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VfK mit Wille und Leidenschaft in die Derbywochen

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Von: Boris Baur

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Auf Luke Schnieber (rechts) und den VfK Nordbögge warten bis zur Winterpause die Derby-Wochen.
Auf Luke Schnieber (rechts) und den VfK Nordbögge warten bis zur Winterpause die Derby-Wochen. © Baur

Zwei Wochenenden hatte der VfK Nordbögge Zeit, den Kopf in der Fußball-Kreisliga B1 freizubekommen, denn nicht nur Totensonntag, sondern auch am Sonntag davor hatte das Team von Trainer Lars Lenser spielfrei. Als Drittletzter steckt der VfK mitten im Abstiegskampf. Bis zur Winterpause stehen nun die drei Derbys gegen die anderen Teams aus der Gemeinde an.

Bönen – Vier Punkte hatte Nordbögge nach den ersten beiden Spieltagen auf dem Konto, in den darauf folgenden neun Partien kamen nur noch drei weitere dazu. Lediglich dank des besseren Torverhältnisses gegenüber der SG Isenbeck steht das Team nicht auf einem Abstiegsplatz. Allein Isenbeck und das punktlose Schlusslicht TuS Uentrop III haben mehr als die 36 Gegentreffer der Nordbögger kassiert. Der TVG Flierich-Lenningsen ist als Viertletzter bereits fünf Zähler voraus. „Es kann nicht geschadet haben“, meinte Mittelfeldspieler Luke Schnieber zu der Pause. Er hat neben Keeper Robin Wittenborn als einziger in allen 990 Minuten auf dem Feld gestanden. „Wir konnten den Kopf ausschalten und freibekommen.“

Nach der spielpanmäßigen Unterbrechung sind er und seine Teamkameraden „heiß“ auf die kommenden Aufgaben. Dass es sich dabei um Lokalduelle handelt, macht die ganze Sache noch interessanter. „Drei Derbys hintereinander hatten wir auch noch nie“, freut sich Schnieber auf die Kräftemessen mit der IG Bönen II am Sonntag an der heimischen Feuerwache, am 5. Dezember am Butterwinkel beim TVG Flierich-Lenningsen und zuletzt am 12. Dezember wieder zuhause gegen die SpVg Bönen II (alle 14.30 Uhr). Wobei zumindest das Spiel in Flierich aufgrund der Witterung fraglich sein dürfte. Zudem ist natürlich die weitere Entwicklung in der Corona-Pandemie abzuwarten.

In Derbys zählt die Tabelle nicht

„Wir müssen ein Team sein, Leidenschaft und Willen zeigen“, fordert Schnieber. Für ihn sind Derbys wie Pokalspiele, da gelten auch „eigene Gesetze“. Da zähle die Tabelle nicht. „In einem Derby ist es wichtig, dass man sich mit dem eigenen Verein identifiziert.“ Dass man wisse, dass diese Spiele wichtig für das Umfeld seien, findet Schnieber.

Bei den Nordböggern ist dieses Zugehörigkeitsgefühl vorhanden, schließlich stammen fast alle Akteure aus der eigenen Jugend, andere spielen schon Jahre für den VfK. „Das könnte das sein, was für uns spricht“, so der 22-Jährige, der seit den Mini-Kickern im Verein ist. Als Beispiel nennt er die Begegnung bei der SpVg-Zweiten in der Vorsaison. „Wir sind als Letzter dahin, während Bönen alle drei Spiele gewonnen hatte, und holen ein 2:2 – weil wir als Team aufgetreten sind.“

Schnieber kannte die meisten seiner Mitspieler schon, bevor sie sich in der ersten Mannschaft eintrafen, sind sie doch größtenteils gleichalt oder nur ein, zwei Jahrgänge jünger als er. Das fördert auf der einen Seite das Miteinander, hat aber auch den Nachteil, dass es dem VfK an Erfahrung mangelt. „Wir sind eine extrem junge Mannschaft“, sagt Schnieber. Lucio Correira und Benjamin Kurz rutschten zum Beispiel sogar direkt aus der A-Jugend in die Stammelf. Führungsspieler, die mit ihrer Routine in schwierigen Phasen vorangehen, das Team mitziehen, sind an der Feuerwache nicht erst in dieser Saison rar.

Viele Fehler durch Unerfahrenheit

Auf dem Platz zeigt sich die Unerfahrenheit vor allem in den vielen Fehlern, die sich das Team obendrein zu häufig in der eigenen Hälfte leistet. Dann brennt es meist lichterloh und der Gegner hat es einfach, ein Tor zu erzielen. „Es ist ja nicht immer der Gleiche, der den Fehlpass spielt. Das betrifft bei uns alle, von der eins bis zur 32“, betont Schnieber. Dass Lenser deshalb derzeit im Training auf „einfache Sachen“ im Fußball wie Passspiel, Zweikämpfe, Eins-zu-Eins-Situationen setzt, findet der Mittelfeldmann daher gut. So könnten sich Routinen entwickeln.

Denn dass seine Mannschaft schlechter ist als die Konkurrenten in der unteren Tabellenhälfte, glaubt Schnieber nicht. „Wir hatten auch viel Pech. Ich finde, wir waren in keinem Spiel klar unterlegen.“ Auch die Einstellung stimme. Nordbögge lasse seiner Meinung zu einfache Tore zu und ginge nicht konsequent genug bei den eigenen Abschlüssen um. Was dem VfK auf jeden Fall fehlt, ist der klassische Torjäger, der vorne die Chancen wegmacht. 21 Treffer in elf Partien sind okay, es haben sich aber schon bereits elf Akteure in die Torjägerliste eingetragen und mit Ausnahme von Sven Koslowski hat keiner mehr als zweimal getroffen. Und Koslowski, der immerhin schon acht Treffer auf dem Konto hat, ist auch nicht der Knipser, was sich schon darin zeigt, dass Lenser ihn auch schon als Linksverteidiger aufstellte.

In die Derbys geht der VfK als Außenseiter. Die IG-Zweite ist Zweiter, die SpVg-Reserve Achter mit der drittbesten Defensive und Flierich ist zwar nur einen Platz vor Nordbögge, hat aber nach einem Fehlstart aus den vergangenen sechs Partien elf Punkte geholt. „Wir müssen die Tabellensituation komplett ausblenden“, sagt Schnieber: „Wir müssen Kampf und Leidenschaft zeigen und dann schauen, was dabei herumkommt.“

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