulegen. „Dieses Verfahren läuft bis Herbst 2021. Erst wenn der Bewilligungsbescheid vorliegt, dürfen Ausschreibungen zu den einzelnen Projekten erfolgen“, erklärt Eisler das für den Laien komplizierte Prozedere.

„Erst einmal gilt es aber, die drei Millionen zu sichern. Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2021 bis 2026. Hier wird auch noch interessant, wann welche Mittel tatsächlich fließen. Dies wird dann der endgültige Bewilligungsbescheid vorgeben“, erläutert der Fachbereichsbereichsleiter weiter.

Alles weitere, zum Beispiel die Nachnutzungen der aufgegebenen Flächen am Rehbusch, könne erst konkret besprochen werden, wenn die Förderung des Sportparks durch den Bewilligungsbescheid gesichert ist. Es gebe natürlich bereits Ideen der Verwaltung. „Allerdings sind hierzu noch die Beratungen und Beschlüsse in den politischen Gremien erforderlich“, so Eisler.

SpVg möchte sich mit Gemeinde austauschen

„Ich bin schon ein bisschen beruhigt“, erklärt Peter Hahnemann, Vorsitzender der SpVg Bönen, mit Blick auf die Vergangenheit. Dem Verein wird seit mehr als einem Jahrzehnt ein neuer Platz in Aussicht gestellt, bisher wurde nichts daraus. Insgeheim habe er mit dem Zuschlag gerechnet. „Jetzt gilt es, Gespräche mit der Gemeinde abzuwarten. Ob es noch Lücken in der Finanzierung gibt, ob die Vereine etwas dazu tun müssen oder können, selber mit Anpacken zum Beispiel. Der Bürgermeister hat versprochen, dass er sich meldet, wenn die Fördergelder zugesagt sind. Wir müssen uns dann ja auch zusammensetzen. Was brauchen wir, was braucht die IG Bönen?“

Der Verein sei noch nicht in die konkrete Planung eingetreten. „Corona macht vorsichtig. Ich habe gerade nach Monaten erstmals wieder mit Friedhelm (Wittwer, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins – Anm. d. Red.) telefoniert. Der Sport steht momentan doch sehr im Hintergrund. Es passiert ja nichts.“ Intern habe man sich noch nicht zusammengesetzt.

Peter Hahnemann möchte sich möglichst bald mit der Gemeinde zusammensetzen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Wie soll das Vereinsheim aussehen, was kommt überhaupt wohin? Eine neue Sportkita solle ja zusätzlich auf das Gelände. Ist die auch in der Förderung drin? Diese Fragen würde er gerne beantwortet haben. „Ich denke, wir werden uns in den nächsten Wochen mal zusammensetzen“, meint Hahnemann. Mit einer Wunschliste ginge es in die gemeinsamen Gespräche mit der IG und der Verwaltung.

Die Kita werde durch das Bundesprogramm nicht gefördert, beruhigt Eisler den Verein in einem Punkt. „Die Federführung für dieses Projekt liegt beim Kreis Unna auf der Basis der Beschlussvorlage des Jugendhilfeausschusses.“

Vorfreude auch bei der IG

Auch die IG Bönen nahm die Nachricht selbstredend positiv auf. „Das ist schon eine absolut tolle Geschichte. Gott sei Dank hat das auch trotz Corona zügig geklappt“, meint Präsident Kemal Cakir. Die IG habe sich schon Gedanken gemacht, erste Pläne erstellt. „Wir werden der SpVg vorschlagen, uns am 6. Juni zusammenzusetzen.“

Zusammensetzen hält auch Eisler für notwendig. Wann das geschehen müsse, sei die Frage: Die Entwurfsplanung des Architekten auf Basis der vorhandenen Mannschaften müssen wir gemeinsam mit den Vereinen besprechen, in Richtung Genehmigungsplanung verfeinern und dabei eventuell anpassen.“

„Gott sei Dank hat das auch trotz Corona zügig geklappt“, freut sich IG-Präsident Kemal Cakir auf das Projekt.

