Frust nach Rückschlägen bei SpVg und bei IG

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Bönens Daniel Sadrinna (links) verschoss gegen den BV 09 Hamm einen allerdings unberechtigten Foulelfmeter.

BÖNEN -  Der Frust war groß bei den Bönener Fußballern. Während die SpVg Bönen mit der 2:4-Niederlage gegen den BV 09 Hamm seinen Vorsprung im Aufstiegsrennen der Kreisliga A1 herschenkte, schwinden bei der IG die Hoffnungen auf den Klassenerhalt nach dem 1:2 im Abstiegsendspiel bei Gurbet Spor Bergkamen.

Zumindest am Dienstag lohnte sich der Blick auf die Tabelle für die Spieler der Fußballer der SpVg Bönen wieder. Auf fussball.de, dem Ergebnisdienst des Deutschen Fußball-Bund (DFB), war aus unerfindlichen Gründen der 5:1-Sieg des Verfolgers FC Pelkum in Rünthe zu einer 1:5-Niederlage umgewandelt worden, obwohl FCP-Stürmer David Oles weiter mit vier Toren im Spielbericht geführt wird. Dadurch lag Bönen wieder mit vier Punkten vor den Pelkumern an der Spitze des Klassements. Doch in diesem Fall ist die Sportler-Weisheit „Die Tabelle lügt nicht“ ausnahmsweise falsch.

„Wir kommen nicht so richtig in Fahrt, können unser Spiel nicht mehr so durchsetzen“, begründet SpVg-Kapitän Marco Behrend die Niederlage gegen den BVH. Die dreimonatige Winterpause scheint den Bönenern nicht gutgetan zu haben. Trotz der Vorlage, die Konkurrent Pelkumer dem Rivalen mit ihrem überraschenden 1:3 im Nachholspiel beim TSC Hamm II Anfang des Monats gegeben haben, fehlt dem Spitzenreiter die Lockerheit und damit einhergehend die spielerische Linie. Das war schon im Derby eine Woche zuvor gegen die IG Bönen der Fall, das die SpVg mit 1:0 gewann. „Uns fehlt die Präsenz im Mittelfeld“, sagt Behrend.

Der Torhüter gibt seinen Mitspieler gleich eine Warnung für die kommenden Wochen mit auf den Weg. „Für mich stehen nun die schwersten Spiele an. Da sind wir jetzt unter Druck. Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Vorsprung nicht völlig verspielen“, mahnt der Torwart. Am Sonntag gastiert seine Mannschaft beim Lokalrivalen VfK Nordbögge, eine Woche darauf kommt es zum Gipfeltreffen mit Pelkum. „Ich hoffe, dass wir die Köpfe nach der Niederlage wieder frei kriegen“, macht sich Behrend Sorgen.

Bei der IG sind die Verantwortlichen längst eine Stufe weiter. Am Schulzentrum macht sich langsam Verzweiflung breit. Statt eines Lebenszeichens im Abstiegskampf zu senden, bleibt Trainer Ayhan Sezer und Co. nach der Niederlage in Bergkamen fast nur noch den Griff zum letzten Strohhalm. „Das war es noch nicht“, meinte der Coach am Sonntagabend, musste sich für diese Aussage jedoch erst etwas sammeln. „Für uns ist der Zug nicht abgefahren. Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen“, kündigt er an. Hoffnungen setzt er auf die Rückkehr des verletzten Abwehrchefs Mehmet Duman, der gegen Gurbet Spor ebenso schmerzlich vermisst wurde wie der gesperrte Nihat Isik. Beide sollen dem Team mehr Stabilität verleihen, erhöhen außerdem die Alternativen. Denn in Bergkamen kam kaum neuer Schwung ins Spiel, als Sezer wechselte. Der Trainer deutete jedenfalls Gespräche mit dem Vorstand an. Ein Thema könnte dabei das Verhalten von Fatih Korkmaz sein, der nach seiner Auswechslung mit Sezer aneinandergeriet.

Die Niederlage bei Mitkonkurrent Gurbet Spor, der seinen Vorsprung auf die IG damit auf zehn Punkte ausbaute, war auch deshalb so enttäuschend, weil der Gastgeber im Nordbergstadion ebenfalls viele Defizite offenbarte. „Ich glaube nicht, dass Gurbet irgendwo noch Punkte holt“, meinte Sezer frustriert. Die Schwächen seiner Mannschaft verhehlte selbst Spielertrainer Coskun Bayir nicht: „So ein Spiel kann man mit dieser Leistung gegen die IG gewinnen, sonst aber gegen keinen Gegner in der Liga.“ Für Bönen reichte es, weil die Gäste mit ihren Möglichkeiten fahrlässig umgingen. „Die IG ist wie wir: Chancenverwertung null, Trainingsbeteiligung null“, schloss Bayir mit im Abstiegskampf selten erlebter Selbstironie. - bob

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