Eisler spricht von Einsparungen, Cakir von Beteiligung

Wie detailliert dem Fördermittelgeber ein Raumprogramm vorgestellt werden müsse, könne er vor den Koordinierungsgesprächen noch nicht beantworten. „Da die Förderung insgesamt ja gedeckelt ist und wir deutlich höhere Kosten angezeigt haben, wird sich zeigen, ob hier noch Einsparungen darzustellen sind“, sagt der Fachbereichsleiter.

Während Hahnemann eher auf Muskelhypothek setzt, um eine mögliche Unterfinanzierung auszugleichen, will Cakir auch Geld in die Hand nehmen. „Wenn es erforderlich ist, hätten wir Interesse, uns zu beteiligen“, sagt der IG-Chef. Er denkt konkret an eine Tribüne. Die neue Anlage habe schließlich auch eine Außenwirkung.

„Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, die Vereine auf dem Weg zu einer gemeinsamen neuen Sportanlage mitzunehmen“, meint Eisler. „Ich freue mich besonders für die SpVg, die viele Jahre geduldig auf eine Verbesserung des Umfeldes gewartet hat“, ergänzt er, „aber auch für die IG, die nun erstmals einen echten Standort findet und damit gute Voraussetzungen, um die sportlichen Ziele weiter voranzutreiben.“

Auch TVG und VfK in der Warteschleife

Während beim Neubau der Fußballballplätze am Förderturm Geduld gefragt ist, müssen auch die anderen beiden Bönener Fußballvereine, der TVG Flierich-Lenningsen und der VfK Nordbögge, abwarten, wie schnell die Mühlen der Bürokratie arbeiten. Der TVG will vom Butterwinkel auf einen neuen Platz an der ehemaligen Ermelingschule umziehen, hat seine Pläne bereits vorgestellt. Beim VfK muss der in die Jahre gekommene Kunstrasen grundlegend saniert werden.

„Wir hätten auch gerne einen Zeitplan, weil wir ja eventuell Mittel für Investitionen zurückstellen müssen“, erklärt Nils Böckmann, Vorsitzender des TVG. „Basti (Sebastian Schlieper, 2. Vorsitzender, Anm. d. Red.) hat kürzlich darüber mit dem Bürgermeister gesprochen. Der wollte die Verwaltung bitten, einen Zeitplan zu erstellen.“

Auch hier sei das Nennen von Terminen schwierig, meint Fachbereichsleiter Robert Eisler. „Zum Sportplatz TVG lässt sich aktuell nur sagen, dass der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplanes vorliegt und wir ein Büro mit der Umsetzung beauftragt haben. Die notwendigen Gutachten werden erstellt und dann wird der Plan offengelegt. Das sollte noch vor der Sommerpause erfolgen. Erst wenn das Verfahren positiv voranschreitet, werden die Aufträge für eine konkrete Planung der Sportanlage ausgeschrieben und vergeben“, erklärt er.

Nachhaltiges Produkt

Die Mittel für den Neubau der Oberfläche und der unteren Schichten des Kunstrasenplatzes Platzes des VfK Nordbögge seien im Haushalt 2022 vorgesehen. „Wir haben ein Auge auf die Entwicklung am Kunstrasenmarkt, um ein nachhaltiges und geeignetes Produkt zu finden“, so der Bönener Fachbereichsleiter.

Es geht um das Granulat. Bisher ist das Hartgummi. Diesen Füllstoff will die EU-Kommission, Stichwort Mikroplastik, ab 2022 verbieten. Die vorbereitenden Maßnahmen, wie die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses, Ausschreibung und Vergabe der Erneuerung der Spielfläche würden aber rechtzeitig begonnen. meint Eisler Ein Beginn der Maßnahme in 2022 soll dadurch sichergestellt werden.

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